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Bremen (epd). Bei der Einreise von Freiwilligen aus dem globalen Süden gibt es nach Informationen von Organisationen wie der Norddeutschen Mission in Bremen offenbar immer mehr Probleme bei der Erteilung von Visa. «Es gibt zunehmend Verzögerungen oder komplette Ablehnungen durch die deutschen Botschaften - andere Missionsgesellschaften berichten auch von diesen Problemen», berichtete das Missionswerk in seinem Newsletter. Die Bremer halten Kontakt vor allem nach Ghana und Togo in Westafrika.

 

 

 

«Die Schwierigkeiten tauchten ab 2021 auf», erklärte auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) die Generalsekretärin des Missionswerkes, Heike Jakubeit. So dauere nun die Bearbeitungszeit der Visa-Anträge für Afrikaner, die in Deutschland beispielsweise am Freiwilligenprogramm «weltwärts» teilnehmen wollten, deutlich länger. Zur Hauptversammlung des Missionswerkes im Frühjahr konnten einige Delegierte nicht einreisen, weil sie Jakubeit zufolge ihre Visa nicht rechtzeitig bekommen haben.

 

 

 

Hinweise etwa auf die Funktion der Antragstellenden als Delegierte oder auf die geplante Teilnahme am vom Bund geförderten «weltwärts»-Programm seien von der Konsularsektion der Botschaften in Ghana und in Togo als unerwünscht zurückgespiegelt worden, berichtete Jakubeit. «Auffällig ist, dass bei den Süd-Nord-Freiwilligen aus Togo nicht nur geprüft wird, ob ihre Anträge den Programmbedingungen entsprechen, sondern insbesondere, wie ihre Lebensbedingungen nach der Rückkehr aussehen. Das heißt, ob sie im Anschluss an das Freiwilligenjahr auch eine Arbeitsmöglichkeit in Togo nachweisen können.»

 

 

 

Jakubeit fragte in diesem Zusammenhang: «Schreiben sich nicht koloniale Verhältnisse fort, wenn Menschen aus dem globalen Süden, die die Programmbedingungen des deutschen »weltwärts«^-Programms grundsätzlich erfüllen, einer deutschen Vertretung im Ausland gegenüber Rechenschaft über ihre Lebensführung ablegen müssen?» Die derzeitige Praxis jedenfalls erschwere die weitere Begegnungsarbeit, sowohl personell wie auch finanziell. Die Zahl der Visaerteilungen sei rückläufig. Diese Wahrnehmung teilten auch die Mitarbeitenden der landeskirchlichen Entwicklungsdienste.