So, 30.11.2014Garnisonkirche wird Heimat für Reformierte

Erster evangelisch-reformierter Gottesdienst in Oldenburg

Im Anschluss an den ersten evangelisch-reformierten Gottesdienst in der Oldenburger Garnisonkirche unterzeichneten Vertreter der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oldenburg, der die Garnisonkirche gehört, und der Evangelisch-reformierten Landeskirche einen Nutzungsvertrag (von li. nach re.): Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Bischof Jan Janssen, Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Dr. Jobst Seeber, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde Oldenburg, und die reformierte Pastorin Hilke Klüver aus Leer. Alle Fotos: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Kirchenpräsident Martin Heimbucher (li.) und Dr. Jobst Seeber unterzeichnen den Nutzungsvertrag.

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes die evangelisch-reformierten Christinnen und Christen im Raum Oldenburg.

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher hielt die Predigt im ersten evangelisch-reformierten Gottesdienst in der Oldenburger Garnisonkirche.

Erster evangelisch-reformierter Gottesdienst in der Oldenburger Garnisonkirche

Die reformierte Pastorin Hilke Klüver aus Leer bedankte sich im Gottesdienst für die Gastfreundschaft der Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg.

Feierten gemeinsam Gottesdienst (von li. nach re.): Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Bischof Jan Janssen und die reformierte Pastorin Hilke Klüver aus Leer.

Dr. Jobst Seeber (re.) überreichte Kirchenpräsident Martin Heimbucher Brot und Salz als Zeichen guter Gastfreundschaft.

Am Sonntag, dem 1. Advent 2014, haben evangelisch-reformierte Christinnen und Christen in Oldenburg ihren ersten Gottesdienst gefeiert. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg und die Evangelisch-reformierte Kirche hatten dazu in die Oldenburger Garnisonkirche eingeladen. Vor einigen Wochen vereinbarten die beiden Landeskirchen, mit einem regelmäßigen Gottesdienstangebot in Oldenburg zu prüfen, ob langfristig eine evangelisch-reformierte Gemeinde innerhalb der oldenburgischen Kirche gegründet werden könnte.

 

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher sagte im Gottesdienst: „Ich freue mich für die Reformierten in Oldenburg, dass sie nun ihren regelmäßigen Gottesdienst in der Garnisonkirche haben werden.“ Er nannte die Gottesdienste ein schönes Zeichen guter Zusammenarbeit über Landeskirchengrenzen hinweg. In seiner Predigt verglich Heimbucher reformierte Christen mit Pilgern. Er stellte fest, dass die Reformierten nicht in die Kirchen hinein, sondern von ihnen in die Welt hinaus pilgerten.

 

Mit Blick auf die friedliche Revolution und den Mauerfall vor 25 Jahren sagte er, dass dieses Modell eines umgekehrten Pilgerwegs schon einmal sehr erfolgreich in die Tat umgesetzt worden sei. „Das waren Pilgerschritte in die veränderte Zukunft eines ganzen Landes, wenn nicht des ganzen Kontinents“, so Heimbucher. Es möge gelingen, diesen anderen Pilgerweg der friedlichen Revolution weiterzugehen.

 

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes die evangelisch-reformierten Christinnen und Christen im Raum Oldenburg, denen ihr reformiertes Bekenntnis in der oldenburgischen Kirche wichtig geblieben ist. Er sagte: „Gut, dass wir einander haben und einander ergänzen, ob wir lutherische Messe feiern oder Genfer Psalmen singen.“ Bischof Janssen formulierte den deutlichen Wunsch, dass am Ende der vereinbarten Erprobungsphase „aus dieser Kirche der ehemaligen Garnison eine Kirche mit neuem Gemeindeleben werden könnte“.

 

Die jetzt gestartete Gottesdienstreihe mit einem Gottesdienst an jedem ersten Sonntag im Monat und an den hohen kirchlichen Feiertagen ist das Ergebnis einer Anfrage der reformierten Kirche aus dem Jahr 2011, in Oldenburg eine reformierte Gemeinde zu gründen. Im Raum Oldenburg leben rund 4.000 Kirchenmitglieder, die sich als evangelisch-reformierte Christinnen und Christen bezeichnen. In der Regel sind diese aus der Evangelisch-reformierten Kirche oder aus anderen Landeskirchen in das Gebiet der oldenburgischen Kirche gezogen. In der oldenburgischen Kirche gibt es bereits in Accum im Jeverland eine Kirchengemeinde mit reformiertem Bekenntnis.

 

Die reformierte Pastorin Hilke Klüver aus Leer bedankte sich im Gottesdienst für die Gastfreundschaft der Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg, die die Reformierten schon im Vorfeld erleben konnten. Sie wird am kommenden Sonntag, 7. Dezember, in Oldenburg predigen. Bereits jetzt, so Klüver, hätten sich aus dem Raum Oldenburg Kirchenmusiker gemeldet, die die Gottesdienste musikalisch gestalten wollten.

 

Nach dem Gottesdienst unterzeichneten Vertreter der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oldenburg, der die Garnisonkirche gehört, und der Evangelisch-reformierten Landeskirche einen Nutzungsvertrag über die gemeinsame Nutzung der Kirche. Danach bleibt diese Eigentum der Kirchengemeinde Oldenburg. Die dort eingeführten gottesdienstlichen Angebote am Sonntagabend, die Ev. Messe, das Taizè-Gebet und der Meditative Gottesdienst bleiben weiterhin bestehen. Auch das ökumenische Friedensgebet und Konzerte sollen weiterhin stattfinden können. Ergänzend kommen die reformierten Gottesdienste hinzu, die zunächst von Pastorinnen und Pastoren aus dem Raum Leer gestaltet werden.

 

Zur Evangelisch-reformierten Kirche gehören 145 Kirchengemeinden vornehmlich im Nordwesten Deutschlands, im Osten Niedersachsens und in Bayern. Sie hat ihren Sitz in Leer (Ostfriesland). Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg umfasst 117 Kirchengemeinden mit rund 434.000 Mitgliedern. Beide sind Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


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