Pressespiegel 8. Tagung der 46. Synode

epd Nr.138/05 23. November 2005

Oldenburger Kirche kürzt erneut Gemeindezuweisungen

Oldenburg (epd). Die Oldenburger Kirche steht erneut vor finanziellen Einschnitten. Die Synode der Landeskirche habe am Donnerstag und Freitag über einen Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von 68,24 Millionen Euro zu befinden, sagte der für Finanzen zuständige Oberkirchenrat Dieter Schrader am Dienstag in Oldenburg vor Journalisten. Der Etat liege nur knapp unter dem des laufenden Jahres.


Zur Deckung des Haushalts müssten vier Millionen Euro aus den Rücklagen der Kirche entnommen werden, räumte Schrader ein. Die Kirchensteuereinnahmen gingen weiter zurück. Seit 2002 seien sie um rund 17 Prozent gesunken. Den Kirchengemeinden müsse darum die Zuweisung um 800.000 Euro, das sind fünf Prozent, gekürzt werden. Den Angestellten der Kirche solle ab 2007 das Weihnachtsgeld ganz gestrichen werden, wie schon jetzt bei den Pfarrern und Kirchenbeamten.

Weiter sollen die 60 Delegierten des Kirchenparlaments in Rastede über eine künftige Leitungsstruktur diskutieren, erläuterte der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Dieter Qualmann. Die Debatte solle "ergebnisoffen" geführt werden. Beschlossen werden soll erst im Herbst kommenden Jahres. Gleiches gelte für eine Reform der kirchlichen Verwaltung. Die Steuerungsgruppe wurde im Mai 2004 von der Synode beauftragt, Konzepte zu entwickeln, um die Ausgaben der Kirche bis 2010 um 12,5 Millionen Euro zu kürzen.

Mit rund 470.000 Mitgliedern in 123 Kirchengemeinden gehört die Oldenburger Landeskirche zu den kleineren der 23 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Kirche ist aufgegliedert in elf Kirchenkreise, die von der Nordseeinsel Wangerooge bis zu den Dammer Bergen reichen und so dem alten Herzogtum Oldenburg entsprechen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3726/22.11.05)
 

epd Nr.139/05 24. November 2005

Oldenburgs Synode erinnert an Schuldbekenntnis von 1945

Rastede/ Kr. Ammerland (epd). Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat am Donnerstag ihre Tagung in Rastede mit einer Erinnerung an die Oldenburger Schulderklärung vom Oktober 1945 begonnen. Synodenpräsident Heinz Heinsen verlas die Präambel der Erklärung, die vor 60 Jahren von der ersten Oldenburger Synode nach Kriegsende beschlossen wurde. Zu den Verfassern gehörte der Oberkirchenrat und spätere Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers (CDU). Die Oldenburger Kirche bekannte stellvertretend ihre Mitverantwortung für die Verbrechen des Nazi-Regimes.

Das Oldenburger Wort wurde am 26. Oktober 1945 proklamiert, nur wenige Tage nach der bekannten Stuttgarter Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 19. Oktober. Dabei gingen die Verfasser über die EKD-Erklärung hinaus, die die Morde an den Juden nicht erwähnte. "Wir haben es zugelassen, dass denen, die auch unsere Nächsten waren, politisch Missliebige und Juden, Gut und Brot genommen wurde, und haben wohl selbst daran teilgehabt", heißt es in dem Oldenburger Wort.

"Der ungeheuerliche Versuch, ein 'ewiges' Deutsches Reich zu schaffen und es im Kampf gegen Gott zu errichten, ist zusammengebrochen", heißt es weiter. Besonders wird die Verantwortung des einzelnen Christen betont: "Nicht Synoden und Behörden sind die Kirche, die Kirche sind wir alle."

Es endet mit dem Aufruf an die Kirchenmitglieder, "nicht mit Murren" sich der Nächsten anzunehmen, die nach Kriegsende zu zigtausenden als Flüchtlinge ins Oldenburger Land kamen. Der gerade gewählte Bischof Wilhelm Stählin (1883–1975) ordnete an, die Schulderklärung im Gottesdienst am Buß- und Bettag oder am Totensonntag zu verlesen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3762/24.11.05)



epd Nr. 140/05 28. November 2005

Bischof Krug: Sparen muss kreative Tugend werden

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Der Oldenburger Bischof Peter Krug hat gefordert, aus dem Sparen in der Kirche eine "kreative Tugend" zu machen. "Nur so kann die Kirche mit weniger Geld in ihrer Vielfalt erhalten werden", sagte er am Freitag in Rastede zum Ende der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

Zuvor hatte das Kirchenparlament einen 68,24 Millionen Euro Hauhalt für das kommende Jahr verabschiedet. Um den Etat ausgleichen zu können, muss die Kirche drei Millionen Euro aus ihren Rücklagen nehmen. Dennoch beginne das Sparprogramm von 12,5 Millionen Euro bis 2010 bereits zu wirken, erläuterte der für die Finanzen zuständige Oberkirchenrat Dieter Schrader.

