

Die Kirche lebt seit über hundert Jahren mit der Wirksamkeit der „klassischen Sekten“. Seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts sind zu den alten auch neue Sekten sowie neue religiöse Gemeinschaften („NRG“), Bewegungen und Strömungen, aber auch Pseudoreligionen und Psychokulte hinzugekommen.
Mindestens in den großen Städten werben und arbeiten nicht nur Vertreter der klassischen großen Weltreligionen (Islam, Hinduismus, Buddhismus usw.), sondern auch deren Abspaltungen und Sondergruppen. Und schließlich sind da auch die (früher so genannten) „Jugendreligionen“ oder „totalitären Kulte“, sowie Führerbewegungen sehr unterschiedlicher Herkunft.
Alle diese sehr verschiedenartigen Gruppen und Bewegungen sind heute in einer mit früheren Erfahrungen unvergleichbaren Weise tätig und wirksam: Sie agieren heute nicht mehr punktuell und lokal begrenzt, sondern flächendeckend. Und ihre Aktivitäten beziehen alle Bereiche des Lebens ein. Sie beschränken sich also nicht auf „kirchliche“ und religiöse Bereiche im engeren Sinne, sondern beziehen Wissenschaft, Pädagogik, Medizin und Heilwesen, Kultur, Industrie, Politik usf. ein.
Dies alles bedeutet große Herausforderungen für die christliche Kirche, aus denen sich die Aufgaben für die kirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen ergeben. - Die praktische Arbeit läßt sich in drei Bereiche aufteilen:
Öffentlichkeitsarbeit
Vorträge, Referate, Seminare zu aktuellen, gewünschten Themen. Beispiele: Übersicht über die religiöse Landschaft, Klassische Sekten (Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche, Mormonen u.a.), Okkultismus und Satanismus, Scientology usw. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören auch Informationsdienste für Behörden, Presse, Rundfunk und Fernsehen.
Information, Beratung, Seelsorge
Das kann von der einfachen Informationsfrage („Da gibt es in X. ein neues Gesundheitszentrum. Steckt da eine Sekte dahinter?“) über Beratung bei Verstrickung von (meistens) Angehörigen in eine „sektenähnliche“ Gruppe bis hin zu länger dauernder seelsorgerlichen Begleitung von „schwierigen Fällen“ führen.
Position beziehen
Gegen alle Angriffe von Gegnern der Kirche, mögen sie aus konkurrierenden weltanschaulich Gruppen kommen oder aus dem Lager der (vermeintlich) objektiven Religionswissenschaft, kann die Kirche, will sie Kirche Jesu Christi bleiben, nicht darauf verzichten, auf dem „Markt der Religionen“ deutlich zu machen, was ihrer Einsicht nach rechte Kirche ist. Apologetische Arbeit ist deshalb immer auch kritisches Geschäft. Kritisch nach außen, um die Geister zu scheiden, und kritisch nach innen, um die Kirche an ihre Grundlagen zu erinnern.
Ansprechpartner:
Rainer Schumann
Wilhelmstraße 27
D-26121 Oldenburg
Tel.: 0441-16237
Fax: 0441-13807
E-Mail: R.G.Schumann@t-online.de
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen
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