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Bielefeld (epd). Der Politologe Markus End kritisiert eine Diskriminierung von Roma und Sinti in den Medien. Vorurteile und mangelnde Sensibilität gegenüber Minderheiten finden sich sowohl subtil aber auch offen in der Berichterstattung, sagte der Hildesheimer Forscher am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Bielefeld. In vielen Berichten seien Roma und Sinti gleichbedeutend mit armen Menschen aus Südosteuropa, die nach Deutschland kämen, um Sozialhilfe zu beantragen. In Deutschland lebten aber auch deutsche Roma, ebenso wie türkische oder US-amerikanische Roma. Zudem gebe es wie in allen anderen Gruppen auch gut und weniger gut qualifizierte, traditionelle und moderne Roma und Sinti: «Das fällt in den Medien oft weg.»

Als Ursache für eine diskriminierende Berichterstattung vermutet der Politologe eine unreflektierte Wiederholung von Vorurteilen. Es gebe einen «weit verbreiteten Alltagsrassismus», erläuterte End, der im vergangenen Jahr eine Studie zu dem Thema für das Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma veröffentlicht hat. So wachse man mit der Vorstellung auf, dass Zigeuner umherziehen, stehlen und betteln. Das werde beispielsweise in Büchern und Liedern transportiert. Um die verbreiteten Vorurteile nicht weiter zu wiederholen, sei eine bewusste Entscheidung nötig.

Insgesamt ist die Diskriminierung von Roma und Sinti in Deutschland und Europa nach Ends Worten weit verbreitet. Umfragen aus dem vergangenen Jahr zufolge gehörten Sinti und Roma zu den am meisten abgelehnten Gruppen. Angehörige dieser Minderheiten wagten oft aus Angst nicht, sich als Sinti oder Roma zu bekennen.