Wahl eines theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates

Die Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg wählen heute ein neues theologisches Mitglied des Oberkirchenrates. Amtsinhaber Oberkirchenrat Olaf Grobleben hatte im Mai vergangenen Jahres angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen. Er wird Ende September dieses Jahres aus dem Dienst als Oberkirchenrat ausscheiden.

Der Wahlvorbereitungsausschuss der Synode hat die Wahl nach den Richtlinien zur Durchführung der Wahlen von Mitgliedern des Oberkirchenrates vorbereitet und hat zur Wahl eines theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates eine Kandidatin und zwei Kandidaten vorgeschlagen: Schuldekanin Birgit Sendler-Koschel aus Backnang, Superintendent Detlef Mucks-Büker aus Gladbeck und Oberkirchenrat Dr. Eberhard Martin Pausch aus Hannover. Die Kandidatin und die Kandidaten stellen sich der Synode in alfabetischer Reihen vor und halten einen Kurzvortrag zum Thema „Bildung und Diakonie – Wo sehen Sie Verbindungen zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern in unserer Kirche?“

 

Vorstellung von Superintendent Detlef Mucks-Büker

Pfarrer Detlef Mucks-Büker (52) ist seit 1999 Superintendent des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten, im Juni 2007 wurde er für die zweite Amtszeit bis 2012 wieder gewählt. Von 1989 bis 1999 war er Pfarrer in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Gladbeck-Mitte und von 1988 bis 1989 Pfarrer im Hilfsdienst in der Evangelischen Friedenskirchen-gemeinde Bergkamen. Im Anschluss an seinen Wehrdienst (1977 bis 01/1978) und sich anschließenden Zivildienst (1978) in der Evangelischen Kirchengemeinde Buer-Scholven, Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, studierte Mucks-Büker Evangelische Theologie in Münster (1978 bis 1981 sowie 1983 bis 1985), Tübingen (1981 bis 1982) und Berlin (1982 bis 1983). Sein Vikariat absolvierte er in der Evangelischen Kirchengemeinde Dortmund-Nette (1985 bis 1988). Im Dezember 1988 wurde er zum Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen ordiniert. Mucks-Büker hat eine Ausbildung als Spiel- und Theaterpädagoge (1994 bis 1996) sowie einen Masterstudiengang „Diakonie Management“ (2009 bis 2011) absolviert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

In seiner Präsentation zur Themenstellung „Bildung und Diakonie – Wo sehen Sie Verbindungen zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern in unserer Kirche?“ beschrieb Detlef Mucks-Büker Bildung und Diakonie als zwei Schwerpunkte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die sie als Kirche erkennbar und unverwechselbar machen würden. Sie sei grundlegend und unverzichtbar. Die Verbindung sei schon im biblischen Taufbefehl gelegt. Das „lehret sie“ fordere Bildungsaktivitäten. Der Zusammenhang zum Hingehen und Taufen sei unauflösbar und verpflichte, Menschen Bildung zukommen zu lassen. Zugleich sei die Taufe diakonisch, indem sich die Kirche mit der Taufe den Lebenslagen der Menschen zuwende. Er gehe von einem „diakonischen Bildungsverständnis“ aus, so Mucks-Büker, das Bildung als lebenslanges Lernen auch eine Förderung der Lebensführungskompetenz bedeute, die erhalten werden müsse. Niemand solle sich davon ausgeschlossen fühlen.

 

