3. Tagung der 47. Synode – 2. Tag

Abschluss der Synode

Die Synode endete mit Gebet und Segen des Bischofs. In die Fürbitte eingeschlossen werden gute Wünsche für die wegen Krankheit fehlenden: Synodaler Duin, Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs sowie Pressesprecherin Dr. Marlis Oehme.

 

HVHS Rastede

Der Synodale Schlaack stellt den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe zur HVHS Rastede vor. Aufgabe der AG war die inhaltliche und konzeptionelle Profilierung der HVHS zum Bildungszentrum. Die Gespräche seien sehr konstruktiv und zielführend verlaufen, das vorliegende Konzept sei in großer Übereinstimmung entstanden.

Der Umbau der HVHS sei das zweitgrößte Investitionsprojet der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg der letzten Jahre, ergänzte OKR Grobleben. Die Synode hat bei einer Enthaltung beschlossen:

 

Ausbau der Heimvolkshochschule und Weiterentwicklung zu einem Evangelischen Bildungszentrum für die Evangelische Kirche in Oldenburg, Haus­haltsmittel in Höhe von 2.650.000 Euro werden bereitgestellt.

 

Das bedeutet mit den Fördermitteln für die energetische Sanierung ein Gesamtinvestitionsvolumen von 3,1 Mio Euro.

Damit können Seminarräume im Umfang von ca. 300 qm neu gebaut sowie die vorhandenen Räumlichkeiten renoviert werden. Die HVHS wird ebenfalls im Bettenbereich erweitert: 6 Doppelzimmer und 30 Einzelzimmer werden dazukommen.

 

Zum Evangelischen Bildungszentrum Rastede werden in einem ersten Schritt räumlich zugeordnet: die Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, die Gemeindeberatung, die Fachstelle Koordination und Kooperation sowie die volksmissionarische Arbeit. Die Arbeit im neuen Bildungszentrum wird unterstützt von einem Beirat, der auch aus Vertretern aus den Kirchenkreisen besteht. Ziel dabei ist, das Bildungszentrum auch in den Krichenkreisen zu etablieren.

 

Kirchengesetze

Kirchengesetz zur Regelungen von besonderen Dienstverhältnissen für Pfarrer

Der neu gefasste §5 des Kirchengesetzes zur Regelung von besonderen Dienstverhältnissen für Pfarrer führt aus, dass bei Elternzeit eines Ehegatten für die Dauer der Elternzeit das Dienstverhältnis in ein uneingeschränktes umgewandelt werden kann. Das Gesetz tritt am 15. Mai 2009 in Kraft.

 

Landeskirchliche Pfarrstelle für Mitarbeiterfortbildung

DIe Befristung in der Geltungsdauer der Errichtung der Pfarrstelle wird aufgehoben. Das Gesetz tritt am 15. Mai 2009 in Kraft.

 

 

Kirchliche Umweltinitiative Oldenburg

Dr. Jobst Seeber

Neben dem Bericht aus dem Kirchensteuerbeirat stellte der Synodale Dr. Seeber die "Kirchliche Umweltinitiative Oldenburg" vor. Das Ziel der Initiative: Bewahrung der Schöpfung durch konkretes Handeln.

Das Thema „Energieeffizienz“ habe bei kirchlichen Gebäuden bisher bestenfalls eine Nebenrolle gespielt, so Seeber. Da kann es sehr lohnend sein, bei künftigen baulichen Maßnahmen diesem Aspekt deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen, führte der Vorsitzende des Kirchensteuerbeirates weiter aus. Wesentlicher Teil des Erfolges von Energieeffizienzmaßnahmen sei allerdings auch das Nutzerverhalten, das in der Umweltinitiative einen großen Stellenwert einnimmt, "damit die Raumtemperatur nicht durch das Öffnen der Fenster reguliert wird".

Mit der Ausführung des Neubaus des Evangelischen Bildungszentrums als Passivhaus und dem Maßnahmenpaket "Kirchliche Umweltinitiative Oldenburg" will die Oldenburgische Kirche ein Signal setzen, es soll zur Nachahmung anregen.

