4. Tagung der 47. Synode

Unterstützung für die Diakonie-Sozialstationen

Die Synode hat beschlossen, die in wirtschaftliche Not geratenen Diakonie-Sozialstationen zu unterstützen. Sie befürwortet "eine wirtschaftliche Unterstützung der Diakonie-Sozialstationen unter der Voraussetzung, dass bis zum 31. März 2010 ein schlüssiger Finanzierungsplan mit eigenständiger Zukunftsperspektive für die Diakonie-Sozialstationen vorgelegt wird. Sofern kein schlüssiger Finanzierungsplan mit Zukunftsperspektive vorgelegt wird, werden keine Mittel in den Haushaltsplan 2011 eingestellt."
 
Zugleich beschloss die Synode eine Resolution in der sie "mit Nachdruck von den Kostenträgern und den politisch Verantwortlichen in Niedersachsen fordert, für eine angemessene Pflegevergütung zu sorgen, um so angemessene Rahmenbedingungen für die leistungsgerechte Bezahlung der Mitarbeitenden in der Pflege zu schaffen."

 

Die Resolution zum Download

Leitlinien zur Bewahrung der Schöpfung

Die Synode der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg stellt den Kirchengemeinden, Werken und Einrichtungen das Impulspapier der Arbeitsgruppe Umweltinitiative zur Verfügung, um damit in der Oldenburgischen Kirche eine breite Diskussion zum Umweltschutz anzuregen.

Rückmeldungen zu den Leitlinien sollen bis zum 1. März an die Arbeitsgruppe Umweltinitiative gegeben werden, damit daraus ein Maßnahmenkatalog für die konkrete Umsetzung der Umweltinitiative für die Kirchengemeinden, Werke und Einrichtungen formulieren zu können.

 

Die Leitlinien

Synode verabschiedet Haushalt mit 79,54 Millionen Euro

Einen um knapp 1,2 Millionen höheren Haushalt hat Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs am Freitagabend, in die Beratungen der Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg eingebracht. Damit beläuft sich der vorgesehene Etat auf insgesamt 79,54 Millionen Euro.  Neben der Steigung der Personalkosten von über 1 Millionen Euro werde erstmals im Haushalt für die Einführung des neuen Kirchennetzes 2,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird eine Vernetzung der kirchlichen Computersysteme umgesetzt, wie es das Kirchenparlament bereits beschlossen hatte.

Um den Haushalt auszugleichen, müsse sechs Millionen Euro aus der Rücklage der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg entnommen werden, legte Friedrichs dar. Dieses sei möglich, da die Rücklage in 2008 um 3,8 Millionen Euro auf derzeit 128,8 Millionen Euro gestiegen sei.

Eine Ursache für die gestiegenen Rücklagen seien unter anderem auch die in 2008 gestiegenen Kirchensteuereinnahmen. Statt der geschätzten 42,6 Millionen Euro hatte die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg Kirchensteuern in Höhe von 52,8 Millionen Euro eingenommen. Dieses Jahr bezeichnete Friedrichs als außergewöhnlich positives Jahr, das sich in absehbarer Zeit nicht wiederholen werde. Mit der niedrigeren Summe an Kirchensteuereinnahmen kalkuliere man bereits im vierten Jahr in Folge. Sie werde sich für 2010 als „realistisch“ erwiesen, so dass er für das kommende Jahr damit eine „relative Punktlandung“ erwarte.

 

Nach Aussprache wurde der Haushalt in erster und am Sonnabend in zweiter Lesung angenommen.

 

Entscheidung über "Evangelisch in Oldenburg" verschoben

Die Entscheidung über die Einführung einer eigenen Zeitung "Evangelisch in Oldenburg" für die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ist bis zur Besetzung der Stabsstelle verschoben werden. Damit soll dem neuen Stelleninhaber oder der neuen Stelleninhaberin der Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Gelegenheit gegeben werden, eigene Vorstellungen zur Konzeption und Gestaltung eines kirchlichen Printproduktes einzubringen. Für die Übergangszeit soll für ein halbes Jahr die Evangelische Zeitung (EZ) mit einer eigenen Oldenburger-Ausgabe weiter erscheinen.

