Aussiedlerarbeit

Warum Aussiedlerarbeit als eigenständiges Arbeitsfeld der Kirche?

Ungefähr 10% der lutherischen Christen im Oldenburger Land stammen heutzutage aus deutschen Familien, deren Vorfahren in Gebieten der ehemaligen Sowjetunion über mehr als zwei Jahrhunderte gesiedelt und gelebt hatten. Seit den 1990er Jahren sind viele dieser Familien nach Deutschland ausgesiedelt. Daher stammt auch die langläufige Bezeichnung ‚Aussiedler’. Insgesamt haben sich bisher rund die Hälfte der Deutschen aus Russland (Kasachstan und weiteren Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion) bei ihrer Einreise als evangelisch, meistens dezidiert lutherisch, gemeldet. Man schätzt zur Zeit insgesamt zwischen 1,75 und 2 Millionen.

 

Menschen, die zuwandern, brauchen zuerst Hilfen zur Neuorientierung. Viele der Kirchengemeinden in Oldenburg haben sich dieser Herausforderung stellen müssen. Gerade im Südteil des Oldenburger Landes, dem Oldenburger Münsterland (Landkreise Vechta und Cloppenburg), sind die dortigen Diasporagemeinden zu großen Teilen zu mehrheitlich russlanddeutschen Kirchengemeinden geworden. In Kirchengemeinden wie etwa Cloppenburg verdoppelte sich dadurch die Zahl der Kirchenmitglieder, in Garrel vervierfachte, in Molbergen verfünffachte sie sich sogar.
Dagegen sind in den lutherischen Stammlanden Oldenburgs (Friesland, Ammerland, Wesermarsch, Wildeshauser Geest) die Zuzüge spärlicher gewesen. Lediglich in den Städten Oldenburg, Wilhelmshaven und Delmenhorst kam es zu größeren Zuzugszahlen.

 

Wie ist die Aussiedlerarbeit in Oldenburg aufgestellt?

Die Aussiedlerarbeit hat dabei stets zwei Schwerpunkte als Querschnittsaufgabe gehabt. Erstens geht es um eine Koordinierung dieser verschiedenen regionalen Ansprüche an Kirchengemeinden. Dazu gehört die Verbindung zu den Kirchenkreisen und zum Oberkirchenrat, der Austausch der Pfarrer in der Theologischen Arbeitsgemeinschaft (TARDE), die Unterstützung in Fragen der Erwachsenenkatechese (Glaubenskurse), der Aussiedlertag (zweijährig), aber auch die Arbeit innerhalb der Aussiedlerkonferenz der EKD. Für diesen ersten Schwerpunkt ist der Aussiedlerbeauftragte Pfarrer Oliver Dürr zuständig.

Zweitens geht es gerade im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland um die seelsorgerliche Betreuung einzelner Russlanddeutscher bzw. der Brüderversammlungen in Kirchengemeinden und um den Unterricht in den Glaubenskursen. Hier ist neben vielen Pfarrern in den Kirchengemeinden hauptamtlich Aussiedlerseelsorger Heinrich Pister aus Cloppenburg tätig.

 

Welche Zukunft erwartet die Aussiedlerarbeit?

Nach wie vor suchen viele Russlanddeutsche nach ihren familiären Wurzeln im religiösen Bereich und stoßen dabei auf ihre evangelische bzw. lutherische Geschichte. Andere finden jetzt erst als junge Leute über Taufe, Konfirmation in die hiesigen Strukturen der Kirchengemeinden hinein. Darüber hinaus gibt vielen der Glaube Identität und Halt in neuer Heimat. So verwundert es nicht, dass immer noch ungebrochen Russlanddeutsche den Weg in unsere Kirche finden. Ihre Kirchengebundenheit ist groß. Ihre Aufgabe in den Kirchengemeinden wird es in den nächsten Jahrzehnten sein, eigene Prägungen, zuteilen auch neu zu entwickelnde Glaubensstile und Glaubenserfahrungen mit einzubringen und damit fester Bestandteil eines geregelten Gemeindelebens zu werden, in der sich aus Kirchengebundenheit heraus gemeindliches Glaubensleben entfaltet. Dies zu unterstützen wird neben Katechese und Koordination einer der zukünftigen Arbeitsschwerpunkte der Aussiedlerarbeit werden.

Kontakt

Pfr. Oliver Dürr
Oliver Dürr, Pfr.

Koordination der Aussiedlerarbeit der

Ev.–Luth. Kirche in Oldenburg                                   
Pfarrer Dr. Oliver Dürr
Krokusstrasse 8a
49696 Molbergen
Tel.: 04475 – 947690
E-Mail: pfarreroliver.duerr@No Spamgmx.de

 

Aussiedlerseelsorge im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland
Pastor Heinrich Pister
Zu den Rosengärten 2
49661 Cloppenburg
Tel.: 04471 - 83714

 

Zur Aussiedlerseelsorge der EKD:

www.aussiedlerseelsorge.de

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