Konföderation der Evangelischen Kirchen in Niedersachsen

Die Synode der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen hat die Synoden der Kirchen gebeten, bis zum 1. September ein Votum abzugeben, ob ein Reformausschuss gebildet werden soll, der die Fusion der evangelischen Kirchen in Niedersachsen  konzeptionell vorbereitet. In der intensiv geführten Debatte wurde deutlich, dass Doppelungen übergemeindlicher Arbeit in Niedersachsen möglichst vermieden werden sollen, andererseits der eigene Reformprozess noch nicht abgeschlossen ist. 

Die Synode nimmt die Stellungnahme des Gemeinsamen Kirchenausschusses vom 22. April 2009 zur Kenntnis:

 

Seit 1971 bilden die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, die Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe sowie die Ev.-ref. Kirche die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und nehmen in diesem Rahmen ihre Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen gemeinsam wahr. Für die etablierte gute Zusammenarbeit ist die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg sehr dankbar.

 

Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg hat sich mit umfangreichen inhaltlichen und strukturellen Reformbeschlüssen den durch den demographischen Wandel und die wirtschaftliche Entwicklung bedingten Herausforderungen gestellt. Die eingeleiteten Veränderungen sind noch nicht abgeschlossen. Eine weitere, noch viel gravierendere Strukturdebatte würde die eingeleiteten Reformprozesse negativ berühren, womöglich sogar gefährden.

 

Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht hinreichend deutlich ersichtlich ist, welche inhaltlichen und finanziellen Vorteile eine Fusion für die an der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen beteiligten Kirchen bringen könnte, sollte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Auftrag zur Erarbeitung eines Konzeptes und eines Zeitplanes für die Schaffung einer Evangelischen Kirche in Niedersachsen erteilt werden. Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg wird jedoch eigene Impulse zur Fortentwicklung erarbeiten.

 

Die Synode beschließt einstimmig bei einer Enthaltung:

Die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg begrüßt die Anregung des Ratsvorsitzenden der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, diese weiterzuentwickeln, d.h. zu prüfen, auf welchen Aufgabenfeldern kirchlichen Handelns eine engere Zusammenarbeit der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen möglich, sinnvoll oder notwendig ist. Sie bittet den Reformausschuss, seinen Auftrag in diesem eingeschränkten Umfang wahrzunehmen.

 

Der Synodale Teetzmann wird in den Reformausschuss entsandt.

 

 

Abstimmung zum Beschluss zur Weiterentwicklung der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen

Aus dem Finanzausschuss

Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Eicker berichtete,  dass der Anlageausschuss zu Kontrollzwecken je Quartal eine Aufstellung aller Wertpapiere der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg erhält. Somit wurden aus der Anlagenkrise Konsequenzen gezogen, zusätzlich wurden die Anlagegrunsätze konkretisiert:

Alle Geldanlagen müssen einlagengesichert oder pfandgesichert sein bzw. dem Institutsschutz unterliegen. Zulässig sind auch direkte Anleihen und Daueremissionen des Bundes, Landes und der Kommunen. Geldanlagen EINER Emission sollen nicht höher als 5 Mio Euro sein.

 

Ferner sind Haushaltsmittel für die Pfadfinder-Bildungsstätte freigegeben sowie die Jugendfreizeitstätte OT der Gesamtkirchengemeinde Eversten bezuschusst worden. Der Finanz- und Personalausschuss hat einstimmig beschlossen, ein Drittel der Kosten für den geplanten Umbau der Ev. Bildungsstätte  Wilhelmshaven zur Verfügung zu stellen.

Der zweite Tag

Der zweite Verhandlungstag begann mit einer Andacht der Synodalen Jutta Wilhelms. Sie regte die Synode an, über das Innehalten nachzudenken, Haltestellen zu suchen. Manchmal muss eine Synode auch anhalten, auch Dinge aushalten. Wilhelms lehnte ihre Andacht  an das Psalmwort "Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!" an.

 

Die Andacht zum Nachlesen

Der erste Tag

Bericht aus dem "Ausschuss 5"

Ausschuss 5, der kurze Name spare Zeit, so Rüdiger Schaarschmidt, Vorsitzender des Ausschuss für Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit. Denn so heißt er in Langform.