Dieser Beschluss sei "keine Verhinderung eines Printproduktes, sondern die Einbindung der Kompetenzen auf der neuen Stelle", sagte der Synodale Joost Seeber zur Begründung dieses Antrages. Die neue Stabstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist zur Zeit ausgeschrieben. Nach der bisherigen Konzeption soll der der neue Stelleninhaber oder die neue Stelleninhaberin zu 25 Prozent des Stellenanteils einem Oldenburgischen Printprodukt zu arbeiten.

Planung im engen finanziellen Rahmen fortsetzen

Zur Planung des Evangelischen Bildungszentrums Rastede hat die Synode nach einer nicht öffentlichen Beratung beschlossen, den Gemeinsamen Kirchenausschuss (GKA) zu beauftagen,  
1. mit Architekturbüros zu verhandeln, wie innerhalb des bislang beschlossenen finanziellen Rahmens von 2,65 Millonen Euro der Ausbau des Evangelischen Bildungszentrums Rastede zu realisieren ist. Gegebenenfalls auch unter Reduktion der Ausstattung und der Kapazität.
2. alternative Neubauverfahren (Investorenmodell, schlüsselfertige Erstellung zum Festpreis) zu prüfen und
3. das Nutzungskonzept des Ev. Bildungszentrums einschließlich der vorgesehenen Trägerschaft sowie der vertraglichen Reglungen der verschiedenen Nutzer zu konkretisieren.

Oberkirchenrat mit Verhandlungen beauftragt

Nach intensiven nicht-öffentlichen Beratungen hat die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg beschlossen, "den Oberkirchenrat zu beauftragen, mit allen konföderierten Kirchen Gespräche darüber zu führen, wie mögliche Optionen einer Zusammenarbeit in oder nach der Konföderation Gestalt finden könnte." 

 

Zuvor wurde das Kirchenparlament ausführlich über das Thema Konföeration informiert (siehe Bericht vom Donnerstag).

Schon jetzt in die Sicherung der pastoralen Versorgung einsteigen

In ihrem Zwischenbericht machte die Arbeitsgruppe „Regionalisierungsziele“ deutlich auf die sinkenden Mitgliederzahlen aufgrund des demographischen Wandels, die dramatisch sinkende Zahl aktiver Pastorinnen und Pastoren und auf die immer geringer werdenden Finanzmittel aufmerkam. Sie sieht in einer forcierten Zusammenlegung von Gemeinden keine zukunftssichernde Maßnahme. Vielmehr hält sie die Erhaltung der Gemeinden für wichtig, um auch ein deutliches Zeichen zu setzen, dass „die Kirche im Dorf“ bleibt.

Dennoch werde künftig wird nicht mehr das volle Angebot kirchlicher Leistungen in allen Gemeinden vorgehalten und angeboten werden können. Mit übergemeindlicher Kooperation solle eine Schwerpunktsetzung erfolgen, die dennoch eine große Vielfalt eröffnet. Ziel ist es, die Entscheidungskompetenz vor Ort zu lassen. Das bedeutet aber auch, dass örtliche Gemeindekirchenräte aktiv und konstruktiv an Vernetzungen mit Nachbargemeinden mitarbeiten wollen. „Mauern“ wird da nur ins Abseits führen.

Nach Ansicht der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung der Pfarrerschaft in der Oldenburger Kirche zutiefst besorgniserregend. Zwei Faktoren bestimmen die künftige Entwicklung: Es gibt über Jahre hinaus keinen ausreichenden Nachwuchs,und die Emeritierungen in den nächsten 20 Jahren erreichen in mehreren Wellen verheerende Auswirkungen auf die Anzahl der aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer. In zwanzig Jahren sei die jetzige Pfarrerschaft auf 1/3 geschrumpft. Nachwuchs ist nicht in Sicht. Die Arbeitsgruppe verspricht sich besonders über eine Regionalisierung von Pfarrerinnen und Pfarrer einen wichtigen Einstieg in die Sicherung der pastoralen Versorgung. Angesichts der beschriebenen Situation sei es unbedingt erforderlich, dass bereits jetzt neuen Strukturen geschaffen werden müssen. Dazu gehört auch eine übergemeindliche Vernetzung von Aufgabenfeldern.

Die Arbeitsgruppe erhielt nach diesem Bericht den Auftrag, bis zur Frühjahrssynode 2010 ein Postitionspapier zu erarbeiten.

