Mi, 27.05.2020Neubauvorhaben für Fachklinik Oldenburger Land im Plan

Neerstedter Einrichtung wird für die Zukunft fitgemacht

Chefarzt Bernd Ströhlein freut sich über Fortgang der Neubauarbeiten der Fachklinik Oldenburger Land. Alles ist im Plan. Ende des Jahres soll das neue Haupthaus in Betrieb genommen werden. Alle Fotos: ELKiO/Peter Kratzmann

Der Neubau der Fachklinik Oldenburger Land in Neerstedt erfolgt in drei Bauabschnitten.

Die Fachklinik erhält ein neues großes Hauptgebäude, das im Dezember des Jahres in Betrieb gehen soll.

Das alte Haupthaus soll im kommenden Jahr saniert werden.

Auf dem Gelände der Fachklinik Oldenburger Land in der Nähe Neerstedts (Gemeinde Dötlingen) verändert sich in diesen Wochen optisch viel. Zurzeit wird am ersten von insgesamt drei Bauabschnitten gearbeitet. Die einzige Fachklinik für Suchtkranke mit intellektuellen und sozialen Beeinträchtigungen in Deutschland erhält ein neues großes Hauptgebäude, das im Dezember des Jahres in Betrieb gehen soll. So sieht es die Planung vor. Die Fachklinik befindet sich in Trägerschaft des Diakonischen Werks Oldenburg.

Für die ehemaligen Patientinnen und Patienten der Fachklinik Oldenburger Land ist das Jahrestreffen jeweils im Spätsommer nicht nur ein willkommener Anlass auf den eigenen Aufenthalt in der Klinik zurückzublicken, sondern auch die Gelegenheit, die eigene Weiterentwicklung zu reflektieren und zugleich am eigenen Beispiel einen Weg aus der Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und Medikamenten aufzuzeigen. Ein Weg, den das multiprofessionelle Team in der Klinik begleitet und ermöglicht hat. Angesichts der vielen Veränderungen wird das Hallo auch beim nächsten Ehemaligentreffen sein, das durch die Corona-Pandemie allerdings erst 2021 stattfinden kann.
 
Bernd Ströhlein, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist fast zeitgleich mit dem Baubeginn im Oktober 2019 neuer Chefarzt der Fachklinik geworden. „Gleich zu Beginn neue Wohn- und Behandlungsstrukturen für die Unterbringung der Patienten mit zu entwickeln und das zusammen mit einem motivierten Mitarbeiterteam, ist ein schöner Start“, freut sich Ströhlein und blickt auf den voranschreitenden Neubau. Gerade ist die Decke für das erste Obergeschoss gegossen worden. Es geht zügig voran, alles im Zeitplan.
 
48 Behandlungsplätze bietet die Fachklinik Menschen mit Beeinträchtigungen und Abhängigkeitserkrankungen. An dieser Anzahl wird sich auch nach Abschluss der Neubau- und Sanierungsmaßnahmen nichts ändern. Im neuen Gebäude, das parallel zum alten Gutshaus entsteht, finden 36 Patientinnen und Patienten in Einzelzimmern Platz mit jeweils eigenem Sanitärbereich, eine barrierefreie Unterkunft. Eine Unterbringung erfolge weiter auch im Buchenhof einem Nebengebäude. Dort wird derzeit auch die Aufnahme und 14-tägige Quarantäne für Neuaufnahmen auf Grund der Corona-Pandemie ermöglicht, berichtete der Chefarzt.
 
Im Neubau finden nach der Fertigstellung Ende des Jahres unter anderem auch die Küche, der Speisesaal und zwei weitere Bedarfszimmer Platz. Rund vier bis fünf Mio. Euro wird der Neubau der Einrichtung in der Diakonie im Oldenburger Land kosten. Nach der Inbetriebnahme des Neubaus Ende des Jahres geht es im Februar 2021 in den zweiten Bauabschnitt. Ströhlein: „Das derzeitige Haupthaus wird komplett entkernt.“ Dort wird unter anderem der vergrößerte Medizin- und Pflegebereich untergebracht. Im Jahr 2022 schließt sich daran noch eine Sanierung des Buchenhofes an. Dort stehen allerdings mehr kleinere Erhaltungsmaßnahmen an. Außerdem werden in der Bauzeit Aufforstung für die notwendig gewordenen Baumfällungen vorgenommen.
 
Letztendlich ist die Gesamtbaumaßnahme nicht nur für die Patientinnen und Patienten, die hier acht bis 21 Wochen vollstationär untergebracht sind, und Hilfe zu ihrer Sucht- und Lebenssituation erhalten, ein großer Schritt, auch für die 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Pflegeteam Therapeuten, Ärzten, Verwaltungsangestellte und auch Leitung bedeutet die Sanierungsmaßnahme einen großen Schritt in die Zukunft.
 
Der Umbruch ist da. Es gibt viel zu tun. „Das alles auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Wir sind froh keine Infektion im Hause verzeichnen zu müssen“, sagte Bernd Ströhlein abschließend und weiter: Immerhin würden sich zurzeit zwischen 35 und 40 Patienten zur Behandlung in der Einrichtung befinden. Das sei der Verdienst aller. Eben wegen der Bauarbeiten gelte es, besondere Umsicht walten zu lassen.
 
Zur Historie:
Das Hauptgebäude der Fachklinik Oldenburger Land wurde 1908 erbaut. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente das Anwesen für das Land Bremen als Heim für schwer erziehbare Jungen. Neben der Möglichkeit der Unterbringung gehörte auch ein Landwirtschaftsbetrieb zum Heim. Seit 1976 wird die Einrichtung am Standort Neerstedt für die stationäre Suchthilfe genutzt. Seit 1996 unter dem Namen Fachklinik Oldenburger Land.
 
Die Fachklinik Oldenburger Land entwickelte spezielle Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen. Es wurden spezifische Behandlungsangebote für hörgeschädigte Menschen und Suchterkrankungen durchgeführt. Seit 1996 wurde eine Gruppe speziell für suchterkrankte Menschen mit geistiger Behinderung eingerichtet, die schließlich zu einem Angebot von 16 Therapieplätzen führte. Ab 2017 spezialisierte sich die Fachklinik Oldenburger Land gänzlich auf die Behandlung suchterkrankter Menschen mit Beeinträchtigungen, wobei neben der vorherrschenden Beeinträchtigung Intelligenzminderung auch Angebote für Menschen mit hirnorganischen Beeinträchtigungen und psychiatrischen Residualsyndromen vorgehalten werden. Die Behandlung der Hörgeschädigten-Gruppe wechselte in die Fachklinik Weser Ems mit deren Eröffnung im Mai 2017.
 
Eine herausragende Besonderheit der Fachklinik Oldenburger Land bildet ihre Einbettung in die erschaffene Parklandschaft, die in den 40 Jahren seit Grünung entstand. So ergibt sich eine Umgebung mit durchaus hoher Relevanz für das Gelingen des Rehabilitationsprozesses bei Menschen mit Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen, wie es von der Einrichtung in der Konzeption beschrieben wird.
 
Ein Beitrag von Peter Kratzmann.

 


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