Geschenke zur Konfirmation

In den meisten Familien gibt es an der Konfirmation eine große Feier, mit vielen Gästen und gutem Essen. Doch dieses Fest ist nicht das einzige Geschenk an den Konfirmanden oder die Konfirmandin. Es gibt an diesem Tag so viele Päckchen und Briefumschläge, wie man das sonst nur von Hochzeiten kennt. Das liegt daran, dass früher mit der Konfirmation das Erwachsenen-Leben begann. Und junge Erwachsene brauchten eben andere Dinge als Kinder, nämlich einen ordentlichen Anzug oder ein Kleid, eigene Bettwäsche und ihr eigenes Geschirr. Vielleicht auch den ersten eigenen Ochsen oder wenigstens eine Ziege. Damit ließ es sich dann gut starten ins meist harte Erwachsenendasein.

 

Heute ist das alles etwas anders. Vielleicht ist man nach der Konfirmation ein bisschen erwachsener als vorher. Aber man ist eben noch kein richtig Erwachsener, der von nun an auf eigenen Füßen steht und sich womöglich selbst versorgen muss. Und darum fallen heute auch die Geschenke etwas anders aus.

 

Erwachsen oder nicht - viele Paten oder Verwandte finden, dass die Konfirmation trotzdem etwas ganz Besonderes ist. Also überlegen sie sich zur Konfirmation auch ein ganz besonderes Geschenk. Vielleicht darf sich der Beschenkte mit ihnen das Musikinstrument aussuchen, das er immer schon lernen wollte, und kriegt sogar noch die ersten Unterrichtsstunden finanziert. Andere Idee: Ein gemeinsamer Kurzurlaub, eine Reise in eine interessante Stadt. Oder die Dauerkarte fürs Stadion, weil der Onkel da selber gerne hingeht. Wenn man sich gut versteht, kann so etwas eine Menge Spaß machen.

 

Ein recht häufiges Geschenk ist Geld. Das ist zwar nicht besonders kreativ, zugegeben, aber eben praktisch. Die Jugendlichen können damit machen, was sie möchten, ausgeben, sparen, weiter verschenken. Ja richtig: weiter verschenken, warum nicht? Es soll ja nicht gleich alles sein. Aber wenn man nach der Konfirmation mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro vor sich liegen hat, spricht eigentlich nichts dagegen, ein bisschen davon abzugeben. An Menschen, die sich davon keinen neuen Brenner für den PC holen wollen oder das neue Handy, sondern vielleicht das Essen für die nächsten zwei Monate.

 

Zum Schluss zu einem Geschenk, das hier noch gar nicht genannt wurde ist und das oft unter den Tisch fällt. Die Konfirmation ist eine Entscheidung. Denn wer sich konfirmieren lässt, der entscheidet sich ganz bewusst für ein (Weiter-) Leben im christlichen Glauben, der sagt damit "Ja" zur eigenen Taufe. Doch das geht nur, weil da "auf der anderen Seite" auch schon mal jemand "Ja" gesagt hat: Gott selber. Ohne Gott keine Kirche, keine Gemeinde, keine Konfirmation, keine Geschenke.

 

So gesehen ist das beste Geschenk zur Konfirmation der Segen Gottes. Der lässt sich zwar nicht in Euro umrechnen - aber er ist womöglich wertvoller als alle anderenGeschenke zusammen.

 

Wie es früher war ...

 

In vergangenen Jahrhunderten war die Konfirmation viel stärker verbunden mit dem Erwachsenwerden eines jungen Menschen: Oft war der Termin der Konfirmation auch der Zeitpunkt der Schulentlassung. War man konfirmiert, galt man fortan alsvollwertiges Mitglied der Gemeinde und erhielt bspw. das Recht, am Abendmahl teilzunehmen. Als äußeres Zeichen des Erwachsenwerdens trugen Jungen und Mädchen an ihrer Konfirmation zum ersten Mal auch die Kleidung der Erwachsenen: lange Hosenund langes Kleid, teilweise in der Tracht der jeweiligen Gegend oder des jeweiligen Standes. Eher praktischer Natur waren früher auch die Geschenke zur Konfirmation. Es gab - neben der ersten eigenen Bibel oder einem Gesangbuch - aufwändig gearbeitete Hemden, Bettwäsche und Taschentücher, teilweise auch lebende Tiere oder Landbesitz als Grundstock für ein späteres Auskommen.

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