Frühjahrssynode der oldenburgischen Kirche mit Gottesdienst eröffnet

Pfarrer Dr. Oliver Dürr

Die Menschen wach halten für das Kommen des Herrn

 

Mit einem Abendmahlsgottesdienst wurde am Donnerstagmorgen, 22. Mai, in der St.-Ulrichs-Kirche in Rastede die 1. Tagung der 48. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg eröffnet. In seiner Predigt betonte Pfarrer Dr. Oliver Dürr, er wünsche sich eine gute Missionstheologie, die Menschen bekehre und wach halte für das Kommen des Herrn. Ein bisschen mehr direktes Erleben Gottes könne Christinnen und Christen nicht schaden, so Dürr.

Der Heilige Geist wolle sich in der Lebenswirklichkeit der Menschen „als lebendiger Geist in allem Neuen immer wieder von neuem bewahrheiten, damit Gott alles in allem sei; was war, aber genauso was ist und was noch sein wird.“ Dürr sprach sich dafür aus, das Wort Gottes in den Buchstaben der Bibel auf die heutige Zeit hin zu prüfen und zu übertragen. „Denn nur dadurch, dass wir prüfen und ins Heute übertragen, wird kein Jota verloren gehen! Nur dadurch!“ Der Heilige Geist versteckt sich laut Dürr nicht hinter biblisch korrekten Informationen von vor 2000 Jahren.

Die rund 60 Synodalen sowie Gäste und Mitarbeitende der oldenburgischen Kirche tagen am 22.und bis 23. Mai im Evangelischen Bildungshaus Rastede. Im Mittelpunkt der 1. Tagung stand am Donnerstagnachmittag das Schwerpunktthema „Ökumene und Mission“. Das Hauptreferat hielt die geschäftsführende Studienleiterin der Missionsakademie der Universität Hamburg, Dr. Uta Andrée. Zahlreiche Mitarbeitende im Bereich Ökumene und Mission stellen ihre Arbeitsgebiete und Projekte vor.

Auf der Tagesordnung stehen weiterhin die Beratungen zur Weiterarbeit mit den Ergebnissen des Zukunftskongresses der oldenburgischen Kirche vom Juli 2012 sowie die Wahl der Mitglieder des Visitationsteams für die Visitation von Kirchenkreisen, Einrichtungen und Werken sowie Arbeitsbereichen der Synode.

Erste Tagung der 48. Synode eröffnet

Mit einem Dank an Pfarrer Dr. Oliver Dürr und an alle Mitwirkenden für den Gottesdienst in der St.-Ulrichs-Kirche eröffnete Synodenpräsidentin Sabine Blütchen die Verhandlungen der 1. Tagung der 48. Synode im Evangelischen Bildungshaus Rastede. Sie dankte Bischof Jan Janssen und Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs für die Informationsveranstaltungen, die die Synodalen im Vorfeld der Tagung in die Arbeit der Synode eingeführt haben.

Sie verpflichtete für den Kirchenkreis Oldenburger Münsterland als nichttheologisches Mitglied Wilhelm Bohnstengel (Friesoythe) als neuen Synodalen. Bohnstengel war zusammen mit dem nichttheologischen Ersatzmitglied Prof. Dr. Kürschner nachgewählt worden. Bohnstengel wird im Ausschuss für Gemeindedienst und Seelsorge sowie im Finanz- und Personalausschuss mitarbeiten.

Als Ersatzsynodale verpflichtete die Synodenpräsidentin Katharina Baehr (Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land), Jan-Alexander Bury (Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven) und Pfarrer Gerriet Neumann (Kirchenkreis Oldenburg Stadt).
 

Bericht aus dem Gemeinsamen Kirchenausschuss

Wie alle anderen Gremien der oldenburgischen Synode musste sich der Gemeinsame Kirchenausschuss (GKA), dessen synodale Mitglieder im Januar von der 48. Synode auf ihrer konstituierenden Tagung neu gewählt wurden, selber konstituieren, so Bischof Jan Janssen in seinem Bericht als Vorsitzender des GKA. "Sie erkennen die Gewichtung im Bereich von Personalentscheidungen, Berufungen und weiteren Schwerpunkten", fügt Bischof Janssen in seinem mündlichen Vortrag hinzu.