Es falle schwer, in Zeiten, in denen gespart werden müsse, Konzepte zu verabschieden, die Geld Kosten würden. Aber: „Sparen an der falschen Stelle wird teuer!", so Schaarschmidt. Daher sieht das Konzept vor, dass die Pressestelle des Oberkirchenrates umgebaut und erweitert wird zu einer Arbeitsstelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit für die ganze Kirche, das Internet solle dabei zum Leitmedium werden. Die Kommunikation nach innen und außen -- und beides sei wichtig -- sei ausbaufähig, sagte der Vorsitzende des Ausschuss 5 in seiner Einbringungsrede. In einem ersten Schritt forderte Schaarschmidt die Einrichtung einer Leiterstelle, anschließend soll eine Arbeitsgruppe die Konzeption bis zur Herbstsynode weiter schreiben. Schaarschmidt schloss mit einem Zitat von Henry Ford: „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“

In der sich anschließenden Aussprache wurde kontrovers über Chancen dieses Dienstes für die ganze Kirche einerseits und finanzielle Verpflichtungen bei Umsetzung des Konzeptes andererseits diskutiert. Verschiedene Anträge lagen auf dem Tisch.

Die Synode hat schließlich mit großer Mehrheit entschieden, eine Stabsstelle ab dem 1. Januar 2010 einzurichten, um die gesamtkirchlichen Aufgaben in diesem Bereich wahrzunehmen. Zur Erarbeitung der weiteren Schritte wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

 

 

ekn/epd - Bericht des Geschäftsführers

Christof Vetter, Geschäftsführer ekn und epd

Christof Vetter, Geschäftsführer der konföderierten Einrichtungen ekn (Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen) und epd (Evangelischer Pressedienst) stellt vor der Synode die Bedeutung von epd und ekn auch für die Oldenburgische Kirche heraus: "Fragen Sie uns, wir sind für Sie da", so Vetter. Für den epd gelte, dass er als ältester deutscher Nachrichtendienst unverzichtbar auch in seiner Reichweite sei. Dazu komme die besondere christliche Prägung, die Nachrichten für und aus den Kirchen in den Nachrichtenmarkt bringe. Und das geschieht manchmal auch ganz unkonventionell, z.B. sei die Produktion "Wer hat an der Uhr gedreht?" mit einem Comedy-Preis ausgezeichnet worden.

Bericht zur Verwaltungsstrukturreform

Gleiche Qualitäten, gleiche Aufgaben und transparente Verfahren, so stellte Kristine Ambrosy-Schütze die Ziele der Verwaltungsstrukturreform vor. Dazu müssten die Strukturen, die Abläufe und die Rahmenbedingungen angeschaut werden. Die Aussichten stimmten positiv.

Anders beim Kirchennetz: Es sei zwar nicht hoffnungslos, aber konkrete Versprechungen mochte die Kirchenverwaltungsoberrätin nicht abgeben. Trotzdem: Es gebe keine Alternative zum Kirchennetz. Es würde noch in diesem Jahr einsatzfähig sein.

Die konkreten nächsten Schritte sind die Stellenbeschreibung und die Stellenbewertung der Mitarbeitenden innerhalb der Verwaltung. Dies sei Grundlagenarbeit und deshalb sorgfältig durchzuführen. Zur 6. Tagung der Synode im Jahre 2010 wird es einen qualifizierten Evaluationsbericht der bisherigen Maßnahmen geben.

Auf Antrag der Synodalpräsidentin Blütchen fasst die Synode folgenden Beschluss zur Reform:

 

Die Synode weiß um die großen Belastungen, die die Verwaltungsstrukturreform für alle Mitarbeitenden in unserer ganzen Oldenburgischen Kirche mit sich bringt.

Wir danken allen für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, den begonnenen Reformprozess weiter zu unterstützen.

 

Wir leben mitten im Umbruch, für den alle Beteiligten mehr Zeit, mehr gegenseitiges Verstehen, mehr Geduld und Fehlerfreundlichkeit brauchen. Zudem gab es über längere Zeit deutlich einen Mangel an klaren Absprachen, Vertretungsregelungen und an aktuellen technischen Hilfsmitteln.

 

Uns ist bewusst, dass die Veränderungen von vielen Mitarbeitenden hohe Flexibilität und Geduld verlangen.

 

Um das Ziel einer modernen, leistungsorientierten und den Menschen zugewandten Kirche zu erreichen, bedarf es im Umsetzungszeitraum bis Ende 2012 noch erheblicher Anstrengungen.

Diese Aufgabe stellt uns – Mitarbeitende, Synode und Oberkirchenrat – vor weitere große Herausforderungen, denen wir uns gemeinsam stellen.

