7. Tagung der 46. Synode

Mit „Rasteder Programm“ Weichen gestellt

„Wir sind unendlich vorangekommen“, so würdigte Synodalpräsident Heinz Heinsen die Arbeitsergebnisse der Synodentagung am Freitagmittag in Rastede und dankte dem Vorsitzenden der Steuerungsgruppe, Pfarrer Dieter Qualmann, gleichzeitig für die bisher geleistete Arbeit. Bischof Krug sprach gar von einem „Rasteder Programm“, das von dieser Synode auf den Weg gebracht worden sei. Auch die Öffnung der Arbeitsgruppen für die Öffentlichkeit am Vortag bezeichnete er als einen Schritt in die richtige Richtung.

Die siebte Tagung der 46. Synode war bereits am Freitag Mittag beendet. Die 60 Synodalen hatten mehrheitlich vier von der Steuerungsgruppe erarbeitete Tendenzbeschlüsse verabschiedet, durch die die Weichen für notwendige strukturelle Anpassungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg auf allen Ebenen gestellt wurden. Bis 2010 sollen 12,5 Millionen Euro eingespart werden.


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Synode stellt Weichen für einschneidende Veränderungen

„Dies ist keine Reform der Kirche“, sagte Pfarrer Dieter Qualmann bei der 7. Tagung der 46. Synode am vergangenen Donnerstag in Rastede. „Wir wollen mit Blick auf die Mitgliederentwicklung und die Finanzen lediglich eine Strukturanpassung.“ Qualmann ist Vorsitzender der Steuerungsgruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die den 60 Synodalen vier Tendenzbeschlüsse zur Abstimmung vorgelegt hatte. Ausgangspunkt und erklärtes Ziel der Beschlussfassung sollte es weiterhin sein, bis 2010 in Einspar-volumen in Höhe von 12,5 Millionen Euro zu erreichen. Wie der Vorsitzende der Steuerungsgruppe in seiner Einbringungsrede erklärte, stehe dabei „grundsätzlich alles zur Disposition, „auch die Leitungsebene“. Er bat die Synodalen um grundlegende Weichenstellungen für eine intensivere Kooperation zwischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, eine Neukonzeption der kirchlichen Dienste und die Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben.

Nach eingehenden Beratungen in vier Arbeitsgruppen stimmte die Synode den vier Be-schlussvorschlägen im Grundsatz zu. Kleinere Änderungsvorschläge dienten lediglich der Ergänzung oder Präzisierung. Danach wurde die Steuerungsgruppe beauftragt, einen inhaltlichen Rahmen für die Neustrukturierung der Arbeit auf Gemeindeebene zu entwi-ckeln. Dabei soll unter anderem die pfarramtliche Tätigkeit dargestellt und die Aufgaben der Haupt- oder Ehrenamtlichen konkret definiert werden. Die Notwendigkeit von Fort- und Weiterbildung soll dabei ebenso berücksichtigt werden wie arbeitsteilige Organisa-tionsformen mehrerer Gemeinden. Dabei wird ins Auge gefasst, „kreative Potentiale“ bei der aufgabenorientierten Umgestaltung der Gemeindearbeit durch finanzielle Anreize zu fördern. Für die Kooperation innerhalb eines Kirchenkreises oder zwischen mehreren Kirchenkreisen soll die Steuerungsgruppe nach der Beschlussfassung der Synode für die in Frage kommenden Aufgabenbereiche „die rechtliche, personelle und finanzielle Struktur“ aufzeigen.

Gleichzeitig erbat die Synode von der Steuerungsgruppe eine Konzeption darüber, welche kirchlichen Dienste mittelfristig in der Oldenburgischen Kirche vorgehalten werden sollen und auf welcher Ebene diese anzusiedeln seien. In der Frage der Verwaltungsstrukturreform entschied sich die Synode mehrheitlich dafür, die Möglichkeit einer zweigliedrigen Verwaltung mit der Zentralisierung in einem Amt und sogenannten „Kirchenbüros“ vor Ort zu prüfen. „Das muss erst noch genau durchgerechnet werden“, stimmte Qualmann den Bedenken einiger Synodaler in der Aussprache zu. Oberkirchenrat Dieter Schrader wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Autonomie der Kirchengemeinden durch eine Zentralisierung nicht berührt wäre.

Die endgültige Entscheidung über eine neue Verwaltungsstrukur ist nach dem Hinweis von Dieter Qualmann jedoch nicht zu trennen von der noch ausstehenden Entscheidung über die künftige Leitungsstruktur. Endgültige Beschlüsse sind nach der Ankündigung des Vorsitzenden der Steuerungsgruppe in der Frühjahrssynode 2006 zu erwarten. Erste Veränderungen sollen bereits im Jahr 2007 greifen.


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Dieter Schrader geht in Ruhestand

Oberkirchenrat Dieter Schrader geht kurz nach der Vollendung seines 63. Lebensjahres Ende September 2006 in den Ruhestand. Dies gab Synodalpräsident Heinz Heinsen am Donnerstag bei der 7. Tagung der 46. Synode als Vorsitzender des Synodalausschusses in Rastede bekannt. Der Synodalausschuss hatte dem Antrag des Oberkirchenrats zugestimmt.

Schrader trat am 1. Oktober 1985 als juristischer Oberkirchenrat in den Dienst der Evan-gelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Zuvor war 13 Jahre lang im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Bonn tätig. Der gebürtige Breslauer, der in Edewecht und Nordenham aufwuchs, studierte in Kiel und Freiburg Rechtswissenschaften, absolvierte seine Referendarzeit in Baden-Baden und Karlsruhe und legte in Stuttgart sein Zweites Staatsexamen ab.


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Schwere seelische Belastungen nach Auslandseinsätzen

Immer häufiger kommen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit schweren seeli-schen Belastungen aus dem Ausland zurück. Dies sagte Militärdekan Hans Jost Schütte (Hannover) jetzt in seinem Grußwort vor der 46. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die am vergangenen Donnerstag in Rastede zu ihrer siebten Tagung zusammengekommen war. Die Pfarrstellen seien von neun auf zwei reduziert und in Delmenhorst und Jever angesiedelt worden. Dabei sei die Vor- und Nachbereitung von Auslandseinsätzen sei inzwischen zu einem Arbeitsschwerpunkt der Militärseeelsorge geworden, so der ehemalige oldenburgische Gemeindepfarrer. Im Rahmen des le-benskundlichen Unterrichts würden daher kompakte Blockseminare angeboten. Schütte ist seit dem 1. Januar diesen Jahres als leitender Militärdekan zuständig für den Bereich Niedersachsen-Bremen.

Eine weitere Herausforderung der Militärseelsorge sei der Taufunterricht für Erwachsene, führte Schütte vor den 60 Synodalen aus. In der Bundeswehr drängten verhältnismäßig viele junge Menschen aus den neuen Bundesländern in die Kirche. Die Austrittszahlen lägen unter den Werten der „zivilen Kirchengemeinden“. 50 bis 60 Prozent der jungen Offiziere stammen derzeit aus den neuen Bundesländern und verfügen daher über wenig Kenntnisse aus Christentum und Kirche. Im Bereich der Bundeswehr gibt es bundesweit durchschnittlich zwei Erwachsenentaufen im Monat.


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