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Die Menschenrechte stehen überall auf der Welt unter Druck. In einer neuen Wanderausstellung können Besucher in Bremen an Beispielen lebensnah erleben, wo sie wichtig sind - und wie sie jeder Einzelne aktiv schützen kann.

Bremen (epd). Mit einer interaktiven Ausstellung will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) informieren und für eine aktive Verteidigung der weltweit bedrohten Menschenrechte werben. «Man kann für Menschen kämpfen, auch wenn alle sagen, dass es keinen Sinn hat», sagte die belarussische Künstlerin und Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava bei der Eröffnung am Samstagabend in Bremen. Das habe sie selbst erlebt. Die 43-jährige Oppositionelle war im vergangenen Dezember in ihrem Heimatland auch auf internationalen Druck aus politischer Gefangenschaft entlassen worden.

«Die Menschenrechte, die uns schützen sollen, stehen unter Druck und brauchen selbst Schutz», sagte Ausstellungs-Kuratorin Miriam Menzel bei einem ersten Rundgang in der Innenstadtkirche Unser Lieben Frauen. Die Schau unter dem Titel «Zusammen. Frei und Gleich.» ist als Wanderausstellung konzipiert und nun erstmals in Bremen zu sehen. Sie besteht aus Luftkissenelementen, Infotafeln sowie Video- und Audio-Stationen, die sich schnell aufbauen lassen. Exemplarisch werden alltagsnah insbesondere die Menschenrechte auf Bildung, Wohnen sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit in den Blick genommen.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai zu sehen. Sie animiert schon in ihrer Gestaltung zum Mitmachen: Objekte können angefasst und gemeinsam bewegt werden. Über analoge Medien und digitale Elemente besteht die Möglichkeit, Informationen zu vertiefen. «Es geht um die Frage, wie wir uns lokal engagieren können, damit Menschenrechte leben», bekräftigte Kuratorin Menzel. Die Präsentation sei schon für die nächsten zwölf Monate bundesweit gebucht. So ist sie bis zum Jahresende in Nienburg, Braunschweig, Merseburg, Steinfurt und Berlin zu sehen.

Die Ausstellung ist Teil der EKD-Menschenrechtsinitiative «Frei und Gleich». Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie umfasst 30 Artikel, die grundlegende Rechte und Freiheiten definieren, die jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Überzeugung zustehen.