Den theologischen Nachwuchs fördern

Die Synode hat in erster Lesung das Kirchengesetz zur Förderung des theologischen Nachwuchses beschlossen. Damit werden die Einstiegsbedingungen für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer in die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg erleichtert und den anderer Kirchen angeglichen, sagte die für Personalfragen zuständige Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk.

Nach der neuen Regelung können sich junge Pastorinnen und Pastoren, die sich in ihrer dreijährigen Probezeit bewährt haben, künftig direkt auf ausgeschrieben Pfarrstellen bewerben. Damit könnten sie fast zehn Jahre früher als bisher den Status eines Pfarrers auf Lebenszeit zu erlangen, so Lenk.
Derzeit werden lediglich zwei Studienabgänger pro Jahr in den Dienst der oldenburgischen Kirche übernommen. Bis sie nach dem bislang geltenden Recht ihre volle Bewerbungsfähigkeit als Pfarrer auf Lebenszeit erreichen, werden sie etwa 40 Jahre alt sein, rechnete Lenk vor. Gleichzeitig träten aber erheblich mehr Pastorinnen und Pastoren in den Ruhestand, als geplant. Auch die Zahl der Theologiestudierenden nehme bedenklich ab. Schon heute meldeten sich bundesweit nur 300 Studierende zum Ersten Theologischen Examen an. Der Bedarf in den 22 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland betrage jedoch schon jetzt 350 Abgänger.

In einer vorgestellten Personalplanung betonte Lenk, dass sich die Oldenburgische Kirche um ihren theologischen Nachwuchs sorgen müsse. Langfristig droht der Kirche ein Pastorenmangel. Die vor einigen Jahren beschlossene Reduzierung der Pfarrstellen von jetzt 222 auf 166,5 müsse dringend infrage gestellt werden. Sie warnt davor: "Die unter einem Spardruck umzusetzende Veränderungen können nicht dazu führen, dass alle unerfüllten Erwartungen auf die Pfarrerinnen,den Pfarrer übertragen werden." Bei der Pfarrstellenentwicklung bleibe die Gemeinde das Wesentliche. Deshalb sei in der Ev.-Luth.Kirche in Oldenburg das einzige Berufsbild: das Gemeindepfarramt und das Auslandspfarramt.

Gleichstellung in Oldenburger Kirche hat künftig Gesetzesrang

(epd) Die Gleichstellung von Männern und Frauen in der oldenburgischen Kirche hat künftig Gesetzesrang. Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg beschloss in erster Lesung ihr erstes Kirchengesetzt zur Gleichstellung im ammerländischen Rastede. Bislang galt eine Richtlinie aus dem Jahr 1997.

Mit dem Gesetz solle die Gleichstellung besonders hervorgehoben werden, betonte der Oldenburger Chefjurist, Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs. Neu im Gesetz ist eine jährliche Berichtspflicht der Gleichstellungsbeauftragten. Das Amt hat seit Sommer 2008 die Diplom-Biologin Gabriele Rüsch-Tillmanns inne. Außerdem erhält die Beauftragte den Kündigungsschutz eines Betriebsrates.  

Neues Ehrenamtsgesetz

Die Synode beschloss in erster Lesung das Kirchengesetz über den Dienst, die Begleitung und die Fortbldung von Ehrenamtlichen in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Damit haben die Ehrenamtlichen zukünftig das Recht, auf Kosten der Kirche an Fortbildungen teilzunehmen, und sie genießen Versicherungsschutz. Die Ehrenamtlichen damit haben Anspruch auf Einarbeitung, Beratung und Unterstützung sowie auf geistliche Begleitung. Auch soll es mindestens einmal im Jahr ein Treffen von haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kirchengemeinde geben.

Ausführlich diskutierte die Synode über einen erweiterten Antrag, ob die Kirche bei einer Kostenerstattung für ehrenamtlicher Tätigkeiten auch die Kosten für Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen nach vorheriger Absprache übernehmen sollen. Eine generelle Festschreibung konnte sich nicht durchsetzen, da es sich um eine "Rahmengesetz" handelt, so der Synodale Franz Duin. Den Kirchengemeinden bleibe aber genug Gestaltungsspielraum, um individuelle Lösungen zu finden. 

