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Sa, 31.08.2019Kirchen erinnern an Kriegsbeginn vor 80 Jahren - Theologen warnen vor Nationalismus und mahnen zur Demokratie

Hannover/Bremen (epd). Die leitenden evangelischen Theologen in Niedersachsen und Bremen haben an den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September vor 80 Jahren erinnert. In dem von Deutschland ausgehenden Angriffskrieg seien mehr als 60 Millionen Menschen gestorben, unzählige Menschen seien an Leib und Seele verwundet wurden, sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. «Dieser Krieg mahnt die europäische Politik bis heute.» Er appellierte an die Verantwortlichen, sich gemeinschaftlich für Humanität, Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

 

Der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit verwies auf die biblische Jahreslosung «Suche Frieden und jage ihm nach!». Sie mache deutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei. Ein Blick nach Nahost, in die Straße von Hormus am Persischen Golf oder in andere Regionen der Welt zeige, wie verletzlich der Friede auch heute ist.

 

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher aus Leer plädierte für ein entschiedenes Eintreten für die Demokratie. «Die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen muss uns heilig sein.» Christen sollten konsequent für ein System der Gewaltenteilung eintreten und die Freiheitsrechte eines jeden Menschen verteidigen.

 

Der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche, Bernd Kuschnerus, sagte, angesichts eines sich mancherorts zeigenden fremdenfeindlichen und völkischen Zeitgeistes sei es heute nötig, daran zu erinnern, dass der Zweite Weltkrieg unermessliches Leid über Millionen von Menschen gebracht habe. Zu den deutschen Kriegszielen zählten die Vernichtung oder Versklavung vermeintlich minderwertiger Völker, die Ausgrenzung von Anderslebenden und Andersdenkenden und die Ermordung von Millionen jüdischer Menschen.

 

Kuschnerus erinnerte auch daran, dass die Kirche in Deutschland damals vielfach das nationalsozialistische Regime unterstützt habe. «Viele meinten, hier werde das christliche Abendland verteidigt.» Es sei gut, dass sich die Kirchen nach dem Krieg davon distanziert hätten. Der Theologe verwies dazu auf das «Darmstädter Wort» der Evangelischen Kirche in Deutschland von 1947. Das Schuldbekenntnis habe unter der Überschrift «Wir sind in die Irre gegangen» gestanden.

 


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