Aus dem Vorwort zur 2. Auflage von Rolf Schäfer

„Ungewöhnlich früh war die erste Auflage der Oldenburgischen Kichengeschichte vergriffen. Der Verlag hat sich nun dankenswerterweise zu einer zweiten, durchgesehenen Auflage entschlossen und darüber hinaus einigen Ergänzungen zugestimmt.

 

Die wichtigste Erweiterung besteht in der Zeittafel, die neben dem gegliederten Inhaltsverzeichnis, den Seitenüberschriften und den Registern der zusätzlichen Erschließung des Buches dienen kann. Die zusammenhängende und möglichst anschauliche Schilderung der Kirchengeschichte des Oldenburger Landes soll ja zugleich einen vollständigen Überblick bieten und als Handbuch für diejenigen benutzbar sein, die sich über einzelne Epochen, Vorgänge oder Personen informieren wollen.

 

Die Neuauflage hat es ermöglicht, die Bibliographie um die inzwischen erschienen Arbeiten zu vermehren und ältere einschlägige Titel hinzuzufügen.

 

In mehreren Rezensionen kam der Wunsch zum Ausdruck, mehr über das Leben in den Gemeinden zu erfahren. So berechtigt dieser Wunsch ist, so schwer ist er zu erfüllen, solange nicht die dafür unerlässlichen Vorarbeiten geleistet sind: die flächendeckende Bearbeitung der Akten von Visitationen, Prozessen, Statistiken, Gemeindechroniken und anderer verfügbarer Berichte. Je detaillierter die regionale Kirchengeschichte vorgeht, desto größer wird die Gefahr, dass die unkritisch durch die Erinnerungsliteratur fortgeschleppten Legenden den tatsächlichen Verlauf der Geschichte unsichtbar machen. Um dieser Gefahr bei der Erfassung des Lebens in den Gemeinden nicht zu erliegen, müssen zuvor die Quellen gesichtet und sowohl qualitativ als quantitativ ausgewertet werden. Wie aufwändig das ist, zeigt der neu hinzugekommene Abschnitt über die „Frauenordination“ – ein Thema, das für eine ökumenische Kirchengeschichte von besonderem Interesse ist.

 

Für eine durchgehende Neubearbeitung des Buches ist es also noch zu früh. Zwar schreitet die Bearbeitung der oldenburgischen Kirchengeschichte fort, wie an der Ergänzung der Bibliographie abzulesen ist. Auch die erste Auflage dieses Buches hat dafür schon Anregungen gegeben. Der Diskussionsprozess über die Konzeption im Ganzen und über die Darstellung einzelner Epochen könnte jedoch noch intensiver werden. Die Rezensionen spiegeln die überaus freundliche Aufnahme des Buches im Fach Kirchengeschichte wider, würdigen insbesondere den ökumenischen Ansatz und bringen mit den eingestreuten Anregungen und Desideraten das Gespräch in Gang. Es wäre indes wünschenswert, wenn sich die Diskussion über die Fachgrenzen hinaus ausweiten und die Wechselbeziehungen des Christentums mit Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ins Auge fassen würde. Dass die Religion diese Gebiete beeinflusst, also nicht länger als ein funktionsloses Überbleibsel aus der Vergangenheit abgetan werden kann, kommt langsam auch den „religiös Unmusikalischen“ (Jürgen Habermas) zum Bewusstsein. Der befürchtete Zusammenprall der verschiedenen religiösen Kulturen lässt sich weder verstehen noch erst recht abwenden, wenn das heimische Christentum und sein Einfluss auf die Entstehung der eigenen Lebenswelt unbekannt ist.

 

Aus den Besprechungen:

 

„Ende des 2. Jahrtausends n. Chr. Liegt endlich eine zusammenfassende Kirchengeschichte von den Anfängen unter Bischof Willehad bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts vor.“ Matthias Nistal (Osnabrücker Mitteilungen)

 

„Man „hört“ mit Spannung zu. Die historische Genauigkeit beeindruckt.“ Hans von Seggern (Die Zeichen der Zeit)

 

„Die „Oldenburgische Kirchengeschichte“ ist ein gelungenes Werk, wie man es in der regionalen Kirchengeschichtsschreibung in solcher Qualität nur selten findet.“ Udo Schulze (Jahrbuch der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte)

 

„Von der Mitte des 8. bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts spannt (...) der Bogen der erste umfassenden, sachlich verlässlichen und über weite Strecken erschöpfenden Darstellung der oldenburgischen Christentums- und Kirchengeschichte.“ Angelika Dörfler-Dierken (Theologische Literaturzeitung)

 

„Die besondere Bedeutung des vorbildlich gearbeiteten Werks zur Regionalkirchengeschichte auch für die kirchenrechtliche Forschung besteht in dem gleichsam paradigmatischen Verlauf der Geschichte dieses kleinen Landes im Blick auf die gesamtdeutsch Entwicklung.“ Hans Martin Müller (Zeitschrift für evangelisches Kirchenrecht)

 

„In diesem schönen, reich ausgestatteten Buch findet sich im Rahmen einer ersten kritischen Gesamtdarstellung der Kirchengeschichte auch eine erste wissenschaftliche Darstellung der Reformation in den Gebieten des späteren Landes Oldenburg“ Bernd Moeller (Archiv für Reformationsgeschichte)

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