Aus den Kirchenkreisen

So, 10.11.2019Gespräche in sechs Entwicklungsräumen

Bericht von der 3. Tagung der 3. Kreissynode des Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg-Land

Die Kreissynode des Kirchenkreises Delmenhorst/ Oldenburg-Land tagte in der Kirchengemeinde Stuhr.

Der Vorsitzende der Kreissynode Dr. Detlev Lauhöfer dankte Kreispfarrer Bertram Althausen für seinen Bericht.

Eifrig wurden die Stimmen für die Wahlen zum Synode der oldenburgischen Kirche ausgezählt. Fotos: Thomas Meyer

Die Kreissynode am Freitag, 8. November, in der Kirchengemeinde Stuhr begann mit einer Andacht in der St. Pankratius-Kirche. Pfarrer Ralf Frerichs stellte die Lyrik des Agnostikers Philip Larkin in den Mittelpunkt seiner Gedanken. Dessen Werk „Church going“ (Kirchgang) von 1955 liefert noch heute bedenkenswerte Impulse über die Wirkung eines Kirchgangs aus distanziert kritischem Abstand, wie es heute in vielfacher Form wieder Alltag ist. 
    
Die Delegierten und Gäste wurden zur Sitzung im Gemeindehaus vom Vorsitzenden der Kreissynode Dr. Detlev Lauhöfer begrüßt. Die politischen Gemeinden waren durch die stellvertretende Bürgermeisterin von Stuhr, Sigrid Rother, und durch den Bürgermeister der Stadt Delmenhorst, Pfr. i.R. Dr. Enno Konukiewitz, vertreten. Frau Rother betonte die gute Gemeinschaft der Kommune mit den Religionsgemeinschaften, die durch regelmäßige Sitzungen einer Arbeitsgemeinschaft Gestalt gewönnen. Dr. Konukiewitz schloss sich dieser Ansicht an und verwies auf die Zwei-Reiche-Lehre Luthers und die Betrachtungen Karl Barths nach dem Zweiten Weltkrieg zum Verhältnis von Christen- und Bürgergemeinde. Indem er auf das intensive gemeinsame Vorgehen von Stadt und Kirchengemeinden hinsichtlich der Nachbarschaftsbüros, der Familienbildungsstätte und der Grafengruft verwies, sah er in dem gemeinsamen Vorgehen eine Stärkung der demokratischen Stadtgesellschaft. Hier werde so manch Segensreiches auf den Weg gebracht, was in der Öffentlichkeit großen Anklang finde. Dr. Konukiewitz unterstrich im Kontext des Gedenktages zur Pogromnacht die guten Beziehungen zur jüdischen Gemeinde Delmenhorst: „Wir sind sehr dankbar, dass wir sie haben!“. Dr. Detlev Lauhöfer dankte im Namen der Synode dem langjährigen Vorsitzenden der MAV, Hartwig Kuschmierz, für seine konstruktive Begleitung in vielen Jahren. Er trete nun seinen wohlverdienten Ruhestand an und war das letzte Mal dabei. Ebenso gilt das für Pfarrerin Christiane Geerken-Thomas, die zur Kreispfarrerin des Kirchenkreises Wesermarsch gewählt wurde und somit auch ihre Kirchenkreisbeauftragung als Kreisjugendpfarrerin abgibt. 
   
Mit seinem Bericht blickte der Kreispfarrer Bertram Althausen auf die Zeit seit der letzten Synode zurück und zeigte an drei Beispielen Wege in die Zukunft des Kirchenkreises auf. Zuvor sprach er die intensiven Beratungen des Kirchenkreises bezüglich der Familienbildungsstätte, des Diakonischen Werkes und der Diakoniestationen an sowie deren Zukunftsentwicklung, letztere unter neuen Geschäftsführungen. Es gehe um eine zukunftsfähige Finanzierung der Arbeitsbereiche und Konzepte. Zu den neuen Entwicklungen im Kirchenkreis: Es werde eine neue Partnerschaft mit einem Kirchenkreis in Ghana entwickelt. Der Kreispfarrer war mit einer kleinen Delegation vor Ort und es wurde dieses Projekt angeregt. Bei der letzten Kollektensammlung im Kirchenkreis sind 2.637 Euro für Projekte in Ghana zusammengekommen, damit konnten sieben Grundschulen mit jeweils einer kompletten Schulbücherei ausgestattet werden. 
   
