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Do, 27.12.2012Von Bischofswahlen bis Kirchentag - Ereignisreiches Jahr 2013

Hannover/Leer (epd). 2013 ist Wahljahr. Die Bundestagswahl, mehrere Landtags- und Kommunalwahlen stehen an. Als erste werden die Niedersachsen am 20. Januar ein neues Länderparlament wählen. Auch in den Kirchen wird gewählt. Den Auftakt macht die Evangelische Kirche im Rheinland - die zweitgrößte Landeskirche. Die Landessynode bestimmt Anfang Januar einen Nachfolger für Präses Nikolaus Schneider (65), der allerdings Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bis 2015 bleibt.

Im Februar folgt die Nordkirche, die an Pfingsten 2012 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern hervorgegangen ist. Für den 21. Februar ist die Wahl des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland vorgesehen. Einziger Kandidat ist bisher Bischof Gerhard Ulrich (61). Die kleine Evangelische Reformierte Kirche mit Sitz in Leer bestimmt am 21. Juni einen Nachfolger für Kirchenpräsident Jann Schmidt, der spätestens im Oktober in Ruhestand geht.

Weitere Bischofswahlen stehen in Baden und Braunschweig an. Der badische Landesbischof Ulrich Fischer geht Mitte 2014 in Ruhestand. Die Landessynode will ein Jahr davor über die Nachfolge entscheiden. In Braunschweig wählt die Synode im November 2013 einen neuen Landesbischof, der Wechsel erfolgt jedoch erst im darauffolgenden Jahr.

Die bevorstehende Bundestagswahl hat bereits im vergangenen November zu einer personellen Veränderung an der Spitze der EKD geführt. Nach ihrer überraschenden Kür zur Spitzenkandidatin der Grünen lässt Katrin Göring-Eckardt ihre kirchlichen Ämter ruhen. Während ihrer Kandidatur wird sie weder das Amt als Synodenpräses noch die damit verbundene Mitgliedschaft im Rat der EKD ausüben. Ob die Grünen-Politikerin nach dem zeitweisen Amtsverzicht zurückkehren wird, dürfte wohl vom Ergebnis der Bundestagswahl abhängen.

Auch im Kirchenamt der EKD stehen personelle Veränderungen bevor. Auslandsbischof Martin Schindehütte hat bereits vor Monaten angekündigt, dass er Ende 2013 ausscheiden wolle. Da der Theologe in Personalunion die Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit sowie das Amt der Union Evangelischer Kirchen (UEK) leitet, sind Veränderungen bei den Zuständigkeiten und der Zahl der Vizepräsidenten in der EKD-Zentrale denkbar. Beflügeln könnten dies Bestrebungen, die innerprotestantische Zusammenarbeit zu vertiefen.

In der Lutherdekade ist die Halbzeit um. Im Anlauf zum Reformationsjubiläum 2017 wird das spannungsreiche Verhältnis Reformation und Toleranz das bevorstehende Jahr thematisch prägen. Für April ist ein prominent besetztes Wormser Religionsgespräch geplant, bei dem es um «Dulden oder Verstehen» gehen soll. Unter Vorsitz des Berliner Kirchenhistorikers Christoph Markschies ist eine Kommission dabei, einen orientierenden Grundtext mit den zentralen Botschaften für das Reformationsjubiläum zu formulieren.

Auch wird 2013 an den Heidelberger Katechismus erinnert. Die wichtigste reformierte Bekenntnisschrift, die in 129 Fragen und Antworten den Kern des christlichen Glaubens erläutert, wurde vor 450 Jahren verfasst. Auf der Agenda steht zudem die Erinnerung an die Leuenberger Konkordie, die vor 40 Jahren einen bedeutenden Schritt zur innerprotestantischen Ökumene von lutherischen, reformierten und unierten Kirchen markierte.

Im Mai feiern die evangelischen Christen in Hamburg den 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Das Protestantentreffen unter dem Motto «Soviel du brauchst» dauert vom 1. bis 5. Mai. Auch steht die endgültige Entscheidung an, wo der Kirchentag 2017 Station macht. Berlin ist für das Jahr des 500. Reformationsjubiläums erklärter Favorit.


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