9. Tagung der 46. Synode

Synode tagt in Rastede

Kirche zukunftsfähig machen

„Ich möchte Sie, die ganze Synode einladen, mit uns den tausenden ehren-, neben- und hauptamt-lichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer Kirche, in den Gemeinden, Werken und Ein-richtungen und Verwaltungen Dank zu sagen für ihre engagierte und motivierte Arbeit.“ Dies sagte der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Pfarrer Dieter Qualmann, zu Beginn seiner Einbringungsrede zu den Sparvorschlägen der Steuerungsgruppe. Die 46 Synode, die heute in Rastede zu ihrer 9. Tagung zusammenkam, hat über elf Beschlussvorschläge der Steu-erungsgruppe zu entscheiden, die insgesamt ein Kürzungsvolumen von 12,5 Millionen Euro bis 2010 umfassen.


Drei Leitgedanken seien, so führte Qualmann aus, für die elf Beschlussvorschläge maßgeblich gewesen. Kirche müsse professioneller arbeiten, sie müsse vernetzter arbeiten und sie müsse der ehrenamtlichen Arbeit mehr Bedeutung zumessen.

„Es wäre Selbstbetrug, die Dominanz der ökonomischen Zwänge bei unseren Beschlüssen zu leugnen“, räumte Qualmann ein. Dass diese Zwänge für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, noch Gestaltungsspielräume eröffneten, sei Oberkirchenrat Dieter Schrader und seiner vorausschauenden restriktiven Haushaltspolitik zu verdanken, durch die zugleich eine deutliche Steigerung der Rücklagen erreicht worden sei. Es gehe nun um zukunftsfähige Struktu-ren von Kirche. Kirche müsse sich, „so gut wie wir es verantworten können, auf die erkennbaren Veränderungen in Kirche und Gesellschaft einstellen“. Gleichzeitig habe Kirche eine Fürsorgepflicht „nicht nur für die Arbeitsplätze, sondern auch für die Motivation zur Mitarbeit in unserer Kirche.


Synode beschließt weitreichende Veränderungen

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat auf ihrer Frühjahrstagung ein umfangreiches Reformpaket verabschiedet, das nahezu alle kirchlichen Arbeitsbereiche betrifft und bis 2010 insgesamt Einsparungen in Höhe von 12, 5 Euro vorsieht. Die Verhandlungen zu den Beschlussvorschlägen der Steuerungsgruppe stießen auf großes öffentliches Interesse. Rund 70 Besucherinnen und Besuchern verfolgten die Beratungen bis zum Abend des ersten Verhandlungstages. Am Ende konnte Synodalpräsident Heinz Heinsen nicht ohne Genugtuung feststellen: „Diese Synode hat sich den Herausforderungen der Zeit gestellt.“

Eine Überraschung bot dabei der Beschluss zur Regionalisierung. Mit nur sechs Gegenstimmen sprachen sich die Synodalen mit großer Mehrheit dafür aus, die sechs neu gebildeten Kooperationsregionen in Kirchenkreise zu überführen und ein entsprechendes Verfahren einzuleiten. Verstärkt zusammenarbeiten sollen dabei zukünftig die Kirchenkreise Butjadingen und Stedingen, Cloppenburg und Vechta sowie Delmenhorst und Oldenburg Land. Auch Jever, Varel und Wilhelmshaven bilden eine Kooperationsregion. Die Kirchenkreise Ammerland und Oldenburg Stadt bleiben unverändert. Der Aufgabenkatalog der Kreispfarrer soll entsprechend angepasst werden und hat künftig neue Aufgabenbereiche wie die Begleitung und Fortbildung von Ehrenamtlichen, Bildungs- und Jugendarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie Kirchenmusik und die Arbeit des Diakonischen Werkes zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden die Kirchengemeinden aufgefordert, bis Mitte 2007 Aufgabenpläne für Kooperationsvereinbarungen oder die Bildung von verbandlichen Zusammenschlüssen vorzulegen. Dafür sollen auch finanzielle Anreize geschaffen werden.

Trotz zahlreicher Eingaben und öffentlicher Einwände folgte die Synode der Empfehlung der Steuerungsgruppe, die 1,5 von evangelischer Seite finanzierten Stellen in der ökumenisch getragenen Oldenburger Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen zu streichen und auf diese Weise den Fortbestand der landeskirchlichen Beratungsarbeit in Delmenhorst und Wilhelmshaven zu sichern.

Mit zwei Gegenstimmen sprach sich die Synode gleichzeitig für eine reduzierte Stellenanzahl im Oberkirchenratskollegium aus. Der Posten eines theologischen Oberkirchenrats soll mit einem KW-Vermerk versehen werden.

Im Bereich der Funktionspfarrstellen für zentrale Dienste werden zahlreiche Stellen gekürzt. Die Synode bestätigte aber auch grundsätzliche Aufgaben wie die Arbeitsstelle für Religionspädagogik, die angesichts der Veränderungen in der Schulpolitik vor neuen Herausforderungen steht. Gleichzeitig beschloss sie eine neue Struktur der Jugendarbeit mit insgesamt 40 langfristig abgesicherten Personalstellen. Gegenüber dem derzeitigen Sachstand bedeutet dies eine Reduzierung um ein Drittel. Die Modalitäten zur Umsetzung sollen bei der Herbstsynode 2006 verabschiedet werden. In verschiedenen Beiträgen unterstrichen Synodale dabei die Notwendigkeit, die künftige Jugendarbeit basis- und gemeindenah zu organisieren.

