Oberkirchenrat Thomas Adomeit (2. v. l.) ist zum Bischof gewählt worden.
<i>Foto: ELKiO/Jens Schulze</i>
Oberkirchenrat Thomas Adomeit (2. v. l.) ist zum Bischof gewählt worden.
Oberkirchenrat Thomas Adomeit nimmt die Wahl zum Bischof an.
<i>Foto: ELKiO/Jens Schulze</i>
Oberkirchenrat Thomas Adomeit nimmt die Wahl zum Bischof an.
Synodenpräsidentin Sabine Blütchen gratuliert Oberkirchenrat Thomas Adomeit zur Wahl zum Bischof.
<i>Foto: ELKiO/Jens Schulze</i>
Synodenpräsidentin Sabine Blütchen gratuliert Oberkirchenrat Thomas Adomeit zur Wahl zum Bischof.
Überreichung der Ernennungsurkunde durch Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.
<i>Foto: ELKiO/Jens Schulze</i>
Überreichung der Ernennungsurkunde durch Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.
Bischof Thomas Adomeit.
<i>Foto: ELKiO/D.-M. Grötzsch</i>
Bischof Thomas Adomeit.
<i>Foto: Privat/Photo von Oven</i>

Oberkirchenrat Thomas Adomeit zum neuen Bischof gewählt

Adomeit: Ich nehme die Wahl mit „großer Demut und Respekt“ an

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat am Samstag, 29. September, Oberkirchenrat Thomas Adomeit (48) zum neuen Bischof der oldenburgischen Kirche gewählt. Im dritten Wahlgang entfielen von 53 abgegebenen Stimmen bei einer Enthaltung 37 Stimmen auf Oberkirchenrat Thomas Adomeit und 15 Stimmen auf Propst Dr. Johann Schneider. Damit hat Adomeit die im dritten Wahlgang erforderliche Mehrheit von mindestens 31 Stimmen erreicht.

Mit „großer Demut und Respekt“ nehme er die Wahl an, so Adomeit im Anschluss an die Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis überreichte ihm daraufhin die Ernennungsurkunde. Damit ist Thomas Adomeit seit Anfang Oktober Bischof der oldenburgischen Kirche. Der offizielle Einführungstermin von Bischof Thomas Adomeit sei für Mittwoch, 23. Januar 2019, 17 Uhr geplant, kündigte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen an. Blütchen erklärte im Anschluss an die Wahl: „Ich freue mich sehr für unsere Kirche. Dass drei Wahlgänge notwendig waren, zeigt, dass zwei gute Kandidaten zur Wahl standen.“ Oberkirchenrat Thomas Adomeit betonte: „Das ausgesprochene Vertrauen freut mich sehr. Es ist ein gutes Gefühl, mit dieser Rückenstärkung auf die neue Aufgabe zugehen zu können.“

Zur Person:
Thomas Adomeit (48) war seit Februar 2018 Vertreter im Bischofsamt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Im Januar 2018 war er von der 48. Synode der oldenburgischen Kirche zum nebenamtlichen Oberkirchenrat berufen worden. Von 2009 bis Anfang 2018 war Adomeit Persönlicher Referent im Bischofsamt und Leiter des Bischofsbüros, von 2013 bis 2015 zusätzlich Beauftragter für das Reformationsjubiläum der oldenburgischen Kirche. In den Jahren 2007 bis 2009 leitete er die Akademie der oldenburgischen Kirche und war zuständig für die Missions- und Ökumenearbeit. Zuvor war er Gemeindepfarrer in Bad Zwischenahn. Adomeit hat Ev. Theologie in Mainz, Berlin und Marburg studiert. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Hinweis:
Ein ausführliches Interview mit Bischof Thomas Adomeit lesen Sie in der neuen Ausgabe von „horizont E“, Ausgabe 3/2018, die Ende Oktober an die Kirchengemeinden versendet wird.

