Außerordentliche Tagung der 48. Synode

Die Synode tagte im Gemeindehaus St.-Johannes-Kirche in Oldenburg. Alle Bilder: ELKiO/D.-M. Grötzsch
Die Synode tagte im Gemeindehaus St.-Johannes-Kirche in Oldenburg. Alle Bilder: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Am Sonnabend, 27. Januar 2018, kamen die Mitglieder der 48. Synode der oldenburgischen Kirche zu einer außerordentlichen Tagung im Gemeindehaus St.-Johannes-Kirche in Oldenburg zusammen.

Die Tagung sollte dazu dienen, strategisch wichtige Fragen im Blick auf die Wahl einer Bischöfin/eines Bischofs der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zu erörtern. Hintergrund ist die Entscheidung von Bischof Jan Janssen im November, seinen Verzicht auf das Bischofsamt zu erklären und die Verantwortung in diesem Leitungsamt abzugeben. Im Februar wird Pfarrer Thomas Adomeit die Vertretung im Bischofsamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg bis zum Amtsantritt der Nachfolgerin/des Nachfolgers von Bischof Jan Janssen übernehmen.

Auf Beschluss der Synode kamen die Synodalen zunächst in einer nichtöffentlichen Ausschusssitzung zusammen. Nach Abschluss der Ausschusssitzung tagte die Synode am Sonnabendnachmittag öffentlich.

Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils standen die Wahl eines nebenamtlichen Mitgliedes des Oberkirchenrates, die Vorbereitung der Wahl eines hauptamtlichen theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates sowie die Beschlussfassung entsprechend der Vorberatungen im Ausschuss. Anschließend fand ein Gemeindegottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Oldenburg-Kreyenbrück statt; die Predigt hielt Pfarrer Kai Wessels aus Fedderwardergroden.


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Tagesordnung für die außerordentliche Synodentagung

       

Öffentlicher Teil der außerordentlichen Synode eröffnet

Pfarrer Janssen dankte Sabine Blütchen für ihre zehnjährige Amtszeit als Synodenpräsidentin.
Pfarrer Janssen dankte Sabine Blütchen für ihre zehnjährige Amtszeit als Synodenpräsidentin.
Sabine Blütchen vereidigte den Synodalen Dr. Michael Jonas.
Sabine Blütchen vereidigte den Synodalen Dr. Michael Jonas.

Nachdem die Synode zunächst als Ausschuss nicht öffentlich getagt hatte, eröffnete Synodenpräsidentin Sabine Blütchen den öffentlichen Teil der außerordentlichen Tagung der 48. Synode im Gemeindehaus der St.-Johannes-Kirche in Oldenburg-Osternburg, damit die Beschlussfassungen entsprechend der Vorberatungen im Ausschuss öffentlich abgestimmt werden konnten.

 

Zu Beginn des öffentlichen Teils dankte Pfarrer Jan Janssen Sabine Blütchen für ihre zehnjährige Amtszeit als Synodenpräsidentin. Sie hatte dieses Amt am 15. Januar 2008 übernommen. Die Synodalen dankten der Präsidentin mit stehendem Applaus.

 

Nach der Eröffnung verpflichtete Synodenpräsidentin Sabine Blütchen als nichttheologisches Mitglied Dr. Michael Jonas (Kirchenkreis Oldenburg-Stadt), der zusammen mit dem Ersatzmitglied Dr. Kerstin Ebel vom Kirchenkreis nachgewählt worden war.

   

Synode wählt Pfarrer Thomas Adomeit zum nebenamtlichen Oberkirchenrat

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen gratulierte Pfarrer Thomas Adomeit zur seiner Wahl als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrats.
Synodenpräsidentin Sabine Blütchen gratulierte Pfarrer Thomas Adomeit zur seiner Wahl als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrats.
Pfarrer Adomeit dankte den Synodalen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.
Pfarrer Adomeit dankte den Synodalen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

Die Synodalen wählten Pfarrer Thomas Adomeit mit 56 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrats bis zum Amtsantritt einer Bischöfin oder eines Bischofs, längstens für die Dauer von zwei Jahren. Pfarrer Adomeit (47) übernimmt ab 1. Februar die Vertretung im Bischofsamt der oldenburgischen Kirche bis zum Amtsantritt einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers von Bischof Jan Janssen.

