Vorschläge des Oberkirchenrates zur Haushaltsstabilisierung

Die 48. Synode hat auf ihrer 7. Tagung im Mai 2017 den Oberkirchenrat damit beauftragt, Maßnahmen zur Prioritätensetzung innerhalb der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg vorzuschlagen. Hintergrund ist die zu erwartende Entwicklung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel angesichts einer kontinuierlich sinkenden Zahl an Kirchengliedern einerseits sowie absehbaren Tarifsteigerungen, Versorgungsverpflichtungen (NKVK) und Verteuerungen von Verbrauchsgütern (Energie, Bürobedarf etc.) andererseits.

 

Eine von den Grundlagen der mittelfristigen Finanzplanung ausgehende Hochrechnung hat folgende konkrete Zahlen ergeben: Es ist zu erwarten, dass sich die Haushaltsdefizite bis zum Jahr 2030 auf rund 131 Millionen Euro aufsummieren werden, wenn die Arbeitsbereiche der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in derzeitiger Aufstellung und Ausgestaltung fortgeführt würden. Ohne ein Gegensteuern bestünde die Gefahr, dass dauerhaft nur noch defizitäre Haushaltspläne aufgestellt werden könnten und damit die Handlungsfähigkeit als selbstständige Kirche verloren ginge.

 

Der vorgelegte Maßnahmenkatalog ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit den Arbeitsbereichen der Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, in der der Oberkirchenrat für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 denkbare Maßnahmen zur Erhaltung der Handlungsfähigkeit als selbstständige Kirche systematisiert und einheitlich dargestellt zusammengefasst hat. Mit diesem Maßnahmenkatalog könnten nach den derzeitigen Planungen rund 124 Millionen Euro des zu erwartenden Defizits aufgefangen werden.

 

Ziele dabei sind:

  • Aufstellung eines dauerhaft ausgeglichenen Haushalts unter Berücksichtigung der mittelfristigen Finanzplanung,
  • Optimierung der Prozessabläufe in den Handlungsfeldern sowie ihren Einrichtungen/Arbeitsbereichen,
  • Ermöglichung einer Offenheit für innovative Projekte.

 

Teil des Maßnahmenkatalogs ist ein neuer Rahmenpfarrstellenplan, der die Zahl der Pfarrstellen von derzeit 250 auf langfristig 173 Stellen reduziert. Bis 2030 würde sich so eine Einsparsumme von rund 71 Millionen Euro ergeben. Wo ein Stellenabbau vorgesehen ist, würde dies durch den Eintritt des Stelleninhabers oder der -inhaberin in den Ruhestand möglich werden. Kündigungen sind nicht vorgesehen – dies gilt nicht nur für den Pfarrdienst, sondern auch für alle anderen kirchlichen Arbeitsbereiche.

 

Ob die Zahlen valide bleiben, wird immer wieder zu überprüfen sein, da andere Faktoren –wie Gesetzesänderungen, das Kirchensteuersystem, die Zinspolitik oder eine gegenläufige Mitgliederentwicklung – Einfluss auf die Haushaltssituation haben können. Dasselbe gilt für die Maßnahmen: Sie sind nicht fertig zur Umsetzung, sondern sie beschreiben ein mögliches Szenario mit den heute bekannten Faktoren, die sich angesichts eines so langen Zeitraums aber auch verändern können. Der vorgelegte Maßnahmenkatalog ist und bleibt daher ein zu steuernder Prozess.

 

Die Maßnahme-Bögen sind weitgehend selbsterklärend gestaltet. Bei der Angabe des Einsparpotentials wurde nach PK (Personalkosten) und SK (Sachkosten) unterschieden. Die PK sind mit einer angenommenen jährlichen Tarifsteigerung von 2,3 Prozent berücksichtigt, die der SK statisch. Die Maßnahme-Bögen folgen in der Abfolge der Haushaltssystematik und gehen vom Basisjahr 2017 aus, ohne Berücksichtigung der zwischenzeitlich erfolgten Nichtbesetzung von Diakonenstellen.

 
Maßnahmenkatalog zum Download als pdf-Dokument

  

Stellungnahmen und Korrekturen zum Maßnahmenkatalog zum Download als pdf-Dokument

 

 

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