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Mo, 24.12.2012Gottes Liebesgeschichte beginnt bei den Menschen draußen

Bischof Jan Janssen: „Denken wir an diejenigen, die uns fern und fremd erscheinen.“

Christnacht in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche. Fotos: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen hat am Heiligen Abend dazu aufgerufen, sich den Menschen draußen in der Welt zuzuwenden. „Wärmen wir uns zu Weihnachten wieder am Feuer der Liebesgeschichte Gottes, dann sollten wir auch die Dimensionen des Draußen in unserer Welt würdigen, denn die große Freude soll ja allem Volk widerfahren“, so Janssen in seiner Weihnachtspredigt in der Christnacht in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche.

 

Gott entscheide sich für „Draußen-Menschen“, für Hirten und für Weise aus dem Morgenland, so Janssen in seiner Predigt zu Lukas 2,8-14. Sein Feuer lasse die Menschen näher zusammenrücken. In solchen Unterwegsgeschichten wachse die Liebe.

 

Ohne zu Weihnachten an Menschen draußen in der Welt zu denken, bedeute nach innen gewendet zu bleiben. Die Menschen wären in Gefahr, um sich selbst zu kreisen, mahnte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. „Übrig bliebe bloß ein Privatissimum, eine geschlossene Gesellschaft. Und für Nachfolge wären wir mal wieder zu bequem.“

 

Auch am Heiligen Abend seien Menschen rastlos unterwegs von einem Land zum andern, kämen Kinder zur Welt, ohne Obdach, unter freiem Himmel. Für diese Menschen reiche keine schicke Outdoorkleidung. „Da draußen braucht es auch Orientierung und Bewegung. Denn draußen – das ist Dunkelheit und drohende Kälte, das ist durchdringende Nässe und ja: auch der Dreck!“, so Janssen.

 

Der Oldenburger Bischof rief auch dazu auf, an Menschen zu denken, die zu Weihnachten Dienst tun, an Menschen, die die Grundversorgung betreuen, die Energieanlagen oder Wasserwerke hüten und die im Einsatz sind als Notärzte, Feuerwehren, Pflegekräfte. „Denken wir an diejenigen, die uns fern und fremd erscheinen. Lasst sie dazu, lasst sie näher heran! Es sind Gäste aus dem Morgenland (Mt 2,1) – das dürfte Irak oder Iran sein, Mittlerer Osten jedenfalls – Menschen, deren Weisheit zu würdigen wäre, gerade wenn sie die Gewalt eines Machtpolitikers wie Herodes umgehen (Mt 2,12).“

 

So werde Gott spürbar nicht nur in Liebesgeschichten. „Er setzt sich auch den Leidensgeschichten der Menschen aus“, betonte Bischof Jan Janssen.

 

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Capella St. Lamberti unter Leitung von Tobias Götting (Orgel).

Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Weihnachtspredigt von Bischof Jan Janssen im Format PDF.


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