Pionierin der Avantgarde: Die Worpsweder Malerin Paula Modersohn-Becker ist für die Kunst zu Beginn der Moderne von zentraler Bedeutung. Im Februar vor 150 Jahren wurde sie in Dresden geboren. Nun wird sie in Worpswede auch auf der Bühne gefeiert.
Worpswede (epd). Zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907) in diesem Jahr bringt die Theatergruppe «Cosmos Factory» vom 22. Juli an ein Stück auf die Bühne, das die Gedankenwelt der heute weltberühmten Künstlerin sinnlich erfahrbar machen will. Unter dem Titel «Paulas Fest» wird die Produktion bis zum 2. August täglich um 20 Uhr in der Bötjerschen Scheune in Worpswede bei Bremen aufgeführt, wie Regisseur Oliver Peuker am Montag mitteilte.
In der Verbindung von Schauspiel, Tanz und Live-Musik solle gezeigt werden, dass die Gedanken von Paula Modersohn-Becker und ihr künstlerisches Werk «auch so viele Jahre nach ihrem Tod immer noch lebendig und aktuell sind», heißt es zu dem Stück, das in eine Traumlandschaft führt: Personen aus ihrem realen Leben erscheinen auf dem «Fest» ebenso wie ihre geistigen Impulsgeber Friedrich Nietzsche und die Maler der französischen Avantgarde Paul Gauguin und Paul Cézanne, denen sie real nie begegnet ist.
Vereint mit ihrer wichtigsten Gefährtin, der Bildhauerin Clara Westhoff, trifft sie im «Paula-Himmel» auf ihr Malerinnen-Idol Marie Bashkirtseff. Auch deren Mantra «Was bin ich? Nichts! Was will ich sein? Alles!» gab ihr die Kraft, als Künstlerin gegen viele Widerstände bestehen zu können und auf der Leinwand neue Wege zu beschreiten. Das dokumentieren in diesem Jahr große Ausstellungen in Worpswede, Dresden, Bremen und Fischerhude sowie ein Film, der im Spätsommer in die Kinos kommen soll.
Paula Modersohn-Becker gilt als Pionierin des Expressionismus. Zu Lebzeiten noch verkannt, sind ihre Arbeiten mittlerweile weltweit anerkannt. Am 8. Februar 1876 wurde sie in Dresden geboren, am 20. November 1907 starb sie im Alter von nur 31 Jahren in Worpswede bei Bremen wenige Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde an einer Embolie. Zwei letzte Worte von ihr sind überliefert: «Wie schade.»