Mo, 11.05.2020Corona-Krisenstab: Singen in Chören birgt hohes Ansteckungsrisiko

Hannover (epd). Chöre und Gesangvereine in Niedersachsen werden sich in der Corona-Krise noch mehrere Monate gedulden müssen, bis sie wieder gemeinsam singen können. «Das wird zu den letzten Lockerungen gehören», sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Montag in Hannover.

 

Singen in Chören berge daher eine besondere Ansteckungsgefahr. «Es ist ein Riesenunterschied, ob ich singe oder nicht», sagte Schröder. Beim Sprechen kämen die sogenannten Aerosole nur anderthalb Meter weit - das entspricht dem vorgeschriebenen Mindestabstand bei den Corona-Verhaltensregeln. Außerdem sei es in Chören schwierig, die Abstandsregeln einzuhalten, erläuterte die Abteilungsleiterin im Gesundheitsministerium. «Der Chor lebt ja davon, dass die Sänger in ganz bestimmten Gesangslagen eng zusammenstehen.»

 

Schröder vermutet, dass es noch bis Ende August dauern kann, bis die Chöre wieder zusammenkommen können - analog zum Verbot von Großveranstaltungen. Das hohe Ansteckungsrisiko beim Singen sei auch der Grund, warum das gemeinsame Singen in Kirchen nicht gestattet sei. In geschlossenen Räumen herrsche eine wesentlich höhere Virenkonzentration als unter freiem Himmel, erläuterte Schröder.

 

In Niedersachsen gibt es etwa 3.000 Chöre mit rund 170.000 Sängerinnen und Sängern, die in mehreren Verbänden zusammengeschlossen sind. Für die Chöre sei das Singverbot eine schwierige Situation, vor allem auf dem Lande, sagte Birgitta Schmidt vom Niedersächsischen Chorverband dem epd. «Für viele Sänger ist der Chor eine gesellige Zusammenkunft und ein Fixpunkt.»

 

Hier finden Sie weitergehende Informationen zum Thema "Singen" von Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser.


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