Aus den Kirchenkreisen

Mi, 16.09.2020Erfahrungen, die prägen

Ein Fazit zur diesjährigen Saison von „Kirche Unterwegs“

Eine starke Gemeinschaft mit wichtigen Effekten für den Alltag in Schule und Ausbildung erlebten (von links) Merlin Spilker, Fenja Lücken, Jette Grundmann, Utz Leppin und Lara Sprenger unter der Regie von Volker Pickrun.

Corona lässt grüßen – bevor die Betreuer wechselten, musste in den Wohnwagen alles desinfiziert werden, hier ist Lara Sprenger aus Schortens bei der Arbeit.

Auch der Staubsauger kam verstärkt zum Einsatz, hier von Fenja Lücken bedient.

Das Logo von „Kirche Unterwegs“ prangte auf den T-Shirts.

Und auch ein selbst gestalteter Stuhl zeigte das gelbe Logo.

Die Kinder mussten Abstand halten, der wurde mit Hula-Hoop-Reifen verdeutlicht.

Jette Grundmann erklärte ein Spiel, bei dem Eierkartons zum Einsatz kamen. Fotos: Annette Kellin

Als Jette Grundmann, Lara Sprenger, Merlin Spilker, Fenja Lücken und Utz Leppin vor kurzem wieder in ihren ganz normalen Alltag in der Schule oder an den Ausbildungsplatz zurückkehrten, nahmen sie viele neue Eindrücke mit. Gesammelt haben sie die bei „Kirche Unterwegs“, einer Gemeinde auf Zeit, die im Sommer auf den Campingplätzen an der Nordseeküste buchstäblich ihre Zelte aufschlägt. 
   
Die Jugendlichen, die sich unter der Federführung von Diakon Volker Pickrun der Urlauberseelsorge widmeten, hatten allesamt auch in den Vorjahren schon Erfahrungen mit „Kirche Unterwegs“ gemacht. Darauf hatte der Diakon Wert gelegt, denn die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Verordnungen sorgten für etliche Herausforderungen, die bei den Jugendlichen auch nochmal ganz neue Eindrücke hinterließen. So waren in diesem Sommer die Gruppen der Betreuer auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Grund dafür waren die Unterbringungsmöglichkeiten, denn die jugendlichen Ehrenamtlichen leben während ihres Einsatzes in Wohnwagen und die durften in diesem Jahr nur einzeln genutzt werden. 
   
Statt von zehn bis zwölf Betreuern musste das Programm für Kinder und Erwachsene nun von fünf Jugendlichen erstellt werden, zudem mussten etliche Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Statt Bastelarbeiten gab es Schatzsuchen oder Rallys, Spiele, bei denen man Abstand halten konnte. Statt zur abendlichen Andacht mit den Erwachsenen oder beim „Sandmännchen“ gemütlich im Zelt zu sitzen, konnten nur Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. 
   
Gewachsen sind die Jugendlichen dabei in vielerlei Hinsicht. Es koste schon Überwindung, sich hinzustellen und ein Spiel zu erklären oder einen Text vorzutragen, wenn einem bewusst werde, dass man gerade im Mittelunkt der Aufmerksamkeit stehe, berichtet einer. „Es wird aber von Tag zu Tag besser, das Selbstbewusstsein wächst.“ Eine wahre Herausforderung sei es aber, mit den Kindern umzugehen, die sich nicht an Regeln halten könnten oder einem ständig ins Wort fielen. „Mit solchen Kindern klarzukommen, ist nicht immer einfach, aber im Laufe der Tage habe ich gelernt, mich immer besser auf jedes Kind einzustellen“, sagt Jette Grundmann. Die 18-Jährige Gymnasiastin aus Rastede erlebte es als besonderen Erfolg, wenn schüchterne Kinder immer mehr „auftauten“. 
   
Lara Sprenger aus Schortens hat immer wieder beobachtet, dass auch Eltern in der Corona-Zeit offenbar überfordert waren. „Etliche Eltern waren froh, dass der Nachwuchs bei den Kindervormittagen von uns gut betreut war und sie Zeit für sich verbringen konnten“, berichtet die 15-Jährige. Merlin Spilker hat bei seinem Einsatz in diesem Jahr die Gewissheit gewonnen, dass er nach dem Ende seiner ersten Ausbildung eine weitere dranhängen wird. Der 19-Jährige wird in Kürze seine Prüfung zum Tontechniker ablegen – wenn das denn überhaupt möglich ist. „Corona sorgt dafür, dass mein Betrieb fast keine Arbeit hat. Und für die Prüfung müsste ich eine große Veranstaltung wuppen. Ich weiß noch gar nicht, ob das klappt“, erzählt er. Ob er im Veranstaltungsbereich überhaupt so schnell wieder eine sichere Arbeit finden könnte? Das ist Merlin mittlerweile gar nicht mehr so wichtig. Er ist sich sicher, dass er den Beruf wechseln will: Merlin will Erzieher werden. „Von Kindern bekommt man ein direktes Feedback. Was man an Energie aufwendet, das bekommt man auch zurück“, hat er erlebt. 
   
Fenja Lücken überlegt unterdessen noch. „Die Arbeit mit Kindern macht mir viel Spaß, aber ich weiß nicht, ob ich das ein Leben lang machen möchte“, sagt die 17-Jährige. Vom Einsatz bei „Kirche Unterwegs“ ist sie direkt in ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kindertagesstätte gestartet. Danach werde man sehen, wohin der Weg gehe. Fenja spielt auch mit der Idee an ein Handwerk, Bäckerin vielleicht oder Bootsbauerin. 
   
Bei „Kirche Unterwegs“ erlebten die Jugendlichen neben der Programmgestaltung für die Urlauber eine besondere Form der Gemeinschaft und gegenseitigen Unterstützung. Die gemeinsamen Abende bei Spielen und Gesprächen, beim Blödeln und ganz einfach Spaß haben, werden allen lange in Erinnerung bleiben. „Kirche Unterwegs hat für mich immer zwei Aspekte: die Urlauberseelsorge ist das eine, auf der anderen Seite erleben Jugendliche hier aber auch eine ganz andere Form der Kirche. Solche Gemeinschaftserlebnisse stärken nachhaltig die Binnenstruktur der Kirche und geben Jugendlichen Halt“, sagt Volker Pickrun. 
    
Ein Beitrag von Annette Kellin


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