 

"Mag auch sein, dass die Erfahrenen sagen, das sei doch eher Normalprogramm. Ich meine, darin steckt viel mehr. Es gibt in der Kirche Jesu Christi eine Fülle von Tun, das – gerade weil es alltäglich ist, treu, kontinuierlich, zuverlässig, sorgfältig, gerade darum zugleich besonders, kostbar, reich und erfüllend ist. Jedes Verkündigen, Dienen und Mitarbeiten am Bau des Reiches Gottes ist wahrzunehmen und zu würdigen."

Neben der Vorbereitung der Synodentagung hat der GKA seit Jahresbeginn die Ausführungsbestimmungen zum Kirchenmusikgesetz, die Visitationsordnung, die Besetzung von Arbeitsgruppen und Beiräten und Pfarrstellen-Besetzungsentscheidungen beschlossen, die zum großen Teil zur Umsetzung des Pfarrstellenplans gehören. Im Ergebnis handelt es sich bei den meisten Vorgängen um Versetzungen, die einer Umsetzung aufgrund von Umbenennung einer Pfarrstelle gleichkommen. Nach Besetzung der jeweils neuen Pfarrstelle sind nach den Regelungen des Kirchengesetzes zur Umsetzung des Pfarrstellenplans ab 2014 die bisherigen Stellen weggefallen, ggf. einschließlich einer Befristung, erläuterte Bischof Jan Janssen.

Für das Evangelische Krankenhaus hat der GKA im April ein weiteres Darlehen in Höhe von vier Millionen Euro gewährt. Die Zahlung der Darlehnssumme erfolge bis zu einer Höhe von zwei Millionen Euro in Absprache mit der Ev. Krankenhaus Stiftung Oldenburg im Laufe des Jahres 2014. Die Auszahlung der restlichen Darlehenssumme stehe unter der Bedingung der Bereitstellung einer weiteren dinglichen Sicherung in entsprechender Höhe durch die Ev. Krankenhausstiftung, erläuterte Bischof Janssen in seinem Bericht.

 

"Der GKA bekräftigte mit dieser Entscheidung das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Ev. Krankenhauses auf Grundlage der Sanierungsbemühungen und erwartet, dass alle Beteiligten weiterhin die Notwendigkeiten eigener Beiträge erfüllen." Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die oldenburgische Kirche einen Antrag der Evangelischen Krankenhausstiftung Oldenburg auf Gewährung eines Darlehns der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in Höhe von drei Millionen Euro zur akuten Behebung von Liquiditätsschwierigkeiten positiv beschieden, das durch nicht betriebsnotwendige Grundstücke abgesichert worden sei. Diese stützende Maßnahme der Kirche war in der allgemeinen Öffentlichkeit überaus positiv aufgenommen worden.

Zu den ersten Regularien gehörte auch die Geschäftsordnung für den GKA, damit diese zur Beschlussfassung an die Synode zu ihrer ersten Tagung weitergegeben werden konnte. Mit zwei kleinen Änderungen stimmte die Synode dieser Geschäftsordnung zu.

In der Aussprache beantragte der Synodale Jost Richter, dass der Rechts- und Verfassungsausschuss gebeten werde, "Regelungen für eine Visitation des Oberkirchenrates im Sinne von Artikel 100 der Kirchenordnung sowie seiner Mitarbeitenden und der Gemeinsamen Kirchenverwaltung zu entwickeln, damit auch diese im gesamtkirchlichen Auftrag wahrgenommen, gewürdigt, wertgeschätzt, ermutigt und konstruktiv begleitet werden." Die Synode stimmte diesem Antrag zu.
 

Mehr Sicherheit bei der Besetzung von kirchengemeindlichen Pfarrstellen

Die Synode verabschiedete in erster Lesung das Kirchengesetz zur Änderung des Kirchengesetzes über die Besetzung von kirchengemeindlichen Pfarrstellen. Diese Änderung diene der Sicherstellung einer geordneten Pfarrstellenbesetzung, erläuterte Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs in der Begründung. Mit ihr soll künftig vermieden werden, dass bei einer Wahl durch den Gemeindekirchenrat unbeabsichtigt die Situation entsteht, dass bei mehreren zur Wahl stehenden Personen auch im zweiten Wahlgang niemand die erforderliche Mehrheit erhalte und die Wahl damit zunächst gescheitert sei. Nun könne der Gemeindekirchenrat entscheiden, ob ein dritter Wahlgang durchgeführt werden soll, oder ob die Wahl nach zwei Wahlgängen zunächst ergebnislos ende und eine erneute Ausschreibung erfolgen solle.