Mit großer Mehrheit setzte sich die Synode weiter dafür ein, die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken und im Rahmen einer Projektstelle professionelles Fundraising zu etablieren. Gleichzeitig setzte das Parlament der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ein Zeichen für den Fortbestand der Evangelischen Zeitung. Es beauftragte den Oberkirchenrat, mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig und der Evangelischen Landeskirche Hannovers über den Fortbestand der Zeitung zu verhandeln. Weiter solle ein unabhängiges Gutachten prüfen, ob ein eigenes Printmedium sinnvoll sei.

Überprüft werden soll auch der Fortbestand der Tagungshäuser in Ahlhorn und Rastede. Eine Arbeitsgruppe soll bis zum Herbst kommenden Jahres die Finanzierung, die Konzeption und mögliche neue Trägerschaften prüfen. Weitgehend unangetastet bleiben dagegen die Evangelischen Familienbildungsstätten und die Akademie der oldenburgischen Kirche. Im Bereich der Kindergartenarbeit verabschiedete die Synode einen Rahmenvertrag, durch den die Beteiligung der oldenburgischen Kirche an den Personalkosten gedrosselt werden soll.

Nicht zuletzt stimmten die Synodalen einer Beschlussempfehlung der Steuerungsgruppe zu, nach der das Ehrenamt als Grundlage kirchlicher Arbeit verstärktes Gewicht erhalten soll. Die Entwicklung diesbezüglicher Leitlinien gaben sie als Arbeitsauftrag an die nächste Synode weiter.

 

 

Synode wählte Wolfram Friedrichs aus Münster zum Oberkirchenrat

Mit deutlicher Mehrheit wählte die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg im ersten Wahlgang Wolfram Friedrichs zum juristischen Oberkirchenrat. Der 43jährige Jurist tritt die Nachfolge des Oberkirchenrats Dieter Schrader an, der im September diesen Jahres in den Ruhestand tritt. Bei der Wahl am Freitag hatte sich neben Friedrichs auch der juristische Kirchenrat der Lippischen Landeskirche, Dr. Arno Schilberg, der Synode gestellt.

Der Kirchenverwaltungsoberrat Friedrichs ist seit 2001 Fachsbereichleiter Haushalt und Finanzen und gleichzeitig seit 2005 als Justitiar bei den Vereinigten Kirchenkreisen Dortmund der Evangelischen Kirche von Westfalen tätig. Friedrichs wurde am 10. Februar 1963 in Essen geboren und trat nach dem Abitur in den Vorbereitungsdienst für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Stadt Essen ein. Von 1987 bis 1992 studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Saarbrücken, Freiburg und Münster. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Münster und dem Referendariat am Landgericht Dortmund legte Friedrichs 1995 sein Zweites Juristisches Examen ab. Berufliche Stationen führten ihn im Anschluss zur Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel in Bonn und zum Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe in Münster. Friedrichs trat 1989 vom katholischen zum evangelischen Glauben über. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.



Synodaler Kühn feiert 20jähriges Jubiläum

Für 20 Jahre Mitarbeit in der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ehrte Synodalpräsident Heinz Heinsen am Freitag den Synodalen Hans-Jürgen Kühn. Kühn nahm die Glückwünsche an und gab den Dank an die übrigen Synodalen weiter: „Allein, ohne die anderen lässt sich nicht arbeiten.“


Norddeutsche Mission wirbt für weiteres Engagement

epd/oeh Der Generalsekretär der Norddeutschen Mission, Hannes Menke, warb am Rande der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche am Donnerstag in Rastede für weiteres Engagement für die Arbeit des Missionswerkes. Die Arbeit der Partnerkirche in Togo werde noch immer blockiert, obwohl der Diktator Eyadema inzwischen gestorben sei. Auch in Ghana gehe die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, sagte Menke gegenüber Synodalen.

Das Missionswerk mit Sitz in Bremen unterhält seit mehr als 150 Jahren Beziehungen nach Togo und Ghana. Zur Norddeutschen Mission gehören neben den westafrikanischen Partnern die evangelischen Landeskirchen Bremen, Oldenburg und Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer.


Synode stellt sich den Herausforderungen

„Die Synode hat sich den Herausforderungen der Zeit gestellt.“ Dies stellte Syndalpräsident Heinz Heinsen zum Abschluss der Frühjahrssynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg fest, die von Donnerstag, 18. bis Freitag, 19. Mai in Rastede-Hankhausen tagte. Auch Bischof Peter Krug zeigte sich „zufrieden“ mit dem Verlauf der Synode. Nun könne Kirche sich endlich wieder mehr auf die geistlichen Aufgaben konzentrieren.

Heinsen hatte die Synode mit einer Gedenkminute an den am Gründonnerstag verstorbenen Altbischof Heinrich Harms eröffnet. Am ersten Verhandlungstag konzentrierten sich die 60 Synodalen auf die Verabschiedung eines umfangreichen Reformpaketes, durch das die Kirche bis 2010 rund 12, 5 Millionen Euro einsparen will. Der zweite Verhandlungstag stand ganz im Zeichen der Wahl eines neuen juristischen Oberkirchenrats, bei der sich Wolfram Friedrichs aus Münster bereits im ersten Wahlgang deutlich gegen Dr. Arno Schilberg aus Detmold durchsetzte. Die Synode ging am Freitag gegen 15 Uhr zuende.

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