Vorstellung von Pfarrer Dr. Eberhard Martin Pausch

Pfarrer Dr. Eberhard Martin Pausch (50) ist seit 2000 Oberkirchenrat im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover und verantwortet die Bereiche Fragen öffentlicher Verantwortung, Frieden, Demokratie, kirchliche Zeitgeschichte, Elementar- und Erwachsenenbildung, Evangelisches Studienwerk sowie evangelische Freiwilligendienste. Von 1992 bis 1995 war er Pfarrvikar und von 1995 bis 2000 Pfarrer in der Ev. Kreuzgemeinde, Frankfurt am Main. Pausch studierte Ev. Theologie in Frankfurt/Main (1980 bis 1982) und Marburg (1982 bis 1986) und absolvierte in den Jahren 1987 bis 1989 ein Lehrvikariat in Steinbach/Taunus sowie ein Spezialvikariat am Lessinggymnasium in Frankfurt/Main. Im Februar 1992 wurde er zum Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ordiniert. Von 1989 bis 1992 war Pausch Promotionsstipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst, im Februar 1993 wurde er mit einer Dissertation im Fach Systematische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg/Lahn promoviert. Pausch ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Für Eberhard Martin Pausch sind „Bildung und Diakonie unverzichtbare Lebensäußerungen der Kirche“. Sie diene mit allen ihren Institutionen vom Gottesdienst bis zur Diakonie der Bildung. Damit gestalte die Kirche das Gemeinwesen mit. Die Würde des Menschen sei dabei das Zentrum, das sich an dem Bild Rudolf Bultmanns orientiere, dass Jesus als lehrend und heilend gedacht werde. Anhand von Beispielen des Abendmahls, der Integration von behinderten Kindern in Kindertagesstätten, der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention, der Zunahme von Demenzerkrankungen, dem Friedensdiakonat und den kirchlich-diakonischen Freiwilligendiensten illustrierte Oberkirchenrat Pausch seine Position.

 

Vorstellung von Pfarrerin Birgit Sendler-Koschel

Pfarrerin Birgit Sendler-Koschel (50) ist seit 2004 Schuldekanin für die Kirchenbezirke Backnang und Marbach. Sie trägt Verantwortung für die religiöse Bildung in Schulen und Kirchengemeinden. Dies umfasst die Aufsicht über den Religionsunterricht in zwei Kirchenbezirken mit 71 Schulen und 88.000 Gemeindegliedern; Personalverantwortung für kirchliche und staatliche Lehrkräfte; Organisation der religionspädagogischen Fortbildung, Aufsicht über und Entwicklung der ev. Kindertagesstätten sowie Visitation und Entwicklung der Bereiche Bildung und Jugendarbeit. Von 1992 bis 2002 war sie Gemeindepfarrerin in Hausen ob Verena in Stellenteilung mit ihrem Ehemann und von 2002 bis 2004 Geschäftsführende Gemeindepfarrerin an der Markuskirche in Backnang. Sendler-Koschel studierte Ev. Theologie und Sportwissenschaft für das Lehramt am Gymnasium sowie Ev. Theologie an den Universitäten Tübingen und Hamburg (1980 bis 1987) und wurde nach ihrem Vikariat (1990 bis 1992) in Denkendorf/Württemberg im August 1992 zur Pfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ordiniert. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

In ihrer Präsentation zum Thema „Bildung und Diakonie – Evangelische Religion in Wort und Tat zeigen“ skizzierte Pfarrerin Birgit Sendler-Koschel sechs Herausforderungen für mögliche Kooperationsfelder. Dazu gehöre der Anspruch der Einbeziehung, wie sie in integrativen evangelischen Kindertagesstätten geschehe, die kirchliche Milieuverengung mit der Herausforderung, eine milieusensible Jugendarbeit zu entwickeln, die Herausforderung durch eine mangelnde soziale Erfahrung und ein geringes Interesse an diakonischen und pädagogischen Berufen, die Verinselung, die eine Vernetzung von Familienbildung, Erwachsenenbildung und Kreisdiakonie erfordere, der demografische Wandel und der Traditionsabbruch.

 

Superintendent Detlef Mucks-Büker wird neues theologisches Mitglied des Oberkirchenrates

Superintendent Detlef Mucks-Büker

Superintendent Detlef Mucks-Büker aus Gladbeck wird neues theologisches Mitglied des Oberkirchenrates der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Er wurde am Samstagnachmittag, 14. Mai, von den Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg im ersten Wahlgang mit 37 von 55 abgegebenen Stimmen gewählt. Weitere Kandidaten waren Schuldekanin Birgit Sendler-Koschel aus Backnang und Oberkirchenrat Dr. Eberhard Martin Pausch aus Hannover.

Mucks-Büker wird Nachfolger von Oberkirchenrat Olaf Grobleben, der im Mai vergangenen Jahres angekündigt hatte, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Er wird Ende September dieses Jahres aus dem Dienst als Oberkirchenrat ausscheiden. Die Berufung von Pfarrer Detlef Mucks-Büker erfolgt in ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis auf Zeit (zehn Jahre).

