So, 14.04.2019«Dünger für die Seele» - Diakonie will mit einer generationenübergreifenden Fortbildung der Angst vor Neuanfängen begegnen

Bremen (epd). Die Diakonie in Bremen will mit einer generationenübergreifenden Fortbildung der Angst vor Neuanfängen begegnen. «Es geht darum, das innere Feuer zu entdecken», sagte Seminarleiter Matthias Frischer (42) im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es gebe immer wieder Wendepunkte im Leben, die Unsicherheiten auslösten. Dazu gehörten das Ende der Schulzeit, der Abschluss des Studiums oder der Einstieg in die Rente. Immer gehe es um wichtige Entscheidungen: «Weitermachen wie bisher oder eine neue Richtung einschlagen? Das ist die Frage, die oft mit Zweifeln und Ängsten besetzt ist.»

Gefühle und ein Mangel an Methoden und Werkzeugen hinderten daran, sich aktiv der Suche nach den individuell passenden Perspektiven zu stellen, erläuterte Bildungsreferent Frischer. Dabei sei Anpacken besser als aussitzen. Mit einem dreitägigen Seminar im Lidice-Haus will die Bremer Diakonie mit finanzieller Unterstützung der Glücksspirale vom 23. bis 25. April die Gelegenheit geben, in Gemeinschaft auf Visionssuche zu gehen. Unter den Teilnehmenden sind Frischer zufolge Jugendliche genauso wie Menschen jenseits der 60.

«Ältere sind vitaler denn je, aktiv, engagiert und finanziell abgesichert», sagte Frischer, der das Seminar zusammen mit der Kunstpädagogin Kerstin Strauß leitet. «Für die meisten bedeutet das Ende der Erwerbstätigkeit und der Auszug der Kinder mehr Zeit für sich.» Diese Zeit lustvoll zu gestalten und dabei Gutes zu tun, liege vielen am Herzen. In dieser Hinsicht die richtige Entscheidung beispielsweise für ein freiwilliges Engagement als Lesehelfer in der Schule oder als Ankommens-Pate in der Flüchtlingshilfe zu treffen, sei erfüllend und gleichbedeutend mit «Dünger für die Seele».

Junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren stünden an einem anderen Übergang: «Für viele geht es darum, beruflich einzusteigen. Mit rund 18.000 Studiengängen und 350 Ausbildungsberufen ist die Auswahl aber größer denn je.» Da werde die Wahl oft zur Qual. «Uns geht es um mehr als Pro-und-Kontra-Listen, wir wollen in Gesprächen und mit Trainings genauer hinsehen», führte Frischer aus und betonte: «Inspiration ist kein Zufall.»

Einer der Methoden, die Frischer anwendet, ist das Modell des «Inneren Teams» des Hamburger Psychologen Friedemann Schulz von Thun: Mit Hilfe der Metapher eines Teams und seines Teamleiter werden die Teilnehmenden aufgefordert, auf ihre inneren Stimmen zu hören und eine Bilanz zu ziehen.

Frischer sagte, am Ende der drei Tage gehe es darum zu klären, «was mir wirklich am Herzen liegt, wo ich in meinem Element bin, was mir leicht fällt». Um das herauszufinden, könnten Jüngere von der Lebenserfahrung Älterer lernen. Und weil der Aufbruch zu neuen Ufern unbekümmerter von Jugendlichen angepackt werde, könnten sich Ältere von den Jüngeren inspirieren lassen. «Insofern ist es gut, dass Junge und Alte zusammen teilnehmen.»


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