Oberkirchenrat Lars Dede: Christlicher Religionsunterricht leistet wesentlichen Beitrag, dass junge Menschen ihren Ort im Leben finden und ihre Identität entwickeln können
18 Religionslehrkräfte aus ganz Niedersachsen haben am Freitag, 6. März, in der Willehad-Kirche in Rastede/Wahnbek bei Oldenburg ihre Vokationsurkunden erhalten. Im Gottesdienst wurden sie für ihren Dienst gesegnet und zur Erteilung des evangelischen Religionsunterrichts beauftragt. Der Gottesdienst wurde geleitet von Pfarrer Fritz Pinne, Leiter der Arbeitsstelle für Religionspädagogik (arp) der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.
Oberkirchenrat Lars Dede betonte in einem Grußwort, das im Vokationsgottesdienst verlesen wurde, dass der christliche Religionsunterricht mit seinen Themen einen wesentlichen Beitrag dazu leiste, „dass junge Menschen ihren Ort im Leben finden und ihre Identität entwickeln können. Er ist wichtig für das Zusammenleben in einer Welt, die zunehmend durch Partikularinteressen geprägt ist. Er eröffnet einen Horizont für die Frage, wie wir in Frieden und Gerechtigkeit miteinander leben können und wollen und vermittelt Antworten, wie dies konkret gelingen kann.“ Dede dankte im Namen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, dass sich die Religionslehrkräfte der Aufgabe stellen, dieses wunderbare Fach zu unterrichten.
Pfarrer Fritz Pinne sagte in seiner Predigt im Gottesdienst, dass es beim Ansatz des neuen christlichen Religionsunterrichts, der im Sommer dieses Jahres in Niedersachsen eingeführt werde, um die Lernenden gehe. Im Mittelpunkt stehe die eigene Biographie und Lebensdeutung der Schülerinnen und Schüler in Kultur, Gesellschaft und Welt angesichts der Frage nach Gott. Es gehe um Identität, Gemeinschaft, Sinn und Glaube, Freiheit und Zukunft. Zu diesen Fragestellungen gebe es aus der biblischen Botschaft heraus viel zu sagen. Das sei jetzt die Aufgabe in Fortbildung und Unterricht und dieser Perspektivwechsel werde dem Unterricht guttun, so Pinne.
Vokation
Im Anschluss an den Gottesdienst überreichte Pfarrer Fritz Pinne den Lehrerinnen und Lehrern ihre Vokationsurkunden. Die Vokation ist Voraussetzung, um evangelischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen zu erteilen. Diese Bestätigung wird von der Konföderation evangelischer Kirche in Niedersachsen ausgesprochen. Mit der Vokation verpflichten sich die evangelischen Kirchen in Niedersachsen, den Dienst der Religionslehrkräfte zu begleiten und unterstützen diese kontinuierlich durch Fortbildungs- und Beratungsangebote.
Vokationstagung zum Thema „Zeit und Endlichkeit“
Im Vorfeld hatten die Religionslehrkräfte aus dem Einzugsgebiet der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen an einer dreitägigen Vokationstagung zum Thema „Zeit und Endlichkeit“ im Ev. Bildungshaus in Rastede teilgenommen. In zahlreichen Arbeitseinheiten wurden Grundinformationen und praktische Hilfestellungen für diese wichtige Thematik gegeben. Auch die Frage, wie mit Tod und Trauer in der Schule umgegangen werden könne, spielte eine wichtige Rolle. Neben den theoretischen Informationen lag ein besonderer Schwerpunkt auf kreativen Erarbeitungsmöglichkeiten. Auch der kollegiale Austausch „nebenbei“ kam nicht zu kurz.
Die Tagung wurde von Pfarrer Fritz Pinne geleitet. Als Referentinnen waren dabei: Julia Villbrandt-Firneisen, Lehrkraft an den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Wesermarsch; Manuela Ehrt, Lehrkraft an der OBS Bookholzberg, sowie André Medeke und Henrike Freels aus der Arbeitsstelle Religionspädagogik in Oldenburg. Zudem informierte der Leiter der Oldenburgischen Bibelgesellschaft, Pastor i.R. Hartmut Schwarz, über hilfreiche Angebote für Schulen aus der Bibelgesellschaft.
Ein Abend wurde von dem Musiker Holger Trempeck-Wilken musikalisch-kreativ mit einem Singworkshop gestaltet. Dabei wurden auch Lieder für den Gottesdienst ausgesucht und gesungen. An einem weiteren Abend war Oberkirchenrat Lars Dede in der Runde zu Gast und stellte sich den Fragen der jungen Lehrkräfte. Dabei wurde kritisch über die Stellung des Religionsunterrichts in der Schule diskutiert. Es wurde deutlich, wie unterschiedlich die Situation in den einzelnen Schulen und Regionen ist. Die Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung für ihr Fach.
Der Gottesdienst in der Willehad-Kirche in Rastede/Wahnbek wurde am Freitag von Holger Trempeck-Wilken musikalisch begleitet und bot einen feierlichen Abschluss dieser intensiven Tage. Hier stand der Segen für die jungen Lehrkräfte und ihre Arbeit in besonderer Weise im Mittelpunkt.
Zu den 18 Religionslehrkräften aus ganz Niedersachsen gehörten Lehrkräfte aus den Schulformen Grundschule, Oberschule, IGS und Gymnasium.
Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg bietet zweimal im Jahr eine Vokationstagung für je bis zu 30 Religionskräfte aus ganz Niedersachsen an. Weitere Vokationstagungen in Niedersachsen werden von den anderen Kirchen der Konföderation angeboten.