Votiert der Gemeindekirchenrat für die Durchführung eines dritten Wahlgangs, so stehen in diesem noch die beiden Personen zur Wahl, die im zweiten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben und ggf. durch Losentscheid bei Stimmengleichheit in die Stichwahl einziehen. Durch die Einschränkung auf zwei Personen erst im dritten Wahlgang wird es den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates ermöglicht, im ersten Wahlgang eine von wahlstrategischen Überlegungen weitgehend unbelastete Wahlentscheidung zu treffen, weil noch keine das Bewerberfeld für den zweiten Wahlgang einschränkende Entscheidung fällt, soweit nicht bereits im ersten Wahlgang eine Person die notwendige Mehrheit erhält.

 

Der zweite Wahlgang wird dann regelmäßig in dem Bewusstsein durchgeführt, dass bei einem möglichen dritten Wahlgang dann nur noch die beiden Personen zur Stichwahl stehen, die in diesem Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinigen können.

 

 

Berichte aus den Ausschüssen

Die Synode nahm die verschiedenen Berichte der Ausschüsse zur Kenntnis, die den Synodalen schriftlich vorliegen. Da sich die Ausschüsse alle erst neu konstituiert haben, gibt es meist keine Nachfragen oder Ergänzungen. Lediglich der Rechnungsprüfungsausschuss mahnte eine zügige und sorgfältige Bearbeitung von Verwaltungsvorgängen an, um Bearbeitungsrückstände zu vermeiden. Dazu müssen die Abläufe in den Verwaltungsstellen besser koordiniert und kommuniziert werden, mahnte der Rechnungsprüfungsausschuss.

 

In ihrem Bericht über die letzte Synode der Konföderation der niedersächsischen Kirchen bedauerte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, dass es dieses Gremium künftig nicht mehr geben werde. Sie berichtete, dass es zwischen den Vorsitzenden der einzelnen Synoden Überlegungen zum regelmäßigen Austausch und Besuchen gebe.

 

 

Johann Kühme zur Vertrauensperson für Ehrenamtliche gewählt

Die 48. Synode wählte Johann Kühme zur Vertrauensperson für Ehrenamtliche. Kühme hatte dieses Amt bereits in der vorherigen Synode inne.

 

An diese Vertrauensperson können sich Ehrenamtliche in sie betreffenden Angelegenheiten wenden. Außerdem berichtet die Vertrauensperson der Synode über Umsetzung und Auswirkungen des Ehrenamtsgesetzes.

 

Dieses Ehrenamt hatte die 47. Synode in dem Kirchengesetz über den Dienst, die Begleitung und die Fortbildung von Ehrenamtlichen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg (Ehrenamtsgesetz - EAG) eingerichtet.

 

 

Wahlen in das Kuratorium "Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn"

In das Kuratorium des Ev. Jugendheims Blockhaus Ahlhorn wählte die Synode Pfarrer Kai Wessels und Jost Richter sowie als ihre Stellvertreterinnen Pfarrerin Susanne Bruns und Hilke Schwarting-Boer.

 

 

Themennachmittag zu "Ökumene und Mission"

Dr. Uta Andrée, Studienleiterin an der Missionsakademie Hamburg.

Was ist Mission heute? Welchen Stellenwert hat die Ökumene? Und wie gelingt der Dialog? Auf Fragen wie diese ging Dr. Uta Andrée, Studienleiterin an der Missionsakademie Hamburg, in ihrem Vortrag „Mission, Ökumene und Dialog in einer multireligiösen Welt“ ein, den sie im Rahmen der Synode hielt.

 

Eine „kleine trinitarische Beziehungslehre“ nannte Andrée ihren Ansatz, den Zusammenhang des Dreigestirns Mission, Ökumene und Dialog zu erklären. Sie seien wie Geschwister und deshalb sei ihre Beziehung zueinander durchaus spannend. Mission sei in den Köpfen vieler ausschließlich „die ewige Krankheit, mit mehr oder weniger brachialen Mitteln das Eigene anderen aufzuzwingen“, meinte Andrée.

 

Sie blickte zurück auf die Anfänge der Missionierung im Oldenburger Land, die in einer Gemengelage heidnischer Glaubensrichtungen entstanden sei, und damit den Beginn der oldenburgischen Kirche. „Wir sind die Kinder dieser Mission“, betonte sie.

