Mo, 28.10.2019EKD-Auslandsbischöfin besorgt über Lage der Menschen in Syrien

Hannover (epd). Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat sich besorgt über die Lage der Menschen in Syrien nach dem Einmarsch türkischer Truppen geäußert. «Insgesamt hören wir von großer Verunsicherung in den christlichen Gemeinden. Zu oft hätten sie erlebt, dass der erhoffte Frieden nicht eingehalten wurde», erklärte Bosse-Huber am Montag in Hannover. Ihre Sorge gelte aber nicht nur den Christen, sondern allen Menschen in Syrien: «Alle Menschen, ob Christen oder Muslime, sind gleichermaßen von diesem Krieg betroffen. Deshalb schließen wir sie in unsere Fürbitten ein.»

 

Von den Christen aus Kamischli im Norden des Landes sei zu hören, wie schwierig ihr Alltag ist, fügte Bosse-Huber hinzu: «Sie berichten in diesen Tagen von Kämpfen und Explosionen in ihrer direkten Nachbarschaft, von Lebensmittelknappheit und mangelnder Versorgung, von immensen Preissteigerungen und davon, dass viele Menschen, die direkt im umkämpften Gebiet wohnen, in die größeren Städte, nach Damaskus, Aleppo, geflohen sind, weil ihre Häuser zerstört wurden.» Schulen seien entweder ganz geschlossen oder Eltern hätten Angst, ihre Kinder dorthin zu schicken.

 

Sie setze ihre Hoffnung auf das erste Treffen des Verfassungskomitees für Syrien von Regierung, oppositionellen Gruppen und Zivilgesellschaft in Genf, das unter Begleitung des Sondergesandten der Vereinten Nationen, Geir Pedersen, am Mittwoch stattfinden soll, erklärte Bosse-Huber. «Damit besteht die Hoffnung, dass das Land langfristig über Diplomatie befriedet werden kann.»

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland rief unterdessen alle Kirchengemeinden dazu auf, am 8. März 2020 für bedrängte und verfolgte Christen zu beten. Schwerpunkt der Fürbitte 2020 sei das Kriegsland Syrien. Dazu veröffentlichte die EKD jetzt ein Material-Heft, das neben gottesdienstlichem Material viele Hintergrundinformationen zur Situation des Landes enthält.

 

Seit 2010 ruft die EKD am sogenannten Sonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden auf, in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam zu machen und Anteil zu nehmen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: «Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit».


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