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Do, 01.08.2019Trockenheit führt zu Problemen in der Wasserversorgung

Hannover/Oldenburg (epd). Die große Hitze und Trockenheit in den vergangenen Wochen hat zu landesweiten Problemen in der Wasserversorgung geführt. Besonders betroffen seien die Landwirte, weil sich ihre Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Niederschlagswasser ernähren könnten, sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer mit Sitz in Oldenburg, Walter Hollweg, am Donnerstag dem epd. Dies sei jedoch kein Problem eines sinkenden Grundwasserspiegels. Die Pflanzen wurzelten bis zu 90 Zentimeter tief. «In dieser Tiefe finden Sie bis auf wenige Ausnahmen keine Grundwasser. Es fehlt der Regen.»

 

Um der Trockenheit auf den Feldern beizukommen, werden in Niedersachsen rund 300.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche künstlich beregnet, sagte Hollweg. Das seien etwa zehn Prozent der gesamten Ackerfläche. Besonders häufig werde die Technik in Regionen mit leichten sandigen Böden eingesetzt, in denen das Wasser schnell versickere. In anderen Regionen, wie etwa in der Marsch, könne der schwere Boden das Wasser viel länger in der Nähe der Oberfläche halten.

 

Dennoch kommt es mancherorts durch die Beregnungen zu einem Absinken der Oberflächengewässer. Der Landkreis Osnabrück sah sich beispielsweise gezwungen, das Entnehmen von Wasser wegen der überall sehr niedrigen Pegelstände in den Flüssen, Bächen und Teichen bis zum 31. August grundsätzlich zu verbieten. Nach der Dürre im vergangenen Jahr sei es der Natur nicht gelungen, das fehlende Wasser durch Niederschläge wieder zu ersetzen, sagte Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff. Besorgt zeigte sich auch der Sprecher der niedersächsischen Landesforsten, Mathias Aßmann. An manchen Orten, wie etwa in der Hildesheimer Börde, reichten die Wurzeln von einigen Buchen nicht mehr wie gewohnt ins Grundwasser. Dies sei jedoch nicht auf ganz Niedersachsen zu verallgemeinern.

 

Keine Gefahr droht dagegen derzeit bei der Trinkwasserversorgung. «Es ist genug Trinkwasser für den normalen Gebrauch vorhanden», sagte Heiko Poppen vom größten niedersächsischen Flächenwasserverband, dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Weil die Menschen mehr duschten, ihre Gärten bewässerten und ihre Swimmingpools befüllten, kämen jedoch die Pumpen und Rohrleitungen an ihre Grenzen.

 

Nach Angaben des Umweltministeriums könnten in Niedersachsen pro Jahr theoretisch 1,8 Milliarden Kubikmeter Wasser gewonnen werden. Um das ökologische Gleichgewicht nicht zu gefährden, ist die zugelassene Fördermenge auf 1,24 Milliarden Kubikmeter begrenzt. Davon werden im Jahresmittel tatsächlich aber nur 576 Millionen Kubikmeter, also weniger als die Hälfte, der öffentlichen Wasserversorgung zugeführt.

 

Das Grundwasser kann übrigens keiner Person gehören, auch nicht demjenigen, dem der darüberliegende Boden gehört. Es ist dem Gesetz nach ein öffentliches Gut, deren Förderung von einer Wasserbehörde genehmigt werden muss.


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