Die umfassende Berichterstattung zur Bischofswahl finden Sie unter: www.kirche-oldenburg.de/kirche-gemeinden/synode/bischofswahl.html
Dort finden Sie auch ein Video-Portrait des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen-Bremen GmbH (ekn) von Thomas Adomeit anlässlich seiner Wahl zum Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

 

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Oberkirchenrat Thomas Adomeit wird neuer Bischof in Oldenburg

Vertreter im Bischofsamt setzt sich im dritten Wahlgang durch

Ein Beitrag von Jörg Nielsen, Evangelischer Pressedienst, Landesdienst Niedersachsen-Bremen.

Thomas Adomeit wird neuer Bischof in Oldenburg. Die 53 anwesenden Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg einigten sich am Sonnabend, 29. September, im dritten Wahlgang auf den derzeitigen Vertreter im Bischofsamt. Der 48-jährige Theologe erhielt 37 Stimmen und erreichte damit sechs mehr als die nötigen 31 Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Hallenser Propst Johann Schneider (55), unterlag mit 15 Stimmen. Es gab eine Enthaltung.

Der Entscheidung war eine spannungsreiche Woche vorausgegangen. Am 22. September erhielt zunächst Schneider eine Mehrheit, im zweiten Wahlgang dann Adomeit. Doch beide Male verfehlten die Kandidaten die benötigte Dreiviertelmehrheit. Laut der Kirchenordung durfte der dritte und letzte Wahlgang erst eine Woche später erfolgen. Dabei genügte die einfache Mehrheit aller Synodalen zum Wahlsieg.

Vor der dritten Stimmabgabe führten die Synodalen unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Personaldebatte von gut anderthalb Stunden. Teilnehmer berichteten anschließend von einer offenen und bisweilen kontroversen Diskussion. Eine Prognose mochte zunächst niemand abgegeben. Als Synodenpräsidentin Sabine Blütchen das Ergebnis verkündete, zeigte sich die Erleichterung vieler Synodaler und Gäste in einem tosenden Applaus.

„Wir haben es uns schwergemacht, weil beide Kandidaten unterschiedliche Kompetenzen und Gaben haben“, kommentierte Blütchen die Wahl. Es sei den Delegierten um die Frage gegangen, mit wem die anstehenden Aufgaben in der Kirche am besten zu bewältigen seien. Vier Delegierte hätten die Synode vor der Wahl verlassen und auf eine Stimmabgabe verzichtet, drei weitere waren nicht anwesend.

Laut der Ernennungsurkunde darf sich Adomeit seit Anfang Oktober offiziell Bischof nennen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wird den verheirateten Vater von zwei Kindern am 23. Januar 2019 in der Oldenburger St. Lambertikirche in sein neues Amt einführen.

Er nehme die Wahl in Respekt und Demut vor dem Amt dankend an, sagte Adomeit. Er sei noch überwältigt von dem, was in der vergangenen Woche geschehen sei. „Es ist ein gutes Gefühl, mit so viel Rückenstärkung nun nach vorne gehen zu können.“ Nach dem überraschenden Rücktritt seines Vorgängers Jan Janssen im November 2017 war Adomeit bereits im vergangenen Februar zum Vertreter im Bischofsamt ernannt worden.

Adomeit gilt in seiner Kirche als Teamplayer. In seinem Vorstellungsvortrag vor der Synode betonte er das Miteinander in der Kirche und die Notwendigkeit, die Kirche zukunftssicher zu gestalten. Außerdem kündigte er an, sich im Bischofsamt auch zu gesellschaftlichen Fragen äußern zu wollen: „Jesus Christus war immer politisch, er hat sich eingemischt.“

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte, die oldenburgische Kirche habe mit Adomeit einen Menschen an ihre Spitze gewählt, „der viel in dieses Amt einbringen kann“. Durch seine langjährige Arbeit im Bischofsbüro habe Adomeit seine Kirche vor Ort, aber auch ihre Beziehungen in die EKD und in die Weltkirche hinein gut kennengelernt. „Durch seine Persönlichkeit wird er der oldenburgischen Kirche auch in Zukunft eine ebenso geistlich gegründete wie weltoffene Ausstrahlung geben.“

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, gratulierte dem neuen oldenburgischen Bischof. Es seien herausfordernde Zeiten, in denen Adomeit das Amt übernehme. „Wir sind jedoch sicher, dass Ihre bisherige berufliche und geistliche Erfahrung Ihnen die nötige Sicherheit und Kraft für die Gestaltung der Zukunft geben wird.“