Oldenburgische Kirchengesetze künftig geschlechterneutral

Oldenburgische Kirchengesetze müssen künftig geschlechterneutral in männlicher und weiblicher Form formuliert werden. Das beschloss die Synode am Donnerstagabend. Die Sprache beeinflusse die Richtung des Denkens, sagte die Antragstellerin, Pastorin Ulrike Fendler aus Oldenburg. Die Anpassung sei seit Jahren überfällig.

Antragsgegner verwiesen auf die schlechtere Lesbarkeit der Gesetze. Ausgenommen von der neuen Regelung ist zunächst das Pfarrergesetz, weil es ohnehin in Kürze neu überarbeitet wird.

In ihrer ersten Lesung wurden die Kirchengesetze über kirchliche Stiftungen, zur Neustrukturierung des Rechnungsprüfungswesens beschlossen.

Auch das Kirchengesetz über die Bildung der "Vier Kirchen Ovelgönne" wurde in der ersten Beratung angenommen. Damit werden die Ev.-luth. Kirchengemeinden Großenmeer, Oldenbrok, Ovelgönne und Strückhausen zu einer Kirchengemeinde zusammengelegt. Nach dem Zusammenschluss der Braker Kirchengemeinden ist dieses nun mehr die zweite Fusion von Kirchengemeinden in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

Für einen vertrauensvollen Grundton und eine positive Zielsetzung

"Das Gespräch über eine neue und intensive Kooperation mit benachbarten Gliedkirchen muss in einem vertrauensvollen Grundton und mit einer positiven Zielsetzung geführt werden", sagte Bischof Jan Janssen bei der Einführung in den Tagesordnungspunkt über die Zukunft der Konföderation der Evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Angesichts von Nachrichten, dass die Landeskirche Hannovers die Zusammenarbeit in der Konföderation als solche in Frage stelle, mahnte der Oldenburger Bischof mit dem Bild des Wettlaufs von Hase und Igel: "Hilfreich sind diesmal weder Hase noch Igel! Die einen, größeren Tiere preschen erst vor und wundern sich dann, dass sie so abgehetzt sind. Die anderen, kleineren Tiere meinen sehr selbstgenügsam schon am Ziel zu sein, ohne sich einmal bewegt zu haben. Oder biblisch mit dem Schatz in den irdenen Gefäßen gesprochen: Der Schatz unserer Kirchen liegt in den irdenen Gefäßen. Da darf es keine Scherben durch hastiges Zugreifen geben, sondern wir müssen damit behutsam unsere Zukunft gestalten."

 

Zur Vorbereitung dieses Themas hatte der Gemeinsame Kirchenausschuss (GKA) zwei Arbeitsgruppen berufen, die für die weitere Diskussion Vorlagen erarbeitet hatte.

Für die Arbeitsgruppe "Theologie und Bekenntnis" stellte Bischof Janssen ein theologisches Grundsatzpapier vor, dass sich in vier Kapitel: Auftrag, Fundament, Einheit und Vielfalt, Gemeinde und Amt gliedert.

 

"In den Debatten vermisse ich in allen anderen vier Gliedkirchen der Konföderation derartige Überlegungen", so Janssen. "Wir sind bislang die einzigen, die sich zu Bekenntnis und theologischer Ortsbestimmung äußern." Diese Oldenburger Ortsbestimmung, sei kein historisch hergeleitetes oder territoriales Papier, sondern drücke Bewegung aus. "Vielleicht wird aus diesem Ton einmal ein neues Gefäß in Niedersachsen."

 

Die Oldenburger Ortsbestimmung

 

Für die Arbeitsgruppe "Recht und Finanzen" erläuterte Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs die rechtlichen Zusammenhänge der Konföderation. Das Kirchenbündnis sei 1971 gegründet worden, um gegenüber dem Land Niedersachsen mit einer Stimme sprechen zu können, so wie es in dem Loccumer Vertrag gefordert war. Neben dem Schulbereich gebe es seitdem eine Fülle von Arbeitsbereichen in denen die niedersächsischen Kirchen gut zusammenarbeiten.