 

Bericht des Vorsitzenden des GKA

Bischof Janssen als Vorsitzender des Gemeinsamen Kirchenausschusses

Bischof Janssen eröffnete seinen Bericht mit erstaunlichen Zahlen: 150 Besuche bei Mitarbeitenden, 150 Besuche außerhalb, 50 Gottesdienste. Für all diese Begegnungen stand an erster Stelle der Dank für die freundliche Aufnahme und den engagierten Einsatz aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden. Überall stehen die Türen auf freundliche Weise offen, so Janssen.

Im GKA, dessen Vorsitzender der Bischof ist, standen die Themen Finanzen, interne wie externe Kommunikation sowie die Verwaltungsstrukturreform auf der Tagesordnung. Mutmachende Perspektiven seien aber zu erkennen, so der Bischof weiter.

Auch auf der Ebene der EKD sei Oldenburg gut aufgestellt, für die Konföderation seien die Gespräche ausbaufähig.

Verpflichtung neuer Synodaler

Wiebke Perzul, Pfarrerin aus Elisabethfehn (KK Ammerland)
Dr. Oliver Dürr, Pfarrer aus Molbergen (KK Oldenburger Münsterland)

Zu Beginn der Tagung wurden einige Synodale nachverpflichtet. Für den Kirchenkreis Ammerland zieht Pastorin Wibke Perzul neu in die Landessynode ein, für den Kirchenkreis Oldenburger Münsterland Dr. Oliver Dürr.

Durch den Stellenwechsel von Dr. Uta Andrée zur EKD und den Wechsel der Pfarrstelle von Dr. Tim Unger nach Wiefelstede mussten zwei ordinierte Synodale nachgewählt werden. Als Ersatzsynodale wurden Hildegard Noack, Andreas Kahnt und Helmut Blauth verpflichtet.

Eröffnung der Tagung

Rev. Francis Amenu und Hannes Menke, Norddeutsche Mission

Direkt nach Eröffnung der Synode erhielten die Gäste aus Afrika die Gelegenheit, der Synode ein Grußwort zuzusprechen.

Rev. Francis Amenu, Evangelical Presbyterian Church, Ghana, erinnerte an die guten Beziehungen zu den Kirchen der Norddeutschen Mission, zu denen auch die Ev.-Luth. Kirche gehört.

Rev. Amenu brachte seinen Dank zum Ausdruck, dass die Partnerschaft für die Bereiche Bildung, Erziehung, Landwirtschaft und Gesundheit so viel Segen für sein Land bringe.

Gottesdienst zu Beginn

Festen Boden unter den Füßen und den Kopf zum Himmel ausgerichtet
Festen Boden unter den Füßen und den Kopf zum Himmel ausgerichtet, diese Karte bekamen die Synodalen. Von unten nach oben zu lesen!

Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der St. Ulrichs-Kirche in Rastede begann die Zusammenkunft der Landessynodalen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

Die Predigt hielt Pfr. Kai Wessels aus Wilhelmshaven, zugleich Mitglied des Präsidiums der Synode. Aus dem zugrundeliegenden Bibeltext (1. Mose 2/3) ist auch die Losung des Kirchentags entnommen und  hier wurde ebenfalls gefragt: "Wo bist du?"

Wer so fragt, spürt, da stimmt was nicht, führte Wessels aus. Der Mensch bringe Gott zum Fragen und zum Suchen und mache ihm Sorgen, so der Pfarrer weiter. Und auch unsere Kirche müsse sich fragen lassen: "Kirche, wo bist du?" Nicht nur Gott frage, sondern auch viele Menschen. Dies gilt für die jetzigen Zeiten des Umbruchs ganz besonders. Und Kirche könne mit ihren Menschen, mit ihren Ritualen, mit ihren Räumen und mit ihrem Dienst in der Diakonie vielfältige antworten geben.

Zur Veranschaulichung zitierte Wessels eine Strophe aus einem neuen Lied der Band Silbermond, dort heißt es:

Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas das bleibt.

Sag mir, dass dieser Ort hier sicher ist

Und dass das Wort, dass du mir heute gibst,

morgen noch genauso gilt.

Hol mich aus dieser schnellen Zeit. Nimm mir ein bisschen Geschwindigkeit.

 

Die Predigt im PDF-Format herunterladen

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