Ethik

Menschen tragen Verantwortung für sich selbst, für andere, für die Gesellschaft insgesamt und nicht zuletzt für den Umgang mit der Schöpfung. Wie aber leben wir verantwortungsvoll? Wie erkennen wir, was dem gemeinsamen und dem persönlichen Leben dient? Welchen Quellen entnehmen wir unsere Werturteile und die Maßstäbe für das, was gut oder schlecht ist? Um solche Orientierungsfragen geht es in der Ethik, der Theorie menschlicher Lebensführung. Sie entwickelt Grundsätze für verantwortli-ches Handeln. Sie fragt, wie das als gut bzw. richtig Erkannte in konkretes Handeln umgesetzt werden kann.


Evangelische Ethik ist einem christlichen Wirklichkeitsverständnis verpflichtet. Das kennzeichnet Prof. Wilfried Härle in seiner „Ethik“ (Berlin / Boston ²2018, 126) knapp:

 

  •  „Die Welt ist Gottes Schöpfung,  die dem Menschen zur verantwortlichen Gestaltung anvertraut ist.
  • Der Mensch ist zum Ebenbild Gottes erschaffen und hat daher eine unantastbare Würde, die in Gottes Beziehung zu ihm gründet.
  • Die ethische Forderung an den Menschen erreicht ihren Höhepunkt im Doppelgebot der Liebe.
  • Die ethisch angemessene Motivation zum Tun des Guten ist . . . Dankbarkeit.“

Dieses christliche Wirklichkeitsverständnis hat Folgen. Eine davon sei hier exemplarisch als Frage angedeutet: Wie wird im Handeln von Christ*innen und ihrer Kirche deutlich, dass alles in Welt und Leben, vor allem Tiere und Pflanzen, Boden(schätze) und Atemluft, eine Gabe Gottes ist, also mehr als Produktions- bzw.  Renditefaktor oder Handelsgut?


Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ist eine Kirche der Reformation. Darum sind in ihr bis heute vor allem Martin Luthers ethische Impulse von Bedeutung. Diese folgen seiner zentralen Einsicht: Der Menschempfängt Sinn und Orientierung im Glauben an Gott, der uns in Jesus Christus seine Gerechtigkeit umsonst schenkt. Deshalb muss sich niemand mehr durch Handlungen („Werke“) Gottes Gnade verdienen. Umso entschlossener kann sich der Blick richten auf die konkrete Not der nahen und der fernen Nächsten.

 

Ist eine radikale Entmoralisierung menschlichen Handelns das Charakteristikum lutherischer Ethik? Ja, insofern die ethische Qualität einer Handlung sich danach bemisst, wie ein Mensch in einer konkreten Situation so handelt, dass es der bzw. dem Nächsten zu Gute kommt. Dabei ist zu beachten: In unserer hochkomplexen und -vernetzten Lebenswelt ist die ethische Grundsituation der Konflikt. Infolgedessen ist Ethik als Theorie der Lebensführung ein gewissenhaftes Abwägen zwischen unterschiedlichen (Handlungs-)Optionen. Umso nötiger ist es, sich über Leitbilder gelingenden Lebens und gerechter Teilhabe zu verständigen. Eine Orientierung und einen Maßstab im Grundsätzlichen bietet das Doppelgebot der Liebe (Liebe zu Gott – Liebe zum Nächsten, Matth 22,37ff; Lk 10,25ff).


Der Inhaber der Pfarrstelle für Ethik und Weltanschauungsfragen begleitet Gemeinden und kirchliche wie außerkirchliche Institutionen beim Umgang mit Fragen und Konflikten von ethischer Relevanz. Insbesondere ist er für den Bereich ‚Flucht / Migration / Asyl‘ zuständig. Hier informiert er die kirchliche Öffentlichkeit in allen damit verbundenen Fragen. Er begleitet Kirchengemeinden im Blick auf eine mögliche Gewährung bzw. Durchführung von Kirchenasyl. Darüber hinaus vertritt er zusammen mit anderen Personen die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen in der Härtefallkommission im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Weitere Informationen sind unter folgendem Link zu finden:

 

https://www.dw-ol.de/pages/einrichtungen/microsites/fluechtlinge_und_migranten/index.html

 

Ansprechpartner
Pfarrer Olaf Grobleben
Beauftragter für Ethik und Weltanschauungsfragen
Gottorpstr. 14
26122 Oldenburg
Tel.: 0441 7701-180
Mobil: 0170 6393425
E-Mail: olaf.grobleben@No Spamkirche-oldenburg.de

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