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Hannover (epd). Angesichts der im Haushaltsentwurf des Bundes vorgesehenen Sozialkürzungen unterstreicht die Diakonie in Niedersachsen die Bedeutung einer stabilen sozialen Infrastruktur. Im Blick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel und das Auseinanderdriften der Gesellschaft seien die geplanten massiven Kürzungen für ihn völlig unverständlich, sagte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, am Montag in Hannover. «Mangelnde Investitionen in den Sozialstaat sind sozialpolitisch und ökonomisch kurzsichtig.»

 

 

 

Lenke kritisierte insbesondere die Kürzungen bei den Freiwilligendiensten und der Migrations- und Integrationsberatung. Zwar habe die niedersächsische Landesregierung in ihrem Haushaltsentwurf die Migrationsberatung gestärkt. Dies aber werde durch die Kürzungen im Bundeshaushalt konterkariert. «In Zeiten höchster Zuwanderungszahlen und einem großen Bedarf an ausländischen Fachkräften erscheint es nahezu absurd, die Mittel zu kürzen.»

 

 

 

Freiwillige würden angesichts des demografischen Wandels und der angespannten Lage in der Pflege mehr denn je gebraucht, sagte Lenke. «Bis 2035 werden in Niedersachsen 40 Prozent der registrierten Pflegekräfte in Rente gehen, es werden dringend Arbeitskräfte benötigt.»

 

 

 

Für den Freiwilligendienst als Orientierungsjahr interessierten sich zahlreiche junge Menschen in Niedersachsen, sagte der Vorstandssprecher weiter. Rund 60 Prozent von ihnen entscheiden sich anschließend für eine Ausbildung im Sozial- und Gesundheitsbereich. «Dort zu kürzen, macht alle Bemühungen zunichte, die Attraktivität der sozialen und pflegerischen Berufe zu stärken.»