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Hannover (epd). Der Dachverband der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) kritisiert einen Referentenentwurf zum Selbstbestimmungsgesetz. Der im Mai von den Bundesministerien für Justiz und Familie gemeinsam vorgelegte Entwurf sei in Teilen von Misstrauen gegenüber trans Menschen bestimmt, «das so ungerechtfertigt wie gegenstandslos ist», bemängelte die EFiD-Vorsitzende, Susanne Kahl-Passoth am Dienstag in Hannover. Grundsätzlich sei ein Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag allerdings zu begrüßen.

 

 

 

Bereits im Oktober 2022 hatten die Evangelischen Frauen nach eigenen Angaben auf ihrer Mitgliederversammlung ein Positionspapier verabschiedet, das ein Selbstbestimmungsgesetz fordert und die Interessen von trans, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen als oberste Maßgabe benennt. «Die Aufhebung der sozialen und rechtlichen Diskriminierung einer Personengruppe aufgrund geschlechtlicher Marker sollte oberstes Ziel eines Selbstbestimmungsgesetzes sein», sagte die stellvertretende EFiD-Vorsitzende, Angelika Weigt-Blätgen. «Diesem Ziel versucht der Referentenentwurf stellenweise gerecht zu werden.»

 

 

 

Weigt-Blätgen beklagte jedoch, dass das im Koalitionsvertrag ausdrücklich benannte Anliegen, mehr Beratungs- und Aufklärungsangebote zu schaffen, mit dem vorliegenden Entwurf nicht eingelöst werde. «Hier, wie im Bereich der Gesundheitsversorgung, sehen wir dringenden Nachholbedarf zugunsten von trans-, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen.»

 

 

 

Der Verband Evangelische Frauen in Deutschland mit Sitz in Hannover ist als Dachverband die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Er fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Zum Verband gehören eigenen Angaben zufolge 37 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund drei Millionen Mitgliedern.