Der Wahl-Oldenburger Adomeit will die Zukunft seiner Kirche auch weiter gestalten
In der oldenburgischen Kirche kennt sich Thomas Adomeit aus wie kaum ein Zweiter. Obwohl er in Stuttgart geboren und aufgewachsen ist, ist ihm seine Herkunft nicht leicht anzumerken. Mit seinem trockenen Humor und der Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte zügig auf den Punkt zu bringen, wirkt er wie ein typischer Norddeutscher. Adomeit studierte evangelische Theologie in Mainz, Berlin und Marburg. Kurz nach seiner Ordination 2002 organisierte er im Juni 2004 den Oldenburger Landeskirchentag unter dem Motto „Mehr Himmel auf Erden“. Danach trat er eine Pfarrstelle in Bad Zwischenahn an. Dort findet der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder bis heute Ruhe und Entspannung, etwa als Sänger in der Kantorei St. Johannes.

Von 2007 bis 2009 leitete Adomeit die Akademie der oldenburgischen Kirche und war zuständig für die Missions- und Ökumenearbeit. Anschließend wurde er Referent von Bischof Jan Janssen bis zu dessen Amtsverzicht im vergangenen November. „Damals habe ich die Vertretung zugesagt, aber gleich signalisiert, ich will kein Bischof werden“, sagt er.

Erst in der Vertretungszeit habe er gemerkt, dass das Amt zu ihm passt. Weil er zunächst laut und vernehmlich alle Ambitionen auf das Amt verneinte – „und das habe ich auch so gemeint“ – habe er sich nicht verbiegen müssen. Er habe gespürt, dass viele Menschen in der Kirchenleitung, den Gremien, der Verwaltung und in den Gemeinden bereit waren, mit ihm zusammenzuarbeiten – so wie er ist. „Das war sehr ermutigend.“

Ein weiteres Motiv für den Sinneswandel sei der bereits eingeläutete Veränderungsprozess seiner Kirche, den er weiter begleiten und moderieren wolle. Er erlebe die oldenburgische Kirche als eine kleine und selbstbewusste Kirche, die die Notwendigkeit zum Wandel erkannt habe. Darin liege eine große Chance. „Wir können das schaffen – reizvoller geht's nicht“, unterstreicht Adomeit.

Um die Kirche zukunftsfähig zu gestalten, müssten alle Potenziale ausgeschöpft werden. Dazu gehörten auch die enge Zusammenarbeit der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen und die Kooperation mit der Bremischen Kirche, wie sie sich im Gegenüber zum Land, in der Ausbildung der Vikare, in der Polizeiseelsorge oder bei den Kirchenvorstandswahlen zeigten. Diese Teamarbeit könne weiter ausgebaut werden.

Die oldenburgische Kirche hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2030 insgesamt 124 Millionen Euro aus dem Haushalt zu streichen, um zukunftsfähig zu bleiben. „Das wird eine harte Zeit“, sagt Adomeit und runzelt ein wenig die Stirn. Doch er hat den nötigen Mut zum klaren Wort: „Ich scheue mich nicht, unangenehme Dinge auszusprechen und Kritik einzustecken.“

Auch Kritik zu äußern, falle ihm nicht schwer, sagt Adomeit, lacht kurz auf, um gleich wieder ernst zu werden: „Die Kirche ist ein Teil der Gesellschaft und kann darum nicht unpolitisch sein.“ Es gehe darum, das Evangelium zeitgemäß zu verkünden und die Kirche an gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen. „Zeitgemäß, aber nicht dem Zeitgeist folgend“, unterstreicht Adomeit.

Das bedeute, dass die Kirche und ihr Bischof gerade in ethischen Fragen gesprächsbereit sein müssten, erläutert Adomeit. „Egal, ob wir danach gefragt werden oder nicht.“ Es genüge nicht, am Sonntag um zehn Uhr von der Kanzel herunter zu predigen. „Die Kirche muss zu den Menschen gehen. Nur so kann die Kirche die Gesellschaft mitgestalten.“


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