Beginn des dritten Verhandlungstages

Verpflichtung von Friederike Bohlen-Janßen als neue Synodale. Alle Fotos: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Nach der Andacht von der Synodalen Birgit Osterloh eröffnet Synodenpräsidentin Sabine Blütchen den dritten Verhandlungstag. Als Vertreterin von Helmut Wadehn wurde Friederike Bohlen-Janßen als neue Synodale für den Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven verpflichtet.

Synode folgt den Beschlussempfehlungen des Sonderausschusses Kirchenkreis

Die Synode hat dem „Konkreten Vorschlag zur Neufassung der Kirchenordnung in den Artikel 52 – 76“ zugestimmt, den der Sonderausschuss Kirchenkreis erarbeitet hatte (siehe Diskussion vom Vortag). Der konkrete Vorschlag wird zur Umsetzung dem Rechts- und Verfassungsausschuss - mitberatend dem Finanz- und Personalausschuss - zugewiesen. Ferner wird der Rechts- und Verfassungsausschuss gebeten, die erforderlichen weiteren kirchengesetzlichen Regelungen bis zur Herbsttagung der 47. Synode zu erarbeiten.

Die Synode stimmte ebenfalls zu, dass die offenen Fragen zum Kirchenkreis den unten benannten Ausschüssen bzw. der Arbeitsgruppe zur zügigen Erarbeitung von Stellungnahmen zugewiesen werden.


Der Rechts- und Verfassungsausschuss wurde gebeten, bis zum Herbst zu den Voten der Ausschüsse Entwürfe für kirchengesetzliche Regelungen zu erarbeiten.

Folgende Fragen sind von den Fachausschüssen der Synode zu bearbeiten:
- Ausschuss Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit: Pflichtausschüsse für die Kreissynode (Kreisjugenddienstausschuss, Diakonieausschuss)
- Ausschuss Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit: Frage der Freiwilligkeit anderer Ausschüsse
- Ausschuss Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit: Verlagerung von dienst- und arbeitsrechtlichen Befugnissen im Bereich der Jugendarbeit auf das Landesjugendpfarramt
- Ausschuss Jugend und Bildung, kirchliche Werke, Einrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie Ausschuss für theologische und liturgische Fragen, Mission und Ökumene: Überprüfung der Beteiligung von Kreispfarramt und Kreisjugendpfarramt
- Ausschuss Gemeindedienst und Seelsorge: Fragen der Anbindung der Kirchenmusik
- Arbeitsgruppe Verwaltungsstrukturreform: Weitere Klärung der Bindung zwischen Verwaltung und Kirchenkreisebene (hinsichtlich Ausführungsregelungen zum Kirchenverwaltungsgesetz)

Blockhaus Ahlhorn wird neu aufgestellt

Synodaler Pfarrer Jörg Schierholz

Der Synodale und Vorsitzende des Kuratorium für das Evangelische Jugendheim Blockhaus Ahlhorn, Pfarrer Jörg Schierholz, gab einen Zwischenbericht über die Situation der Evangelischen Begegnungsstätte.


"Das wirtschaftliche Ziel des Oberkirchenrates für das Jahr 2011 wurde nicht erreicht. Das Ziel der 'vorsichtigen Planung' für 2011 der beteiligten Bildungsstättenberatung, die dem Kuratorium vorgelegt hat, wurde leicht übertroffen." Ein inhaltliches Konzept für das Blockhaus sei "kurz davor", erstellt zu werden, so Schierholz. Dabei habe sich das Landesjugendpfarramt ausdrücklich zur Mitwirkung an einer inhaltlich-konzeptionellen Profilschärfung bekannt.

 

Es soll eine verstärkte Ausrichtung des Evangelischen Jugendheims auf Kinder und Jugendliche weiter verfolgt werden. Dabei müsse das Angebot von Seminar- und Tagungsräume verbessert werden. Dafür sollte die Bettenzahl von gegenwärtig 200 Betten gesenkten werden.

Neues Konzept für einen Zuweisungsschlüssel in Auftrag gegeben

Vorsitzender des Kirchensteuerbeirates Dr. Jobst Seeber

In seinem Bericht als Vorsitzender des Kirchensteuerbeirates hat Dr. Jobst Seeber gefordert, die Schlüsselzuweisung an die Gemeinden zu verändern. Modellrechnungen hätten ergeben, dass eine Zuweisung, die sich eng an dem Kriterium „Gemeindegliederzahl“ orientiert, den kleineren Gemeinden ein finanzielles Überleben nicht ermögliche. Dies würde dann zu den aus kirchenpolitischen Gründen von der Synode mehrheitlich abgelehnten „verordneten Fusionen“ führen müssen.

