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Hannover/Cuxhaven (epd). Der Pfarrfrauendienst in der hannoverschen Landeskirche blickt auf eine 52 Jahre währende Geschichte zurück. Weil coronabedingt das 50. Jubiläum vor zwei Jahren nicht gefeiert werden konnte, sei aus diesem Anlass eine Festschrift entstanden, sagte die Sprecherin des Dienstes, Ruth Scheffler-Hitzegrad aus Cadenberge bei Cuxhaven, am Sonnabend dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Heft mit dem Titel «Miteinander - Füreinander - 50 Jahre Netzwerk Frau im Pfarrhaus» wurde am Rande der bis zum Sonnabend in Hannover tagenden evangelischen Landessynode an Landesbischof Ralf Meister überreicht.

 

 

 

Die Jubiläumsschrift beschreibe in Zehnjahresschritten die Arbeit des Pfarrfrauendienstes, der 2006 in «Netzwerk Frau im Pfarrhaus/Pfarrfrauendienst» umbenannt wurde, sagte Scheffler-Hitzegrad. Die Verfasserin Andrea Hauser, Kulturwissenschaftlerin und selbst Pfarrfrau in Bremen, habe zudem Porträts, Infokästen und persönliche Erinnerungen zusammengetragen.

 

 

 

Der Pfarrfrauendienst verstehe sich bis heute als Interessenvertretung für Frauen, die mit der Heirat zur Pfarrfrau werden, erläuterte die Sprecherin. Sie übernähmen viele, häufig ehrenamtliche Aufgaben in den Gemeinden. Der Pfarrfrauendienst habe sich zu einer Art Gewerkschaft für Pfarrfrauen entwickelt. Die Mitglieder hätten etwa um die Bezahlung ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde gekämpft, aber auch um die Erlaubnis, als Frau eines Pfarrers bezahlte Arbeit anzunehmen.

 

 

 

Heute hingegen sei die eigene Berufstätigkeit von Pfarrfrauen selbstverständlich. Die Stärkung der eigenen Identität, das «Empowerment», sei heute das Hauptziel des Pfarrfrauendienstes. Das Leben im Pfarrhaus sei aber bis heute «ungewöhnlich öffentlich». Es bleibe für die gesamte Pfarrfamilie eine besondere Herausforderung. Deshalb sei nach wie vor der Austausch untereinander wichtig.

 

 

 

Auch Tagungen für Frauen in besonderen Lebenssituationen wie Frauen mit kleineren Kindern, Frauen, die im Ruhestand sind oder getrennt leben, würden angeboten, sagte Scheffler-Hitzegrad. «Auch wenn es heute schon eine große Anzahl von Pfarrmännern gibt, sind die Herausforderungen für Ehefrauen im Pfarrhaus deutlich andere, weil alte Rollenmuster das Miteinander auch weiterhin beeinflussen.»

 

 

 

Den Pfarrfrauendienst können alle Ehefrauen von Pastoren in der hannoverschen Landeskirche in Anspruch nehmen. Etwa 15 Frauen in der sogenannten Arbeitsgemeinschaft planen und organisieren die Veranstaltungen. Ein Leitungsteam von fünf Frauen verantwortet die Arbeit, die derzeit etwa 200 Frauen erreicht. Pfarrmänner nähmen die Angebote nicht in Anspruch, hieß es.