Di, 03.12.2019Oldenburgische Kirche unterstützt Bündnis zur Flüchtlingsrettung

Menschen in Seenot müssen gerettet werden

Grafik: Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg begrüßt die Initiative für ein neues Seenotrettungsschiff im Mittelmeer. Das Kollegium des Oberkirchenrates hat heute, Dienstag, 3. Dezember, beschlossen, dass die oldenburgische Kirche dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierten Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ beitritt.
  
Weiterhin rief Bischof Thomas Adomeit gemeinsam mit dem Kollegium des Oberkirchenrates die Kirchengemeinden, Kirchenkreise, Werke und Einrichtungen der oldenburgischen Kirche dazu auf, sich diesem Bündnis anzuschließen.
  
Die EKD hatte heute Vormittag bekannt gegeben, gemeinsam mit einem zivilgesellschaftlichen Bündnis über eine Spendensammlung ein neues Schiff zu finanzieren. Der Verein „United4Rescue – Gemeinsam Retten!“ soll die Seenotrettungsorganisation „Sea-Watch“ beauftragen, ein weiteres Schiff ins Mittelmeer zu schicken.
  
Auch wenn ein zusätzliches Schiff ein politisches Signal sei, so Bischof Thomas Adomeit: „Jedes einzelne gerettete Leben ist ein toter Mensch weniger.“ Menschen in Seenot müssen laut Adomeit gerettet werden, das sei nicht verhandelbar. „Und aus christlicher Sicht unterstreiche ich das: Jedes Menschenleben ist unendlich wertvoll.“
 
Flucht ist auch „unserer Wirtschaftspolitik in Europa“ geschuldet

Der Wohlstand in Europa werde in Teilen auch auf Kosten der ärmeren Länder dieser Welt aufgebaut, so Adomeit. „Wir importieren Rohstoffe, exportieren unsere Überschüsse und ermöglichen z. B. den afrikanischen Ländern nur wenig Zugang zu unseren Märkten. Konflikte in den verschiedenen Regionen der Welt werden auch mit Waffen ausgetragen, die wir verkauft haben. Der Klimawandel trifft die Ärmsten – dabei ist der CO2-Ausstoß in den Industrieländern pro Person signifikant höher, macht aber an den Grenzen in Richtung Afrika und Asien nicht halt. Und wir kaufen Edelmetalle billig ein und nehmen Ausbeutung und Kinderarbeit in Kauf.“ Dass sich Menschen auf die Flucht begeben müssen, sei auch „unserer Wirtschaftspolitik in Europa“ geschuldet.

 

Bereits vor zwei Wochen hatte der Oberkirchenrat beschlossen, das von der EKD initiierte Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung und den Kauf eines zusätzlichen Rettungsschiffes mit 20.000 Euro zu unterstützen.
 
Angesichts der anhaltenden humanitären Katastrophe im Mittelmeer hat die EKD beschlossen, diejenigen zu unterstützen, die ehrenamtlich auf dem Meer Leben retten, weil sie dem Ertrinken nicht tatenlos zusehen wollen. Gemeinsam mit anderen Partnern der Zivilgesellschaft und mit Zustimmung des Rates der EKD und der Kirchenkonferenz ist das Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ ins Leben gerufen worden, als Zeichen der Menschlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft. „Wir wollen mit einer breiten gesellschaftlichen Allianz sichtbar machen, dass es in unserem Land eine Mehrheit für Humanität und Menschenrechte gibt. Und um dann mit diesem Bündnis auch Spenden zu sammeln, um ein zusätzliches Rettungsschiff in den Einsatz zu bringen“, so Dr. Thies Gundlach, Theologischer Vizepräsident der EKD.
 

Oldenburgische Synode begrüßt Initiative zum Flüchtlingsschiff
Auch die Synodalen der oldenburgischen Kirche haben auf ihrer Tagung am 22. November in Rastede die EKD-Initiative zur Gründung des Bündnisses „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ begrüßt. Die Rettung von Menschen in Seenot sei gerade vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes eine nicht verhandelbare Verpflichtung, so die Synodalen.
 

Die Synode begrüßte ausdrücklich die Entscheidung des Kollegiums des Oberkirchenrates der oldenburgischen Kirche, dem Bündnis zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer 20.000 Euro für die Anschaffung eines zusätzlichen Rettungsschiffes zur Verfügung zu stellen.

 

Weitere Informationen finden Sie online unter: www.united4rescue.com 


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