Hintergrund und Ausblick

In den vergangenen 25 Jahren hat die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg rund 50.000 Christinnen und Christen aus russlanddeutschen Familien neu aufgenommen. Gerade im Südteil des Oldenburger Landes, dem Oldenburger Münsterland (Landkreise Vechta und Cloppenburg), sind die dortigen Diasporagemeinden zu großen Teilen zu mehrheitlich russlanddeutschen Kirchengemeinden geworden. In Kirchengemeinden wie etwa Cloppenburg verdoppelte sich dadurch die Zahl der Kirchenmitglieder, in Garrel vervierfachte, in Molbergen verfünffachte sie sich sogar.

Dagegen sind in den lutherischen Stammlanden Oldenburgs (Friesland, Ammerland, Wesermarsch, Wildeshauser Geest) die Zuzüge spärlicher gewesen. Lediglich in den Städten Oldenburg, Wilhelmshaven und Delmenhorst kam es zu größeren Zuzugszahlen. Heute stellen allerdings auch dort russlanddeutsche Familien einen großen Teil der jungen Gemeindeglieder.

Zukunft der Aussiedlerseelsorge

Immer wieder fragen Menschen nach ihrer religiösen Identität. Gerade Personengruppen mit Migrationshintergrund brauchen dafür Zeit und Möglichkeiten der Selbstfindung. Sodann finden junge Russlanddeutsche erst jetzt über Taufe, Konfirmation und Glaubenskurse in die hiesigen Strukturen der Kirchengemeinden hinein. So verwundert es nicht, dass immer noch ungebrochen Russlanddeutsche den Weg in unsere Kirche finden. Darüber hinaus gibt vielen der Glaube Identität und Halt in neuer Heimat. Ihre Kirchengebundenheit ist groß. Gleichwohl ist manches an Kirche und Gesellschaft noch zu befragen oder zu verinnerlichen. Ebenso gibt es einen großen Teil von Aussiedlern, der im sowjetischen Staatsatheismus geprägt worden ist und über wenig oder keine religiöse Kenntnis und Praxis verfügt.
 
Die Aufgabe russlanddeutscher Glieder in den Kirchengemeinden wird es daher in den nächsten Jahrzehnten sein, eigene Prägungen, zuteilen auch neu zu entwickelnde Glaubensstile und Glaubenserfahrungen mit einzubringen und damit fester Bestandteil eines geregelten Gemeindelebens zu werden, in der sich aus Kirchengebundenheit heraus gemeindliches Glaubensleben entfaltet. Dies zu unterstützen wird neben Katechese und Koordination einer der zukünftigen Arbeitsschwerpunkte der Aussiedlerarbeit werden.

  

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