Fr, 09.10.2020Wenige evangelische Verlage auf Buchmesse vertreten - Göttinger Verlegerin Ruprecht: Möglichkeit gefunden zu werden

Der digitalen Buchmesse 2020 bleiben viele Verlage fern. Auch die evangelischen Verlagshäuser sind nur zum Teil dabei. Sie sehen Chancen und Fragezeichen.

Göttingen/Frankfurt a.M. (epd). An der digitalen Frankfurter Buchmesse werden sich auch einige evangelische Verlage beteiligen. Wie die stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Medienverbands (EMVD), Reinhilde Ruprecht, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, werden ihr eigener Verlag aus Göttingen (Edition Ruprecht), die Evangelische Verlagsanstalt mit der edition chrismon und noch einige weitere Verlagshäuser bei der «Special Edition» der Buchmesse dabei sein und ihre Titel auf sogenannten Präsentationskacheln auf der Buchmessen-Website vorstellen

 

 

«Ich sehe es als Möglichkeit, sich zu präsentieren und gefunden zu werden», sagte Ruprecht zu der aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkten Messe. Die nach Themenwelten sortierten «Kacheln» sähen allerdings «Religion» nicht vor, so dass das Angebot der evangelischen Verlage jetzt unter «Literatur und Sachbuch» zu finden sei. Die digitale Ausgabe der Messe vom 14. bis 18. Oktober sei noch etwas mit der heißen Nadel gestrickt, kommentierte die Göttinger Verlegerin. Eine Chance biete die «Kontaktbörse», «Matchmaking» genannt, für die Aussteller.

 

Der EMVD beteiligt sich zwar nicht direkt am digitalen Buchmessenauftritt, organisiert aber über den Ruprecht-Verlag die Präsentation einzelner Mitglieder dort. In dem Verband sind 38 Verlage, kirchliche Medienverbände und publizistische Einrichtungen zusammengeschlossen. Geschäftsführend ist das Gemeinschaftwerk der evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main, das unter anderem auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) trägt.

 

Der Geschäftsführer der Evangelischen Verlagsanstalt (EVA) aus Leipzig, Sebastian Knöfel, dämpfte zu große Erwartungen an die «Special Edition» der bisher weltweit bedeutendsten Buchmesse. Es sei schwierig, sich bei der großen Konkurrenz an Herbstnovitäten zu präsentieren, sagte Knöpfel: «Wer soll das Überangebot im Netz rezipieren? Da braucht es schon starke Zugpferde, große Autoren, um Aufmerksamkeit zu erreichen.»

 

Die Branche habe durch die Buchmesse bislang eine mediale Öffentlichkeit erfahren, die es in diesem Jahr so nicht mehr gebe, sagte Knöfel dem epd. Dennoch brauche es diese Öffentlichkeit für das Buch. Für Lizenzgespräche und Vertragsabschlüsse sei die Messe inzwischen weniger wichtig. Zwar hätten Termine dort effektiv gebündelt und Projekte geballt besprochen werden können. Doch sei es eher um Networking und Marketing gegangen.

 

Ob die Frankfurter Buchmesse, die in den vergangenen Jahren mehr als 7.000 Aussteller aus aller Welt und an den Publikumstaggen über 150.000 private Besucher anzog, in dieser Dimension wieder stattfinden werde, sei mit großem Fragezeichen zu sehen, sagte EVA-Geschäftsführer Knöfel. Die Teilnahme habe bislang große Summe im Marketingbudget gebunden. Viele Verlage würden sich jetzt fragen, ob dies in einem solchem Umfang nötig sei , und wie man sich zukünftig aufstellen wolle.

 

Die diesjährige Buchmesse bietet ein Digitalportal für Kontakte, Informationen und den Handel im Bereich Rechte und Lizenzen sowie ein digitales Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Als Präsenzmesse findet sie nicht statt, große Verlage wie Fischer, Rowohlt, die Holtzbrinck-Verlage und Random House hatten frühzeitig abgesagt. Als einziger analoger Veranstaltungsort und Bühne für Lesungen und Diskussionen ist die Festhalle auf dem Messegelände vorgesehen.


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