Mi, 28.02.2018Den Blick verändern: Friedenslogik statt Sicherheitslogik

Zweiter Vortrag zum friedensethischen Konsultationsprozess am Donnerstag in Oldenburg

Freuen sich auf den zweiten Vortragsabend (von li. nach re.): Peter Tobiassen vom Evangelischen Bildungswerk Ammerland, Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann aus Oldenburg, Pfarrer Olaf Grobleben, Beauftragter für Ethik und Weltanschauungsfragen und Pfarrerin Nele Schomakers aus Delmenhorst. Foto: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Unter dem Thema: „Den Blick verändern: Friedenslogik statt Sicherheitslogik“ findet am Donnerstag, 1. März, der zweite Vortrag im Rahmen des friedensethischen Konsultationsprozesses der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg statt. Referentin ist Professorin Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Politologin und Hochschullehrerin für Europastudien am Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Der Vortragsabend findet um 19 Uhr im Gemeindehaus Ohmstede (Butjadinger Straße 59, 26125 Oldenburg) statt und wird von Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann moderiert.

An dem Abend soll zur Sprache kommen, dass viele Menschen das Gefühl haben, in einem zunehmend unsicheren Umfeld zu leben. Rufe nach Zäunen und Abschottung, nach Aufrüstung werden in unserer Gesellschaft lauter. Sicherheitslogisches Denken identifiziert Probleme als Bedrohungen, die es abzuwehren gilt. Friedenslogisches Denken hingegen blickt auf die Konfliktparteien, deren Beziehung es mit dialogverträglichen Mitteln neu zu gestalten gilt.

Der friedensethische Konsultationsprozess der oldenburgischen Kirche steht insgesamt unter dem Thema: „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ (Lukas 1,79). Mit der Reihe von insgesamt sechs Vorträgen und Veranstaltungen lädt die oldenburgische Kirche dazu ein, über Fragen und Aspekte des Leitbilds eines „gerechten Friedens“ miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Friedensethische Konsultationsprozess wurde von der Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg initiiert. Sie hatte sich im Vorfeld mit aktuellen friedensethischen Fragen befasst und einen Beratungsprozess angeregt. Insbesondere in den Jahren 2018 und 2019 sollen sich die Kirchengemeinden und Einrichtungen im Oldenburger Land schwerpunktmäßig mit dem Thema Frieden auseinandersetzen.

Die Vorstellung eines „gerechten Friedens“ ist in den Kirchen der weltweiten Ökumene weitgehend als Leitbild akzeptiert. Nun entfaltet jedes Leitbild seine Wirkung erst durch Umsetzung in die Praxis. Unterschiedliche Kirchen kommen hier zu unterschiedlichen Handlungsperspektiven.

Zentrale Fragen für den oldenburgischen Konsultationsprozess sind: Was bedeutet das Eintreten für „gerechten Frieden“ in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg? Welche Vorstellungen ruft dieses Leitbild bei uns hervor? Der Friedensethische Konsultationsprozess fragt auch danach, wie der Gedanke des gerechten Friedens für die Gemeinden und Einrichtungen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg fruchtbar gemacht werden kann.

Laut Pfarrer Olaf Grobleben, Beauftragter für Ethik und Weltanschauungsfragen der oldenburgischen Kirche, sind die Ziele des Friedensethischen Konsultationsprozesses: „sich der friedensfördernden Impulse unserer eigenen biblischen und theologischen Tradition bewusst zu werden, eine eigene friedensethische Position zu erarbeiten und die Förderung des Friedens als kontinuierliche Aufgabe in der Kirche zu verstehen und zu verstetigen.“

Praktisch solle damit erreicht werden, „dass Friedensthema in unterschiedlichen Weise regelmäßig zu thematisieren, z. B. in den Gemeinden und in der Familien- und Erwachsenenbildung, in der Akademie oder in der Jugendarbeit, im interreligiösen Gespräch oder in der Arbeit mit Flüchtlingen“, so Grobleben.

Mit dem Friedensethischen Konsultationsprozess stellt sich die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg laut Grobleben in eine Reihe mit anderen evangelischen Landeskirchen wie der Ev. Kirche in Baden, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg oder der Nordkirche. In der weltweiten christlichen Ökumene ist die Aufmerksamkeit für die Bedeutung des Friedensthemas insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten stetig gewachsen.

So endete 2011 eine vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) ausgerufene „Dekade zur Überwindung von Gewalt“. 2013 sprach die ÖRK-Vollversammlung eine Einladung aus, sich an einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens zu beteiligen. Mittlerweile ist die Vorstellung eines gerechten Friedens weltweit in den christlichen Kirchen als Leitbild akzeptiert.