 

Mit der Verbindung nach Afrika über die Norddeutsche Mission habe im 19. Jahrhundert die große weltumspannende Gemeinschaft der Christen begonnen. Unterrichten, helfen, aufbauen, aber auch „erzählen, warum man da ist, warum man dies alles tut“, seien die Anfänge des christlichen Glaubens in Afrika gewesen. Mission aber heiße auch, zueinander stehen, sagte die Studienleiterin und machte dies an einem beeindruckenden Beispiel fest: Als 1932 der afrikanische Pastor Robert Kwami auf Einladung der Norddeutschen Mission in der Oldenburger Lambertikirche predigte, ließ die Hetze der obersten Nationalsozialisten nicht lange auf sich warten. Doch die oldenburgische Kirche habe sich nicht beirren lassen, so Andrée. „Hier gewinnt Mission ein ganz neues Gesicht. Sie heißt auch, Christsein über Grenzen hinweg zu verstehen und zu vertreten.“ Mit der „Kwami-Affäre“ sei eine Missionsgesellschaft für ein klares politisches Statement gegen Rassismus eingetreten.

 

Doch nicht nur nach außen, auch nach innen besann man sich auf die Mission: Christliche Werte der Nächstenliebe in die Gesellschaft zu tragen und mit dem täglichen Leben zu verbinden sei die Idee der diakonischen Arbeit bis heute.

 

In dem Wort Ökumene, kam Andrée zum zweiten Teil ihrer „Trilogie“, stecke das griechische Wort für Haus. „Das Haus ist eine gute Metapher für das Zusammenkommen der Christen verschiedener Konfessionen, denn in einem Haus mit vielen Menschen geht es darum, ein gemeinsames Leben zu gestalten und zugleich man selbst zu bleiben in dieser Gesellschaft.“ Ökumene brauche Offenheit für das Christsein der anderen, und sie brauche ein Wissen um die eigene konfessionelle Überzeugung.

 

Zwei große Anliegen prägten die Ökumene, führte Andrée aus: zum einen die Überwindung theologischer und historischer Trennlinien, zum zweiten der gemeinsame grenzüberschreitende Einsatz für eine gerechte Welt. Das klinge einfach, sei aber durch völlig unterschiedliche Auffassungen zu vielen gesellschaftlichen Themen tatsächlich schwierig. „Welten stoßen in der Ökumene aufeinander – theologisch und ethisch“, so Andrée. Gleichzeitig bedeute Ökumene auch, offen für einen Glauben zu sein, der sich in verschiedenen Regionen unterschiedlich entwickelt habe. Deshalb sei es wichtig, ins Gespräch zu treten mit Migrantinnen und Migranten, deren christlicher Glaube oft ganz anders geprägt sei als unserer. „Sie können Ihnen etwas von Gott erzählen, und vielleicht liegt die Gemeinschaft mit ihnen näher, als man je erwartet hätte.“

 

Mit diesem Appell leitete sie über zum Dialog, dem Dritten im Bunde. „Wenn wir wissen, wer wir als Christen sind, dann kann aus der Begegnung mit Andersgläubigen ein tolles interreligiöses Miteinander werden.“ Zwar sei der interreligiöse Dialog etwas anderes als die Ökumene, „aber auch hier gilt es, Grenzen zu überschreiten und zu verwandeln in Beziehung und Austausch.“ Dabei gebe es zwei Wege, die ineinandergreifen, führte sie aus: Zum einen könne es darum gehen, die Religion – beispielsweise eines Muslimen – zu verstehen und ihm vom Christentum zu erzählen. Dies biete eine gute Ebene für gemeinsame soziale Projekte oder eine gute Nachbarschaft.

 

Weitergehend aber sei das Erzählen von Jesus mit all den Hoffnungen, die das Christentum auf den Glauben an ihn begründe. „Aus dieser Überzeugung heraus ist es mir dann nicht egal, dass mein muslimischer Gesprächspartner diesen Jesus nicht so kennt wie ich, dass er ihn als Propheten, aber nicht als Gottes Sohn kennengelernt hat.“ Damit bewege sich der Dialog zwischen ökumenischem Miteinander und missionarischem Zeugnis. „So gehört zum Vater der Dialog, zu Jesus die Ökumene und zum Heiligen Geist die Mission“, schlug Andrée den Bogen zur Dreifaltigkeit. „Christen können nur gemeinsam authentisch vom Glauben sprechen. Das ist die Verbindung von Mission und Ökumene.“ 

 

 

Kabarett, Landkarten und „World Café“ tragen zur Vertiefung bei

Auf ganz unterschiedlichen Wegen näherten sich die Mitglieder der Synode ihrem Jahresthema „Ökumene und Mission“ an einem vielseitigen Themennachmittag. Nachdem sich die Besatzung des Raumschiffes Unity – bestehend aus dem Ammerländer Pastor Stephan Bohlen und seiner Frau Petra, Andreas Technow, Pastor in der Wesermarsch, und Pastoralreferentin Katja Waldschmidt aus Rastede – in einem kleinen Theaterstück ihre ganz eigenen Gedanken zu diesen Stichworten gemacht und damit für viele Lacher gesorgt hatte, begann ein kurzes Brainstorming zum Thema.