Die Streichung des Weihnachtsgeldes bei den Pfarrern und Kirchenbeamten und schrittweisen auch bei den Angestellten entlaste den Haushalt, so Schrader. Die 123 Kirchengemeinden müssten im kommenden Jahr auf weitere fünf Prozent der Zuweisungen, das sind 800.000 Euro, verzichten. Auch bei den Kindertagesstätten müsse die Landeskirche künftig den Rotstift ansetzten. Derzeit sei die Kirche in Verhandlungen mit den Kommunen und Städten, berichtete Schrader.

Nach einer emotionalen Debatte beschlossen die 60 Synodalen, der Oldenburger Kirche eine neue Leitungsstruktur zu geben. Eine Arbeitsgruppe soll bis zur Herbsttagung 2006 ein Konzept für eine "gemeinsame Kirchenleitung" aus Oberkirchenrat und Synodalausschuss entwerfen. Der juristische Oberkirchenrat Dieter Schrader plädierte gegen eine Neuordnung. Kirchenleitung und Kirchenverwaltung dürften nicht weiter vermengt werden.

Synodenpräsident Heinz Heinsen forderte eine neue Kirchenleitung. Er warf Teilen des Oberkirchenrates vor, dem Synodalausschuss wichtige Informationen vorzuenthalten. Die Zeit für einen Wechsel sei reif.

Zu Beginn der Synode hatte Heinsen an die Oldenburger Schulderklärung vom Oktober 1945 zur Mitverantwortung der Kirche an den NS-Verbrechen erinnert. Das Oldenburger Wort ging über die bekanntere Stuttgarter Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland hinaus und erwähnte auch die Verbrechen an den Juden. (epd Niedersachsen-Bremen/b3793/25.11.05)


epd Nr. 140/05 28. November 2005

Oldenburger Synode beschließt Haushalt 2006

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Die oldenburgische Kirche will im kommenden Jahr 68,24 Millionen Euro für ihre Aufgaben ausgeben. Der Etat liege rund eine halbe Million Euro unter dem des laufenden Jahres, sagte der für die Finanzen zuständige Oberkirchenrat Dieter Schrader am Freitag auf der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg in Rastede.

Trotz des bereits wirkenden Sparprogramms von 12,5 Millionen Euro bis 2010 müssten drei Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden, erläuterte Schrader. Die Streichung des Weihnachtsgeldes bei den Pfarrern und Kirchenbeamten spare rund 500.000 Euro ein. Weitere 375.000 Euro erwarte er durch die schrittweise Absenkung des Weihnachtsgeldes für die Angestellten. Sie erhielten in diesem Jahr noch 30 Prozent und im kommenden Jahr noch 20 Prozent des ursprünglichen Betrages. Ab 2007 solle das Weihnachtsgeld auch bei den Angestellten ganz gestrichen werden.

Die 123 Kirchengemeinden müssen im kommenden Jahr auf weitere fünf Prozent der Zuweisungen, das sind 800.000 Euro, verzichten. Auch bei den Kindertagesstätten müsse die Landeskirche künftig den Rotstift ansetzten. Derzeit sei die Kirche in Verhandlungen mit den Kommunen und Städten, berichtete Schrader.

Rückgängig seien auch die Rücklagen der Landeskirche. Sie seien von 110 Millionen Euro in 2004 auf derzeit etwa 106,8 Millionen gesunken. Eine finanzielle Prognose für die kommenden Jahre sei schwierig, so Schrader. Noch seien die Entwicklung des Steuerrechts und deren Auswirkungen auf die Kirchensteuer nicht abzuschätzen. (epd/b3785/25.11.05)
 

epd Nr. 140/05 28. November 2005

Oldenburger Synode will neue Kirchenleitung

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Die Synode der oldenburgischen Kirche will die Leitung der Kirche neu strukturieren. Eine Arbeitsgruppe solle bis zur Herbsttagung 2006 ein Konzept für eine "gemeinsame Kirchenleitung" aus Oberkirchenrat und Synodalausschuss entwerfen, beschlossen die 60 Delegierten nach einer emotional geführten Debatte am Donnerstag in Rastede.

"Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit der beiden Gremien nicht zur allseitigen Zufriedenheit funktioniert", hatte die Synodale Sabine Blütchen (Oldenburg) den Antrag der Steuerungsgruppe begründet. In der neuen Kirchenleitung solle das ehrenamtliche Element gestärkt werden. Ihr sollten die Mitglieder des Oberkirchenrats, der Präsident der Synode, sowie aus der Synode zwei Theologen und zwei Laien angehören. Den Vorsitz solle der Bischof übernehmen.