 

Der gemeinsame Haushalt der Konföderation betrage zur Zeit 4,7 Millionen Euro, von denen die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg etwas mehr als zehn Prozent trage. Falls die Landeskirche Hannovers die Zusammenarbeit in der bisherigen Form aufkündigen sollte, so könne sie die Konföderation erst am Ende der Sitzungsperiode der Konföderationssynode - also Ende 2014 - verlassen. Damit würde allerdings 70  Prozent der Finanzmasse ausscheiden. Welche Verabredungen dann einzuhalten sind, sei zur Zeit offen. Besonders das Kirchensteuerausgleichverfahren (Clearing) zwischen den Kirchen und mit den Finanzämtern sei eine noch nicht zu berechnende finanzielle Unwägbarkeit, an der aber viele weitere Planung in den jeweiligen Kirchen hängen, erläuterte Friedrichs.

 

Mit diesen Informationen berieten am Abend des ersten Verhandlungstages die 60 Oldenburgischen Kirchenparlamentarier unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Vorlagen.

Beratung über Hilfen für Diakonie-Sozialstationen

Mitarbeitende der Diakonie-Sozialstationen empfangen die Synodalen mit Flugblättern.

Um die in wirtschaftliche Not geratenen Diakonie-Sozialstationen vor dem finanziellen Aus zu bewahren, liegt der Synode ein Antrag vor, die Defizite für dieses und für das kommenden Jahr zu übernehmen, wenn bis zum 31. März kommenden Jahres ein schlüssiger Finanzierungsplan mit Zukunftsperspektive für die Dakonie-Sozialstationen vorgelegt wird. Ab 2011 sollen keine Mittel in den Haushaltsplan eingestellt werden. Eine Beschlussfassung darüber wird an den beiden kommenden Verhandlungstagen getroffen.

"Es ist nur eine kurzfristige Maßnahme", betont Oberkirchenrat Olaf Grobleben in seinem Bericht über die finanzielle Lage der diakonischen Einrichungen im Bereich der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Es gebe in der ambulanten und stationären Altenhilfe dringenden politischen Handlungsbedarf, so Grobleben weiter. "Notlagenregelungen können nur kurzfristig Ungleichgewichte und wirtschaftliche Schwierigkeiten ausgleichen, das Grundproblem des ständige steigenden Pflegebedarfs und der unzureichenden Anerkenung der Leistungen lösen sie nicht."

Durch eine Notlagenregelung verzichten rund 250 Mitarbeitenden in drei Diakonie-Sozialstationen auf bis zu 72 Prozent ihres Weihnachtsgeldes. In der Beratung fragte Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs die Synodalen, wo sie die Untergrenze der Entlohnung im kirchlichen Pflegebedarf sehen, angesichts der Dumpingpreise im Pflegemarkt und angesichts der Forderung nach gerechter Lohnung.


Vor Beginn der Synodentagung hatten Mitarbeitende der Diakonie-Sozialstationen in einer Flugblattaktion um die Unterstützung der Synodalen gebeten.


Neue Finanzplanung bis 2017

Die von der Synode vor fünf Jahren beschlossenen Sparziele von 12,76 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 werden im kommenden Jahr nicht einmal zur Hälfte erreicht, berichtete der Vorsitzende des Finanzausschusses Gerhard Eicker. Bislang konnten Einsparungen von 5,8 Millionen Euro erreicht werden.

Bei den Zuweisungen an die Kirchengemeinden und an die Diakonie konnten die Kürzungen durchgesetzt worden, so Eicker weiter. Die Kosten für die Verwaltungsstrukturreform und die Einführung eines Kirchennetzes seien hingegen um rund drei Millionen gestiegen. Auch für die Altersversorgung der Pfarrerinnen und Pfarrer sei deutlich mehr Geld nötig gewesen als geplant. Im Bereich Bildung und für die Kindertagesstätten werden sich keine weiteren größeren Einsparungen erzielen lassen. Darum empfiehlt die Arbeitsgruppe, für das Jahr 2017 neue Sparziele zu formulieren. Bereits der nächsten Frühjahrssynode sollte eine neue "mittelfristige Finanzplanung" zum Beschluss vorgelegt werden.

Das Ziel, Kredite und Entnahmen aus den Rücklagen zu vermeiden, sei dagegen deutlicher früher als geplant erreicht worden, sagte Eicker. Die Kirchensteuereinnahmen seien in den vergangenen Jahren deutlich höher ausgefallen als prognostiziert. Dadurch sei es sogar möglich gewesen, die Rücklagen aufzustocken. Für die kommenden Jahre rechne er jedoch mit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen.