 

Pfarrer Mucks-Büker erklärte, dass er die Wahl gern annehme, er freue sich auf die neue und interessante Aufgabe. Es sei sehr spannend wahrzunehmen, dass im kommenden Jahr ein Zukunftskongress geplant sei, an dem er gern mitwirken wolle.

 

In seiner Präsentation zur Themenstellung „Bildung und Diakonie – Wo sehen Sie Verbindungen zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern in unserer Kirche?“ hatte Detlef Mucks-Büker am Samstagvormittag Bildung und Diakonie als zwei Schwerpunkte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg benannt, die sie als Kirche erkennbar und unverwechselbar mache. Sie seien grundlegend und unverzichtbar. Die Verbindung sei schon im biblischen Taufbefehl gelegt. Das „lehret sie“ fordere Bildungsaktivitäten. Der Zusammenhang zum Hingehen und Taufen sei unauflösbar und verpflichte, Menschen Bildung zukommen zu lassen. Zugleich sei die Taufe diakonisch, indem sich die Kirche mit der Taufe den Lebenslagen der Menschen zuwende.

Er gehe von einem „diakonischen Bildungsverständnis“ aus, so Mucks-Büker in seiner Präsentation, das Bildung als lebenslanges Lernen auch eine Förderung der Lebensführungskompetenz bedeute, die erhalten werden müsse. Niemand solle sich davon ausgeschlossen fühlen.

Das theologische Mitglied des Oberkirchenrates wird für die Sachgebiete Beratungsstellen, Diakonie, Erwachsenenbildung, Familienbildungsstätten, Gemeindliche Dienste und Fortbildungen, Kindertagesstätten, Schulen, Kirche und Freizeit, Missionarische Dienste, Theologische Fragen und Bildung sowie Religions- und Konfirmandenunterricht verantwortlich sein.

Beschäftigte demonstrieren bei Oldenburger Synode für Tarifrecht in Diakonie

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen spricht sich gegen den Ausstieg aus dem sogenannten "Dritten Weg" aus.

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Rund 200 Beschäftigte der Diakonie haben am Sonnabend am Rande der Synode der oldenburgischen Kirche für Tarifverträge und den Ausstieg aus dem kirchlichen Arbeitsrecht demonstriert. Das in Rastede bei Oldenburg tagende Kirchenparlament solle erfahren, «dass die Arbeitnehmer mit dem kirchlichen Arbeitsrecht nicht mehr einverstanden sind», sagte Annette Klausing von der Gewerkschaft ver.di, die zu den Protesten aufgerufen hatte. In der niedersächsischen Diakonie sind rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Beim kirchlichen Arbeitsrecht, dem «Dritten Weg», handelt eine paritätisch besetzte Kommission aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern die Arbeitsbedingungen aus. Streiks und Aussperrungen sind dabei ausgeschlossen.

 

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen nahm eine Resolution der Mitarbeitervertreter entgegen und verteilte diese an die Synodalen. Sie warnte davor, den über Jahrzehnte erprobten «Dritten Weg» grundsätzlich infrage zu stellen. Für die Arbeitsvereinbarungen in der Diakonie sei die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zuständig, nicht die oldenburgische Synode: «Das Gespräch verweigern wir jedoch nicht. Wir nehmen die Sorgen der Mitarbeitenden sehr ernst.»

 

Der diakonische Mitarbeitervertreter Peter Oehne kritisierte, dass die Diakonie mittlerweile wie andere Wirtschaftsbetriebe aufgestellt sei. Darum sei ein einheitlicher Tarif für das gesamte Gesundheits- und Wohlfahrtswesen die logische Konsequenz.

 

Am Donnerstag hatten 200 Beschäftigte nach einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di auch vor dem Parlament der hannoverschen Landeskirche demonstriert. Die Entgelt-Verhandlungen für die Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen waren am 14. April ergebnislos abgebrochen worden. Weil das Mandat der Mitarbeitervertreter am 30. April ausgelaufen ist und keine neuen Vertreter gewählt wurden, sind derzeit keine weiteren Verhandlungen möglich. Die bisherigen Verträge bleiben weiter in Kraft.

 

Ein Beitrag des Evangelischen Pressedienstes (epd).

 

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