Di, 24.03.2020«Himmlische Herbergen» fürchten um Existenz - Brandbrief der gemeinnützigen Tagungshäuser an Kanzlerin Merkel

Hannover (epd). «Verheerende Folgen» der Corona-Krise für alle gemeinwohlorientierten kirchlichen Bildungs-, Tagungs-, Freizeit-, Familien- und Jugendhäuser befürchtet die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Tagungs- und Gästehäuser in Deutschland (Himmlische Herbergen). Durch aktuelle und noch zu erwartende Buchungsausfälle seien fast alle Einrichtungen in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Fachminister aller betroffenen Bundesländer.

 

Im Namen ihrer über 300 Mitgliedshäuser und in Mitvertretung für weitere knapp 200 betroffene Einrichtungen bitten die Unterzeichner die staatlichen Organe, mit ihren Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen der Krise auch die zivilgesellschaftlichen Akteure der Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit zu unterstützen.

 

Die gemeinnützigen Einrichtungen verfügen nach eigenen Angaben über Programme für Kinder-, Jugend-, Familien- und Erwachsenengruppen aller Art. Sie richten sich «ohne Gewinnabsicht» vor allem an gemeinnützige Organisationen und Menschen mit geringen Budgets. Mit ihren außerschulischen Bildungsangeboten würden sie «in einem informellen Erlebnisraum auf Zeit» auch einen «wichtigen Beitrag für das demokratische Miteinander» leisten.

 

Die Häuser seien mit ihrem Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein wichtiger Akteur der Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft, heißt es weiter in dem Brief an die Kanzlerin. Die Häuser brauchten daher jetzt «die besondere Unterstützung des Staates». Dafür müssten «alle Möglichkeiten des Haushaltsrechts ausgeschöpft» werden.

 

Nötig sei nicht nur die finanzielle Unterstützung durch Zuschüsse oder zinslose Darlehen. Helfen würden auch eindeutige Zusagen bei der Übernahme von Stornozahlungen für Klassenfahrten, Bildungsmaßnahmen für Freiwillige in den Bundesprogrammen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FJS), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und anderer. Doch der Fachverband bot auch seine Hilfe an: Die Häuser stünden zur Verfügung, um die Infrastruktur der örtlichen Behörden zu unterstützen und zu entlasten, hieß es.

 

In der «Arbeitsgemeinschaft evangelischer Tagungs- und Gästehäuser in Deutschland» haben sich kirchliche Träger und in kirchlicher Bekenntnisgemeinschaft stehende gemeinnützige Vereine und Verbände zu einem bundesweiten Fachverband zusammengeschlossen.


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