 

Thomas Adomeit bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die große Zustimmung zu seiner Wahl. Zudem dankte er den Synodalen für die intensive Diskussion zu möglichen Änderungen am Bischofsgesetz im nichtöffentlichen Teil der Tagung, die deutlich gemacht habe, wie sehr ihnen die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am Herzen liege. Mit einer solchen Haltung und Kultur könnten gute und tragfähige Ergebnisse für die oldenburgischen Kirche erzielt werden. Dabei mitzuwirken, müsse ihn daher nicht ängstigen, auch wenn das Ringen um die Prozesse, die im Moment prioritär liefen, die Kirche sehr verändern könnten und deswegen sicher nicht einfach würden, so Adomeit.

Nach dem Oberkirchenratsgesetz der oldenburgischen Kirche können Theologen und Theologinnen und Nichttheologen und Nichttheologinnen „bei Bedarf und gemäß des Stellenplans zur Wahrnehmung von einzelnen Aufgaben oder Referaten im Oberkirchenrat zu nebenamtlichen Mitgliedern des Oberkirchenrates berufen werden“. Sie sind in ihrer Mitwirkung an den Aufgaben des Oberkirchenrates den hauptamtlichen Mitgliedern gleichgestellt. Die Berufung erfolgt durch Wahl der Synode für eine bestimmte Zeit. Die nebenamtlichen Mitglieder des Oberkirchenrates führen neben ihrer Tätigkeit im Oberkirchenrat ihr bisheriges Amt weiter.


Zur Person

Seit 2009 war Pfarrer Thomas Adomeit Persönlicher Referent des Bischofs sowie Leiter des Bischofsbüros. Von 2007 bis 2009 hatte er die Leitung der Akademie der oldenburgischen Kirche inne und war zuständig für die Missions- und Ökumenearbeit. In den Jahren 2004 bis 2007 war er Gemeindepfarrer in Bad Zwischenahn, zuvor beauftragt mit der Organisation des Landeskirchentages „Mehr Himmel auf Erden“ im Juni 2004. Nach dem Studium der Ev. Theologie in Mainz, Berlin (Humboldt-Universität) und Marburg wurde Adomeit im September 2002 ordiniert.

    

Beschlüsse zur Bischofswahl

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen
Synodenpräsidentin Sabine Blütchen

Für die aktuelle Suche nach einer neuen Bischöfin oder eines neuen Bischofs wird die Synode keine rechtlichen Veränderungen vornehmen. Eine Überarbeitung des Bischofsgesetzes, die beispielsweise auch eine zeitliche Befristung des Bischofsamtes beinhalten könnte, würde die Suche nach einer Nachfolge nur zeitlich verzögern und beschweren, so die mehrheitliche Auffassung der Synode, die diese Frage im nicht-öffentlichen Teil der Tagung behandelte. Dennoch soll eine Überarbeitung in Auftrag gegeben werden, da die oldenburgische Kirche zu den letzten vier Kirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehöre, die ein lebenslanges Dienstverhältnis für das Bischofsamt vorsehe.

 

Die Synode beauftragte deshalb den Oberkirchenrat, bis spätestens zur 7. Tagung der 49. Synode (im Mai 2023) ein überarbeitetes Bischofsgesetz sowie eine Überarbeitung des Kirchengesetzes über die Dienstverhältnisse der Mitglieder des Oberkirchenrates und der Beamten der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Unter dem Vorsitz von Synodenpräsidentin Sabine Blütchen wird sich nun der Wahlausschuss auf die Suche nach möglichen Kandidatinnen und Kandidaten begeben. Dem Wahlausschuss gehören zwei theologische und fünf nicht theologische gewählte Mitglieder der Synode sowie zwei von der Pfarrervertretung benannte ordinierte Mitglieder an. Der Wahlausschuss soll für die Bischofswahl nicht mehr als drei Kandidatinnen/Kandidaten benennen und auch der Oberkirchenrat kann eine Kandidatin oder Kandidaten vorschlagen.

    

Vorbereitung der Wahl eines hauptamtlichen theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates

Die Synode beriet über die Ausschreibung der Stelle einer theologischen Oberkirchenrätin bzw. eines theologischen Oberkirchenrates.
Die Synode beriet über die Ausschreibung der Stelle einer theologischen Oberkirchenrätin bzw. eines theologischen Oberkirchenrates.

Bereits auf der Synodentagung im November vergangenen Jahres hatte die Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses, Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, berichtet, dass die Amtszeit von Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk als hauptamtliches theologisches Mitgliedes des Oberkirchenrates am 31. März 2019 ende. Die Aussprache über das weitere Verfahren wurde im November unter dem Eindruck des Amtsverzichtes von Bischof Janssen auf die außerordentliche Synodentagung verschoben.