Andererseits könne dauerhaft aus finanziellen, personellen und demographischen Gründen an der derzeitigen Finanzierung der kleinen Gemeinden kaum festgehalten werden. Insbesondere der Überbesatz an Immobilien in den kleinen Gemeinden bezogen auf die Gemeindegliederzahl stelle ein wachsendes Finanzierungsproblem dar.

Daraus folge, dass neue Wege für übergemeindliche Kooperationen oder Fusionen entwickelt werden müssen, um den kleineren Gemeinden Perspektiven zu eröffnen, weiterhin „die Kirche im Dorf“ zu behalten. Die Synode bittet den Kirchensteuerbeirat, zur Herbstsynode 2012 ein umsetzungsorientiertes Konzept für einen zukünftigen Zuweisungsschlüssel zu entwickeln.

Nachwahlen zu den Ausschüssen

Marlies von Saß-Ihnken wurde zur Mitarbeit im Ausschuss für theologische und liturgische Fragen, Mission und Ökumene von der Synode berufen.

 

Die an die Synode gerichteten Eingaben wurden zur Weiterarbeit an die jeweiligen Ausschüsse überwiesen.

Die 10. Tagung der 47. Synode wird vom 15. bis 17. November 2012 in der Heimvolkshochschule in Rastede stattfinden.

Positives Fazit: Begeistert & bereichert

Pressekonferenz zum Abschluss der Synode (von li. n. re.): Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Pressesprecher Dirk-Michael Grötzsch, Bischof Jan Janssen und der Synodale Dr. Jobst Seeber.

Mit Begeisterung hätten die Synodalen der oldenburgischen Kirche auf die geleisteten Vorarbeiten zum Thema Klimaschutz reagiert, so das Fazit von Synodenpräsidentin Sabine Blütchen gegenüber Journalistinnen und Journalisten zum Abschluss der 9. Tagung der 47. Synode am Samstag in Rastede. Es sei eine inhaltsreiche Tagung gewesen. Auch das Schwerpunktthema der Frühjahrssynode am Donnerstagnachmittag – „Kirchenmusik“ – sei von den Synodalen als „große Bereicherung“ erlebt worden.

Im Blick auf die Einrichtung einer neuen Controlling-Arbeitsgruppe als Unterausschuss des Finanz- und Personalausschusses erklärte Blütchen, „die AG Controlling hat uns beauftragt, die Finanzen regelmäßig zu beobachten. Die neuen Stellen stehen in keinem Widerspruch zu dem Sparwillen der Synode. Sie sind notwenig, um die Aufträge unserer Kirche zu erfüllen. Das gilt für den Klimaschutz, für die Kirchenmusik und ebenso für die wenigen, zeitlich befristeten Verwaltungsstellen.“

Für den Synodalen Dr. Jobst Seeber, der die Federführung einer synodalen Arbeitgruppe bei der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes hatte, liegt die oldenburgische Kirche im Vergleich zu den anderen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im vorderen Drittel und ist mit dem Beschluss zum Integrierten Klimaschutzkonzept noch weiter an die Spitze gerückt. „Ich war erfreut, wie intensiv die Synodalen im Vorfeld die 80 Seiten des Konzeptes gelesen und ernsthaft angeschaut haben“, so Seeber. Seit vier Jahren arbeite die oldenburgische Kirche intensiv an diesem Thema. „Zum einen haben wir bereits konkrete Maßnahmen eingeleitet, zum anderen einen Überbau und Leitlinien erarbeitet, die klar machen, wohin es gehen soll“, betonte der Synodale.

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen erklärte, er freue sich, „wie die Synode auf verschiedenen Ebenen vieles angestoßen hat.“ Das Schwerpunktthema „Kirchenmusik“ sei für ihn ein „inhaltliches Herzstück“ gewesen. Mit den Entscheidungen im Blick auf die Kirchenkreise sei ein verfassungsrechtlicher Rahmen geschaffen worden, der die Veränderungen in den Kirchenkreisen aufnehme und weiterführe. Im Hinblick auf die finanzielle Situation der oldenburgischen Kirche sei klar geworden, dass der Sparkurs weiter gehalten werden müsse, wobei Spielräume zu nutzen seien.

 

 

Von der Synode berichteten: Sabine Schlösser, Pfr. Hans-Werner Kögel und Dirk-Michael Grötzsch.

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