Weitere Auskünfte und Informationen erhalten Sie von:
Pfarrer Olaf Grobleben, Beauftragter für Ethik und Weltanschauungsfragen
Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
Gottorpstr. 14, 26122 Oldenburg
Fon: 0441/7701-180, Fax: 0441/7701-169
E-Mail: olaf.grobleben@No Spamkirche-oldenburg.de

Die Vortragsreihe im Rahmen des friedensethischen Konsultationsprozesses in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg umfasst insgesamt folgende Veranstaltungen:

 

Mittwoch, 14. Februar 2018 | 19:00 Uhr
Gemeindehaus Wahnbek, Butjadinger Straße 64, 26180 Rastede
Die Friedensbotschaft der Bibel und die Frage nach militärischer Gewalt als letztem Ausweg
Für Christinnen und Christen ist es weitgehend unstrittig, dass vorrangig zivile Mittel zur Friedenserhaltung eingesetzt werden sollen. Dennoch halten sich viele den Einsatz von Gewalt zur Friedenserzwingung offen – als „ultima ratio“. Dabei legt die Botschaft der Bibel den Verzicht auf Gewalt nahe. Kann deshalb für Christinnen und Christen gewaltfreies Handeln nur die vorrangige oder muss sie nicht die einzige Option sein?
Einleitende Vorträge: Dr. Roger Mielke, Oberkirchenrat, EKD-Referent für Fragen der öffentlichen Verantwortung der Kirche und Dietrich Becker-Hinrichs, Pfarrer, Ev.-luth. Kirche in Baden
Moderation: Kreispfarrer Lars Dede, Kirchenkreis Ammerland
Anmeldung wird erbeten unter: 04488/77151 oder unter: www.eeb-niedersachsen.de/Veranstaltung/820180262

Donnerstag, 1. März 2018 | 19:00 Uhr
Gemeindehaus Ohmstede, Butjadinger Straße 59, 26125 Oldenburg
Den Blick verändern: Friedenslogik statt Sicherheitslogik
Viele Menschen haben das Gefühl, in einem zunehmend unsicheren Umfeld zu leben. Rufe nach Zäunen und Abschottung, nach Aufrüstung werden lauter. Sicherheitslogisches Denken identifiziert Probleme als Bedrohungen, die es abzuwehren gilt. Friedenslogisches Denken hingegen blickt auf die Konfliktparteien, deren Beziehung es mit dialogverträglichen Mitteln neu zu gestalten gilt.
Einleitender Vortrag: Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Politologin und Professorin für Europastudien
Moderation: Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann, Kirchenkreis Oldenburg Stadt

Mittwoch, 25. April 2018 | 19:00 Uhr
Christus- und Garnisonskirche, Am Kirchplatz 1, 26382 Wilhelmshaven
Zivile Konfliktbearbeitung in Bürgerkriegsländern
Bei „Ziviler Konfliktbearbeitung“ werden bewusst nichtmilitärische Mittel eingesetzt, um gewaltsame Auseinandersetzungen beizulegen und zu vermeiden. Dabei werden die Konfliktparteien aktiv in die Suche nach angemessenen Lösungen einbezogen. Die "Zivile Konfliktbearbeitung" orientiert sich an den Bürger- und Menschenrechten und bezieht dabei die ethischen und religiösen Vorgaben der Konfliktparteien mit ein.
Einleitender Vortrag: Dr. Sabine Kurtenbach, Senior Research Fellow am German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg
Moderation: Kreispfarrer Christian Scheuer, Kirchenkreis Friesland/Wilhelmshaven

Donnerstag, 14. Juni 2018 | 19:00 Uhr
St.-Elisabeth-Kirche, Kirchstraße 4, 27798 Hude
Fluchtursache Klimawandel
Klimawandel und Wetterextreme sind wichtige Triebkräfte für Migration und Flucht. Wenn Hitzewellen ganze Regionen austrocknen oder der Regen zu heftig auftritt, ist das Überleben vieler Menschen gefährdet. Ernten werden vernichtet und Wasser wird vielerorts zum knappen Gut. Wir stehen vor der Herausforderung, die negativen Folgen des Klimawandels zu bremsen. Was können wir hier dafür tun?
Einleitender Vortrag: Sabine Minninger, Referentin für Klimapolitik bei Brot für die Welt
Moderation: stellv. Kreispfarrer Reiner Backenköhler, Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land

Montag, 17. September | 20:00 Uhr
Gemeindehaus, Schulstraße 5, 26935 Rodenkirchen
Faire Handelsbeziehungen für mehr Gerechtigkeit
Fairer Handel sorgt in den Ländern, denen dieser zu Gute kommt, für eine Verbesserung der Gesundheits- und Ernährungssituation und trägt zu einem häufigeren Schulbesuch bei. Er fördert stabile, langlebige Institutionen, verbessert den Marktzugang und führt zu diversifizierter Produktion. Dennoch vereinbaren starke Wirtschaftsnationen immer wieder unfaire Verträge. Rohstoffausbeutung für zu kriegerischen Auseinandersetzungen und Unterdrückung. Was können Kirchen und ihre Einrichtungen dazu beitragen, damit faire Handelsbeziehungen zustande kommen?
Einleitender Vortrag: Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages
Moderation: Kreispfarrer Jens Möllmann, Kirchenkreis Wesermarsch

Donnerstag, 18. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Gemeindezentrum der Stadtkirche, Lutherstraße 4, 27749 Delmenhorst

Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte 

Deutsche Waffen sind in alle Kriegsgebieten dieser Erde bei allen beteiligten Konfliktparteien zu finden. Die Waffen tragen wesentlich zur Spirale der Gewalt bei. Exportkontrollen sind kaum wirksam. Insbesondere deutsche Kleinwaffen fordern in vielen Konflikten zahlreiche Opfer. Ist es nicht an der Zeit, Waffenproduktion und Waffenexporte in Deutschland strikt zu verbieten?
Einleitender Vortrag: Kiflemariam Gebrewold, Leiter des Projekts Rüstungsexport und Rüstungskonversion der Evangelischen Landeskirche in Baden
Moderation: Kreispfarrer Bertram Althausen, Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land


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