Zweitens berichtete der Kreispfarrer von den Gesprächen in den sechs Entwicklungsräumen des Kirchenkreises. Wie berichtet, werden die Pfarrstellen von derzeit 37 Pfarrstellen auf 29,5 im Jahre 2030 gekürzt werden. Dazu haben sich regionale Entwicklungsräume gebildet, in denen zukünftige Kooperationen und Schwerpunktsetzungen in den Gemeinden diskutiert werden. Es gab z.B. einen Aufbruchstag in Stuhr für den Entwicklungsraum Delmenhorst/Stuhr-Varrel, der seinem Namen geistlich und mit fröhlicher Stimmung vollkommen entsprach. Letztlich werden mittlerweile dreiviertel aller Kirchengemeinden, die einen Kindergarten in ihrer Trägerschaft haben, einen „KiTa-Verbund DOLL“ bilden, also eine KiTa-Trägerarbeitsgemeinschaft. Hierfür werden die Rahmenbedingungen mit einem externen Berater erarbeitet und entsprechende Weichen gestellt. Zum Schluss begrüßte Bertram Althausen noch die drei neu eingestellten Kreisjugenddiakone Nina Mädler und Ralf Pahling (beide DEL/Stuhr) sowie Larissa Ney (Sandkrug/Kirchhatten). 
   
Bei den Wahlen der Delegierten des Kirchenkreises DOLL für die 49. Synode der Ev.Luth. Kirche in Oldenburg wurden die Ehrenamtlichen Dr. Stefan Depta, Klaus Flaake, Petra Holzapfel-Sperling, Wolfgang Köppen, Björn Kraemer, Patrick de La Lanne, Thorsten Schmidtke sowie Helge Treiber gewählt. Aus der Pfarrerschaft wurden Kreispfarrer Bertram Althausen, Pfarrerin Susanne Bruns, Pfarrerin Beatrix Konukiewitz sowie Pfarrer Thomas Meyer gewählt. Zu allen Delegierten wurden auch entsprechende Vertreter gewählt. Der Kreispfarrer betonte, man habe sich im Vorfeld sehr bemüht, den Anteil der Frauen unter den ehrenamtlichen Kandidatinnen zu erhöhen, aber ohne Erfolg. 
   
Saskia Kamp betonte in ihrem Bericht über die Arbeit des Diakonischen Werkes DOLL die Arbeit in den Nachbarschaftsbüros. Angesichts der aktuellen negativen Presse über Zustände im Stadtteil Düsternort durch unseriöse Hausbesitzer komme den Nachbarschaftsbüros noch eine bedeutendere Rolle zu als bisher. Der neue Geschäftsführer der Diakoniesozialstationen Michael Groß stelle sich der Synode vor. 
Eine Änderung und Anpassung der Satzung der Familienbildungsstätte an die heutigen Gegebenheiten wurde von der Synode beschlossen. Ebenso der Haushaltsplan des Kirchenkreises für das Jahr 2020, der Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1.355.315,00 Euro vorsieht. 
   
Zum Abschluss der Synode warb Kreispfarrer Bertram Althausen um Mitwirkung des Kirchenkreises bei dem EKD Projekt eines Kirchenschiffes im Mittelmeer, das von allen EKD Gliedkirchen, Ärzte ohne Grenzen sowie „Seawatch“ getragen wird. Mit diesem diakonischen Projekt solle auch ein politisches Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen gesetzt werden. Mit einem Segenslied schloss die Tagung ab. 

Thomas Meyer


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