Durch einen Antrag wurde die Arbeitsgruppe Controlling beauftragt, "bis zum 31.01.2010 ein Kozept zu erstellen, welche Einsparungen basierend auf den Zahlen des Jahres 2008 bis zum Jahr 2017 insgesamt zu erbringen sein sollten. Der Gemeinsame Kirchenausschuss soll diese Zahlen überprüfen und entscheiden, ob er diese Zahlen für realistisch hält. Sodann wird der Gemeinsame Kirchenausschuss zur 5. Tagung der 47. Synode aufgefordert, Vorschläge dazu vorzulegen, wo diese Summen einzusparen sind, sei es durch pauschale Kürzungen in Arbeitsbereichen und/oder die Aufgabe einzelner Arbeitsbereiche.“

Hauptvortrag: 50 Jahre Brot für die Welt

In stürmischer See    

Direkt nach Eröffnung der Synode zog Dr. Klaus Seitz, Abteilungsleiter für Projekte und Programme des Diakonischen Werkes der EKD, eine positive Bilanz der kirchlichen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe von "Brot für die Welt", die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Zugleich mahnte er, dass "das Weltschiff in stürmischer See steht". Soziale und ökologische Fragen müssen zukünftig vermehrt ökomenisch und global gelöst werden.

Schwerpunktthemen beschlossen

In seinem Bericht als Vorsitzender des Gemeinsamen Kirchenausschuss (GKA), hat Bischof Jan Janssen vorgeschlagen, zukünftig mit festen Jahresthemen zu arbeiten. Diese können jeweils die thematische Frühjahrstagung prägen. Dazu hat der GKA für die folgenden Jahre der Synode folgende Themenschwerpunkte vorgeschlagen, die das Gremium dann zugestimmte:
2010 Kinder (Gemeindepädagogik, Kindertagesstätten, Religionsunterricht)
2011 Gemeindeverständnis
2012 Kirchenmusik
2013 Ökumene und Mission
"Weitere Themen wie die wirtschaftliche Situation oder Fragen nach der Zukunft der Kirche in unserem Land werden als Querschnittsaufgaben begleiten", so Janssen.

Weiter warb der Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, für ein neues Missionsverständnis. "Es ist an der Zeit, Mission neu als Grundaufgabe unserer Kirche zu verstehen, die nicht auf besonder Personenkreise oder auf ein einzelnes Arbeitsfeld, gar auf ein Nebengleis zu beschränken ist. Die Vorarbeiten zur Frage der Konföderation aber auch des Bildungszentrums in Rastede deuten bereits ein neues, unangestrengtes Verständnis des Missionsauftrages an."

Bischof Jan Janssen dankte für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im GKA. Viele Themen dieses kirchenleitenden Gremiums seien in die Tagesordnung eingeflossen. "Rücksichtnahme, Verschwiegenheit und Kompromissfähigkeit sind hier wichtige Säulen. Das gilt selbst dann, wenn Angriffe gegen das Kollegium des OKR geführt werden - wir werden sie auch weiterhin nicht öffentlich austragen", betonte Janssen.


Verpflichtung neuer Synodaler

Zu Beginn der Tagung wurden einige Synodale nachverpflichtet. Für den Kirchenkreis Wesermarsch zieht Hildegard Noack aus Jade neu in die Landessynode ein, für den Kirchenkreis Oldenburger Münsterland Doris Fangmann aus Visbek. Sie ist Nachfolgerin für den verstorbenen Synodalen Jürgen Wiehe.

Gottesdienst zu Beginn

Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der St. Ulrichs-Kirche in Rastede begann die Zusammenkunft der Landessynodalen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

Die Predigt hielt Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk über das Prophetenwort Ezechiel 48, 30-35, das zur täglichen Bibellese der Herrnhuter Brüdergemeinde vorgeschlagen ist.

"Der Mensch braucht eine Grundordnung für sein Sein, sonst gerät er aus den Fugen" führte Lenk aus. "Und so ist uns das Glaubensbekenntnis zum Schöpfer der Welt gegeben durch die Thora in heiligen Ordnungen. Und begegnet Gott nicht den Menschen in seinen Ordnungen, dann gäbe es für ein Chaos viele Begründungen. Dann bräuchte eine Synode auch nicht über Ordnungen zu streiten. Also: lassen wir uns ... auf heilige Ordnungen ein, denn sie verkündigen die Gnade Gottes.

 

Die Predigt zum Nachlesen gibt es hier

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