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Hannover (epd). Annähernd 49.000 Telefongespräche, 3.500 Chats und 1.700 Mails - das ist die Bilanz der ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Telefonseelsorgestellen der hannoverschen Landeskirche. An den Standorten Elbe-Weser, Soltau, Göttingen, Wolfsburg, Osnabrück und Hannover gab es damit im Tagesdurchschnitt 137 Gespräche, wie das landeskirchliche Zentrum für Seelsorge und Beratung am Mittwoch mitteilte.

 

 

 

Fast ein Viertel aller Anruferinnen und Anrufer litt dabei unter Einsamkeit. Die Einsamkeit sei auch schon in den Vorjahren und unabhängig von Corona eines der Hauptthemen gewesen, sagte der landeskirchliche Beauftragter für Telefonseelsorge, Daniel Tietjen. «Das Virus mit seinen zum Teil massiven Folgen insbesondere für ältere Menschen hat deren Situation jedoch vielfach verschärft.» Weitere Themen, etwa depressive Stimmungen oder Ängste, seien im zu Ende gehenden Jahr ebenso häufig angesprochen worden wie im Vorjahreszeitraum.

 

 

 

Allerdings gebe es einen Unterschied bei den Gesprächen zum Coronavirus, betonte Tietjen. Während das Augenmerk 2020 vorwiegend auf die persönliche Situation und das engere Umfeld gerichtet war, habe sich die Wahrnehmung bei vielen nun auch auf den öffentlichen Streit rund um das Impfen ausgeweitet: «Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung der Inzidenzzahlen, des wachsenden Unmuts über Ungeimpfte und auch der Klagen über deren Ausgrenzung stieg die Zahl der Gespräche zu diesem Thema in den vergangen Wochen deutlich an.»

 

 

 

Insgesamt weist die Statistik für November einen Gesprächsrückgang von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. «Wir sind in den Normalbetrieb zurückgekehrt», erklärte Tietjen. Im Herbst 2020 seien mit dem zweiten Lockdown kurzfristig zusätzliche Leitungen geschaltet worden und die ehrenamtlich Tätigen hätten alles gegeben, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zum Gespräch zu bieten. «Wir haben es in allen Corona-Wellen geschafft: Die Telefonseelsorge war immer da.»