Der juristische Oberkirchenrat Dieter Schrader, der im kommenden September in den vorzeitigen Ruhestand treten will, plädierte gegen eine Neuordnung. Kirchenleitung und Kirchenverwaltung dürften nicht weiter vermengt werden. Bevor eine so tiefgreifende Veränderung der Kirchenverfassung vorgenommen werden dürfe, müsse auch die Rolle des Bischofs in einer neuen Ordnung geklärt werde. In der Kirche müsse weiter der Grundsatz gelten: "Für die Kirche ist nur die Schrift maßgeblich und nicht ihre Struktur."

Erzürnt warb Synodenpräsident Heinz Heinsen für eine neue Kirchenleitung. Er warf dem Oberkirchenrat vor, wichtige Informationen dem Synodalausschuss vorzuenthalten. Die Zeit für einen Wechsel sei reif. "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. Was das bedeutet, überlasse ich Ihnen", sagte Heinsen zu den Synodalen.

Auch Bischof Peter Krug warb in der Debatte für eine zeitnahe Änderung der Kirchenleitung. Die Synodalen sollten bedenken, dass die Ämter im Oberkirchenrat neue besetzt werden müssten. Die Kirche brauche für ihre Zukunft ein starkes Team in ihrer Leitung. (epd Niedersachsen-Bremen/b3775/24.11.05)
 

epd Nr. 140/05 28. November 2005

Bischof Krug warnt vor Folgen des Wandels in der Kirche

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Der Oldenburger Bischof Peter Krug (62) hat vor den möglichen Folgen des notwendigen Strukturwandels in der Kirche gewarnt. Der Prozess dürfe nicht zu einer Abwendung von den Menschen führen. Eine Verengung auf immer kleinere Kreise von kirchlich gebundenen Menschen sei keine Lösung für die gegenwärtigen Herausforderungen der Kirche, sagte Krug am Donnerstag in Rastede in seinem Bericht vor der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

Krug sprach sich für eine Neuordnung der Kirchenleitung aus: Synode, Oberkirchenrat und Synodalrat sollten eine gemeinsame Kirchenleitung bilden. So könne die Verantwortung für die grundsätzlichen Aufgaben der Kirche besser wahrgenommen werden. Der Zeitpunkt für eine solche Entscheidung sei günstig. In den nächsten Jahren gehe fast der komplette Oberkirchenrat, einschließlich des Bischofs, in den Ruhestand.

Ausdrücklich begrüße er die Absicht, aufgrund des finanziellen Drucks die bislang elf Kirchenkreise zu sechs Kooperationsregionen zusammenzufügen. Das schaffe Planungssicherheit für viele Arbeitsgebiete der Kirche. Er rief dazu auf, weiter nach Wegen zu suchen, bei sinkenden Kosten die Kirche zu sichern.

Die Kirche müsse auf den gesellschaftlichen und demographischen Wandel reagieren, betonte Krug. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen an Kirche und Diakonie. "Eine Gesellschaft des langen Lebens braucht neue solidarische Arrangements", so der Bischof. In der Kirche müsse neu über Ehrenamtlichkeit und Nachbarschaftshilfe nachgedacht werden.

Seit 40 Jahren werde im Oldenburger Land das ökumenische Gespräch zwischen den Kirchenleitungen der evangelischen und der katholischen Kirche gepflegt. Krug unterstrich, dass es derzeit nur eine Ökumene der versöhnten Verschiedenheit geben könne. Eine Rückkehr der evangelischen Christenheit in die katholische Kirche komme ebenso wenig in Frage wie eine "Kuschelökumene", die alle strittigen Fragen ausklammere. (epd Niedersachsen-Bremen/b3770/24.11.05)
 

epd Nr. 140/05 28. November 2005

Oldenburger Synode beginnt Verwaltungsreform

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Das Kirchenparlament der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat den Weg zu einer grundlegenden Verwaltungsreform freigemacht. Eine Arbeitsgruppe soll bis zum Frühjahr Konzepte entwickeln, wie die derzeit 22 Rent- und Verwaltungsämter reduziert werden können. Zahlreiche Mitglieder der Mitarbeitervertretungen waren am Donnerstagabend zu diesem Tagespunkt nach Rastede gekommen. Sie befürchten Entlassungen. Wegen der rückläufigen Kirchensteuereinnahmen muss die oldenburgische Kirche ihre Ausgaben bis zum Jahr 2010 um 12,5 Millionen Euro kürzen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3779/25.11.05)

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