Di, 11.02.2020Gottesdienste zum Valentinstag feiern die Liebe - Theologen: Der persönliche Segen ist vielen wichtig

Der Heilige Valentin galt als Patron der Verliebten und Brautleute. Den Valentinstag nehmen zunehmend auch Kirchengemeinden zum Anlass für besondere Gottesdienste. Dabei sind nicht nur Paare eingeladen, sich unter Gottes Segen zu stellen.

 

Wolfsburg/Hannover/Bremen (epd). «Die Liebe leben», «Feuer und Flamme für Dich» - immer mehr Kirchengemeinden in Niedersachsen und Bremen feiern den Valentinstag am 14. Februar mit besonderen Gottesdiensten und Aktionen. Das Datum ist vor allem als Tag der Verliebten im Blick, der Blumenhändlern Gewinne verschafft. Doch seine Ursprünge liegen in der Kirchengeschichte. Erinnert wird an den Heiligen Valentin. «Mir ist es wichtig, alte Feste der Kirche wiederzubeleben. So lässt sich Religion am besten kennenlernen», sagt dann auch der evangelische Pastor Jörg Mosig aus Heiligendorf im Süden von Wolfsburg.

 

Mosigs Gemeinde lädt «Verliebte und Liebende» am 14. Februar zum Gottesdienst in die St. Adrian Kirche des Ortes ein. Wie vielerorts bei diesen Feiern, können sich Menschen dabei segnen lassen, als Paar ebenso wie etwa als Familie. «Eine anrührende Anfrage habe ich von einer sehr betagten Dame», berichtet der Pastor. In jungen Jahren hätten ihr Mann und sie nicht kirchlich heiraten können. Dass sie katholisch und er evangelisch ist, sei damals ein Hindernis gewesen. «Jetzt wollen sie die Segnung ihrer Partnerschaft nachholen.»

 

Mit Candle-Light-Dinnern, Filmabenden, Lesungen und romantischer Musik bieten die Organisatoren der Valentins-Feiern meist einen besonderen Rahmen. In Wolfsburg spielt eine Harfenistin, in der Jugendkirche Hannover tritt die «Pop-Kantor-Band» und in Nienhagen bei Celle ein Gospelchor auf. In der Göttinger katholischen St. Michael Kirche singt eine Sopranistin zur Orgelmusik. Bei dem ökumenischen Gottesdienst in der modern ausgestatteten City-Kirche sollen Licht-Effekte Akzente setzen, erläutert der evangelische Pastor Gerhard Schridde: «Uns wird wohl etwas Rotes und Pinkes erwarten.»

 

Auch in Göttingen sind persönliche Segnungen und die Eucharistie im Mittelpunkt, die der katholische Pater Ludger Joos gemeinsam mit Ministranten austeilen wird. «Nach Segnungen gibt es ein großes Bedürfnis», weiß Schridde. «Partnerschaften stehen heute oft unter großem Druck von Erwartungen. Da wird der Segen als Stärkung empfunden.» Das Angebot richtet sich nicht nur an Paare. Unglücklich Verliebte, Einsame und Menschen nach einer Trennung können sich ebenso segnen lassen.

 

Einen «Segen für jede Liebe» versprechen die Feiern in Aerzen bei Hameln und in Hannover. In der Landeshauptstadt laden Aidsseelsorger Axel Kawalla und die evangelische Jugend zum «Gottesdienst für Schwule, Lesben und Heteros» in die Jugendkirche ein. «Als evangelische Kirche können wir unsere Türen nicht weit genug aufstoßen, um unsere Offenheit zu signalisieren», sagt Kawalla. Zum Segen gibt es in Hannover noch eine Rose geschenkt.

 

Gleich alle Facetten der Liebe will die Bücherei Neuwulmstorf gemeinsam mit Pastor Florian Schneider und Team am 14. Februar bei der Literaturstunde mit Büffet ausloten. Der bezeichnende Titel der Lesung in der Lutherkirche lautet: «Schmusen, Schlagen, Schluchzen.» Die rund 200 Plätze seien ausverkauft, sagt Schneider. «Das hat eine ausstrahlende Wirkung», weiß es aus vergangenen Jahren. «Rund ein Drittel habe ich vorher in der Kirche noch nie gesehen.» In der Bremer Kirche «Unser Lieben Frauen» steht der Gottesdienst unter dem Motto «Feuer und Flamme für dich». «Ehrlich über die Liebe zu reden ist etwas Wunderbares», sagt der evangelische Gemeindepastor Stephan Kreutz: «Mein Gefühl ist: da haben wir noch einiges nachzuholen in der Kirche.»


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