So, 08.12.2019Kirchliche Hilfswerke kritisieren Rüstungsindustrie in Krisengebiete

Osnabrück (epd). Kirchliche Hilfswerke haben angesichts steigender Umsätze in der internationalen Rüstungsindustrie eine restriktivere Rüstungspolitik gefordert. Deutschland müsse sich «endlich an seine eigenen Grundsätze halten und Rüstungsexporte in Krisenregionen, unter anderem an Staaten der von Saudi-Arabien geführten Jemen-Kriegskoalition, ausnahmslos verbieten», sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks «Brot für die Welt», der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag).

 

Die Bundesregierung habe sowohl 2018 als auch 2019 Rüstungsexporte an Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate bewilligt, kritisierte Füllkrug-Weitzel. Beide sind am Krieg im Jemen beteiligt. Deutschland trage als einer der fünf größten Rüstungsexporteure der Welt eine Mitverantwortung dafür, dass der Waffenhandel seit Jahren steige.

 

Staaten, in denen seit Jahren gewaltsame Konflikte toben, gehörten zu den ärmsten der Welt, betonte die Präsidentin. Sie verzeichneten eher Rückschritte als Entwicklungsfortschritte. «Allein im Jemen sind 24 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, das sind 80 Prozent der Bevölkerung. Die Vereinten Nationen sprechen von der schwersten humanitären Katastrophe weltweit.»

 

Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, sagte der Zeitung, Waffen seien kein Garant für mehr Sicherheit und Frieden. Waffen und Gewalt drohten vielmehr die Erfolge, «die verschiedene Akteure der Entwicklungszusammenarbeit weltweit über Jahre zum Wohle der Menschen aufgebaut haben, zu zerstören». Spiegel forderte, mehr Geld in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Auch für Krisenintervention und zivile Konfliktbearbeitung müssten mehr Mittel bereitgestellt werden.


Pressestelle

Kann die Pressestelle etwas für Sie tun? Hier finden Sie den Kontakt zu uns.

  • Startseite
  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken