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Hannover (epd). Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen fordert einen höheren Mindestlohn von 14 Euro pro Stunde, um Armut trotz Arbeit vorzubeugen und Altersarmut zu vermeiden. Der Geschäftsführer der Armutskonferenz, Klaus-Dieter Gleitze, verwies am Mittwoch in Hannover auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach verdienen fast ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland weniger als 14 Euro brutto pro Stunde. 14,8 Prozent der Erwerbstätigen erhielten im Beobachtungszeitraum April 2022 lediglich den Mindestlohn von 12 Euro die Stunde.

 


Wenn Menschen trotz Arbeit die Tafeln aufsuchen müssten, stelle sich die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit in der Gesellschaft, sagte Gleitze. Angesichts anhaltend hoher Inflation, explodierender Mieten in Ballungsräumen und steigender Energiepreise sei die jüngste Erhöhung des Mindestlohns um 41 Cent auf 12,41 Euro ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen. «Das sorgt für wachsende Frustration und ist Wasser auf die Mühlen der AfD, die nicht umsonst gerade in sozialen Brennpunkten ihre höchsten Wahlergebnisse erzielt», warnte der Sozialexperte.

 


Wirtschaftsverbände und Unternehmer zeigten sich zu Recht besorgt über das Umfragehoch der AfD. «Sie selber haben ein gutes Mittel gegen die AfD in der Hand: Faire Löhne zahlen», sagte Gleitze. Dazu müssten jedoch die Unternehmen und Verbände ihre Blockade gegen eine substantielle Mindestlohnerhöhung aufgeben. Wachsende soziale Ungerechtigkeit sei Gift für die Demokratie, mahnte er.