Nach einer nichtöffentlichen Aussprache beschloss die Synode in geheimer Abstimmung, die Stelle einer theologischen Oberkirchenrätin bzw. eines theologischen Oberkirchenrates auszuschreiben. Der Wahlvorbereitungsausschuss wird gebeten, das Verfahren zur Wahl eines hauptamtlichen theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates fortzusetzen. Im Fall der Wahl oder Wiederwahl beschloss die Synode, dass die Berufung einer Theologin, eines Theologen in ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis auf Zeit und für die Dauer von zehn Jahren erfolgen soll.

   

Abschluss der Synodentagung

Mit der Einladung zum Gottesdienst im Anschluss an die Synode in der St.-Johannes-Kirche, in dem Pfarrer Thomas Adomeit in sein Amt eingeführt wurde, schloss Synodenpräsidentin Sabine Blütchen die Verhandlungen außerordentlichen Tagung der 48. Synode.

Zu ihrer 9. Tagung wird die 48. Synode vom 24. bis 26. Mai 2018 im Evangelischen Bildungshaus Rastede zusammenkommen.
  
  

Pfarrer Thomas Adomeit in neues Amt eingeführt

Einführung von Pfarrer Thomas Adomeit als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrates.
Einführung von Pfarrer Thomas Adomeit als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrates.
Bei der Einführung wünschte Pfarrer Jan Janssen (li.), Vertreter im Bischofsamt, Pfarrer Thomas Adomeit den „Segen unseres mitgehenden Gottes“ sowie die hellwache, aufmerksame und solidarische Unterstützung der Synode und der oldenburgischen Kirche insgesamt.
Bei der Einführung wünschte Pfarrer Jan Janssen (li.), Vertreter im Bischofsamt, Pfarrer Thomas Adomeit den „Segen unseres mitgehenden Gottes“ sowie die hellwache, aufmerksame und solidarische Unterstützung der Synode und der oldenburgischen Kirche
Die Predigt im Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Oldenburg-Kreyenbrück hielt Pfarrer Kai Wessels aus Fedderwardergroden, Vizepräsident der oldenburgischen Synode.
Die Predigt im Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Oldenburg-Kreyenbrück hielt Pfarrer Kai Wessels aus Fedderwardergroden, Vizepräsident der oldenburgischen Synode.

In einem Gemeindegottesdienst im Anschluss an die außerordentliche Tagung der Synode wurde Pfarrer Thomas Adomeit am Samstagnachmittag, 27. Januar, als nebenamtliches Mitglied des Oberkirchenrates in sein Amt eingeführt.

Bei der Einführung wünschte Pfarrer Jan Janssen, Vertreter im Bischofsamt der oldenburgischen Kirche, Pfarrer Thomas Adomeit den „Segen unseres mitgehenden Gottes“ sowie die hellwache, aufmerksame und solidarische Unterstützung der Synode und der oldenburgischen Kirche insgesamt. In dem besonderen Mandat als Vertreter im Bischofsamt gehe es um eine „Vielfalt der Bezüge, um das Verbundensein mit allen, das Netzwerk mit vielen Gesichtern und den Gefilden von Oldenburg und umzu“. Dazu brauche es Gaben der Kommunikation, des Zusammenhaltens und der Verknüpfung, die Adomeit mit auf den Weg gegeben seien, so Janssen. Er dankte Adomeit ausdrücklich, dass er diese Gaben schon bisher in beispielhafter Weise eingebracht und fruchtbar gemacht habe.

In seiner Predigt im Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche in Oldenburg-Kreyenbrück nahm Pfarrer Kai Wessels aus Fedderwardergroden, Vizepräsident der oldenburgischen Synode, Bezug zur Tageslosung aus Psalm 23 Vers 6: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ Dieser Satz der Tageslosung sorge gerade am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz und des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus dafür, dass die Notwendigkeit des Erinnerns schuldhaften Versagens auch in den Kirchen in den Blick gerate. Zur Verantwortung der Kirchen gehöre es, Erinnerung aufrecht zu halten, Geschichte aus der Perspektive der Bedrängten und Bedrückten zu verstehen und Tag für Tag für Recht, Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. Aus der Zusage Gottes erwachse „die Fähigkeit zum Aufbruch, der Mut zur Verantwortung, die Energie im miteinander Suchen des richtigen Weges, die Kraft für die nötigen nächsten Schritte und Weichenstellungen“, so Wessels.

 

Von der Synodentagung berichteten Andrea Vogt, Dirk-Michael Grötzsch und Pfarrer Hans-Werner Kögel.

   

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