 

Von Oldenburg in den Rest der Welt: Zu welchen Regionen haben die Gemeinden der oldenburgischen Kirche Kontakte? Wo bestehen innerhalb der Landeskirche ökumenische Projekte mit katholischen oder anderen Gemeinden? Auf interaktiven Landkarten, die von den Synodalen individuell bestückt werden konnten, entwickelte sich nach und nach ein spannendes Bild von gelebter Ökumene und Mission. Gleichzeitig konnten die Synodalen ihre bestehenden Projekte zum Thema auf zwei Flipcharts bannen. Die Verbindung zwischen Sengwarden und dem lettischen Kuldiga stand darauf, die ökumenische Hilfsorganisation des Gustav Adolf-Werkes in Serbien, die Kontakte zur griechisch-katholischen Gemeinde in Mi’ilya in Galiläa oder zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Jordaniens und viele mehr, von deren Existenz andere Kirchengemeinden bisher noch nichts gewusst hatten.

Ganz neue Einblicke bekamen die Synodalen im anschließenden „World Café“. Hier konnten sie in knapp halbstündigen Gesprächen mehr erfahren über Institutionen, mit denen sie bisher noch keine Berührungspunkte hatten. „Wir möchten Sie ganz konkret wenigstens mit ein paar Gesichtern unserer ökumenischen Mission und unserer missionarischen Ökumene bekannt machen. Mit Gesichtern von Menschen, die neugierig genug sind, die Begegnung mit dem Fremden nicht zu scheuen. Mit den Gesichtern von mutigen Menschen, die auch das Risiko des Irren und Scheiterns auf sich nehmen“, erklärte Pastorin Brigitte Gläser in ihrer Begrüßung. Die Leiterin der Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg und Beauftragte für Ökumene und Mission der oldenburgischen Kirche gehörte zur Vorbereitungsgruppe des Themennachmittags.

 

„Das World Café soll als Info-Pool dienen, als Impulsgeber“, beschreibt sie das Ziel der Begegnung. Sich nachhaltig an Projekte zu erinnern, weil man sie mit Menschen, mit Gesichtern verbinde, sei die Idee des Modells. Jeweils eine knappe halbe Stunde lang ließen sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen informieren, hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen und ganz konkret Anknüpfungspunkte zu ihrer eigenen Gemeinde zu finden. So konnten sie etwa in der Gruppe des Ökumenischen Zentrums erfahren, dass die Mitarbeitenden dort auch Informationsveranstaltungen für Jugendliche anbieten, sie ließen sich mitreißen von den schonungslos offenen Schilderungen von Pastor Tessen von Kamecke über die Lebensverhältnisse auf den Philippinen, diskutierten mit Dr. Emanuel Noglo über die Priorität von Umweltschutz angesichts vieler brennender Probleme in Afrika und ließen sich von Pastor Holger Rauers Begeisterung über seine Arbeit mit Asylanten in der Kirchengemeinde Osternburg anstecken. An anderen der insgesamt 13 Tische des World Cafés wurde über den Weltgebetstag gesprochen, über Aussiedlerarbeit, Kirchenmusik oder die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen. Und im Anschluss an den „Café-Besuch“ hatten die Gäste einen Eindruck bekommen von dem Wahrheitsgehalt des Satzes von Fulbert Steffensky, den Brigitte Gläser in ihrer Begrüßungsrede zitiert hatte: „Mission heißt, davon zu sprechen, was wir lieben.“

Am Ende des Thementages regte die Synodale Wiebke Perzul zur Weiterarbeit an. Dazu diene sowohl die nächste Ausgabe von "horizont E", die sich mit dem Thema beschäftigen wird, oder die Jahrestagung der Norddeutschen Mission, die im kommenden Jahr in Oldenburg stattfinden wird. Einen heiteren Schlusspunkt setzte dann noch einmal die Kabarettgruppe mit fiktiven Umfragen und Erhebungen.

Abschluss des ersten Verhandlungstages

Mit Lesung, Gebet und Segen schloss Bischof Jan Janssen den ersten Verhandlungstag.

 

 

 

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