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Hildesheim (epd). Der Hildesheimer katholische Bischof Heiner Wilmer hat zum Erntedankfest zum Maß halten und zum Respekt gegenüber der Schöpfung aufgerufen. Die Menschen seien auf der Erde Gast und sollten sich auch so verhalten, sagte Wilmer bei der Feier in der Basilika St. Godehard in Hildesheim. «Aktuell benehmen wir uns leider nicht danach. Wir überreizen die planetaren Grenzen, bräuchten hier in Deutschland eigentlich drei Erden, um unsere Ansprüche zu befriedigen.» Das Bistum Hildesheim und die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hatten gemeinsam zum Landeserntedankfest eingeladen, das erstmals ökumenisch begangen wurde.

 

 

 

Sie richteten das Fest zusammen mit der Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen unter dem Leitvers « das Land gehört mir, und ihr seid Fremdlinge und Gäste bei mir» aus. Wilmer sagte laut Predigtmanuskript: «Wir verbrauchen zu viel an Land, an fossiler Energie, an Wasser, an Dünger, an sämtlichen Ressourcen. Gast zu sein bedeutet hingegen, sich einzufügen in die Abläufe und Gewohnheiten vor Ort.»

 

 

 

«Vielleicht ist es utopisch, vielleicht revolutionär, in einer Gesellschaft des Höher, Schneller, Weiter ein bewusstes Zurückfahren einzuüben für den Boden, für die Menschen, für die Tiere, für Gott», sagte der Bischof. Nötig seien ungewohnte Pfade, um schließlich gemeinschaftlich und solidarisch anders unterwegs zu sein.

 

 

 

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und der Präsident des Landvolkes Niedersachsen, Holger Hennies, sprachen bei der Feier Grußworte. Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, Verbänden und Organisationen aus der Land- und Ernährungswirtschaft informierten über ihre Arbeit.