Mi, 22.01.2020Uni Oldenburg sucht Augenzeugen für Meteoriten-Absturz

Oldenburg (epd). Forscher der Universität Oldenburg suchen Augenzeugen, die am vergangenen Sonnabend den Absturz eines Meteoriten beobachtet haben. Gegen 17.44 Uhr sei eine helle Feuerkugel von Voltlage bei Osnabrück bis Friesoythe bei Cloppenburg über das Firmament gezogen, teilte die Universität am Mittwoch mit. Strahlenphysiker hätten das Ereignis mit einer sogenannten All-Sky-Kamera registriert. Das Gerät beobachte permanent den gesamten Himmel. «Die Feuerkugel - eine besonders helle Sternschnuppe - wurde von einem etwa 30 Kilogramm schweren extraterrestrischen Objekt erzeugt», berichtete der Leiter der Abteilung für Medizinische Strahlenphysik, Professor Björn Poppe.

 

Ersten Berechnungen zufolge könnte ein kleiner Teil des Meteoriten den Sturz auf die Erde überstanden haben. «Wir untersuchen derzeit noch, ob tatsächlich Teile des Meteors am Erdboden zu finden sein könnten oder ob er komplett verdampft ist», sagte Poppe. Um den möglichen Ort des Einschlags einzugrenzen, suchten die Wissenschaftler nach Personen, die sich an die ungefähre Richtung der Feuerkugel erinnern können. Augenzeugen können ihre Beobachtungen online unter www.vsw.imo.net eingeben oder sich telefonisch unter 0441/229-1828 melden.

 

Nach Angaben der Experten trat der Meteor mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 45.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein. Die Lufthülle habe ihn dann auf etwa 15.000 Kilometer pro Stunde abgebremst. Vermutlich sei er noch in der Atmosphäre explodiert. Wenn mehrere Kameras dasselbe Ereignis beobachten, könnten Physiker die Flugbahn präzise berechnen und ein Streufeld eingrenzen, in dem Meteoriten auf die Erde gefallen sein könnten, hieß es. Ziel der Forschung an Meteoren und Meteoriten sei es, die Weltraumumgebung der Erde besser zu verstehen.


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