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Teaser: Am Donnerstag beginnt das neue Schuljahr für 890.000 Kinder und Jugendliche mit einer Reihe von Veränderungen. So startet das gemeinsam von den Kirchen verantwortete Fach «Christliche Religion» und auch bei der Digitalisierung geht es voran.

Hannover (epd). Für rund 890.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen beginnt nach den Sommerferien am Donnerstag das neue Schuljahr 2026/2027. Damit verharren die Schülerzahlen auf einem stabil hohen Niveau, wie Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) am Mittwoch in Hannover sagte. Am kommenden Samstag werden zudem rund 80.000 Kinder neu eingeschult. Das Land setzt zum Schulstart auf den Ausbau von Personal, Unterrichtsstunden und Förderangeboten. Kritik gab es von der Opposition.

Um die Unterrichtsversorgung trotz der hohen Schülerzahlen zu stabilisieren, hat das Land nach eigenen Angaben die Bemühungen zur Einstellung von Lehrkräften intensiviert. Von aktuell rund 2.000 ausgeschriebenen Stellen seien zum Schuljahresbeginn bereits knapp 1.600 besetzt worden. Damit stünden in diesem Kalenderjahr bislang 2.661 Neueinstellungen 1.809 ausscheidende Lehrkräfte gegenüber. Zudem sollen im kommenden Doppelhaushalt 1.800 weitere Stellen geschaffen werden.

Die rot-grüne Landesregierung verfolge in der Schulpolitik die Linie Qualität zu stärken, Chancen zu verbessern und Schulen zu modernisieren, sagte die Ministerin. Dabei setze Niedersachsen bewusst auf einen breit gefächerten Ansatz. «Wir brauchen für die Bildung unserer Kinder nicht 'entweder-oder', sondern 'sowohl-als-auch'», sagte Hamburg. «Lehrkräfte und Digitalisierung, Unterricht und Schulsozialarbeit, Grundlagen und Innovation, Stabilität und Veränderung.»

Trotz der positiven personellen Entwicklungen bleibe die Gewinnung von Lehrkräften unter bestimmten Gesichtspunkten eine schwierige Aufgabe, räumte Hamburg ein. «Wir gewinnen mehr Menschen für den niedersächsischen Schuldienst. Gleichzeitig wissen wir: Gerade in bestimmten Schulformen, Fächern und ländlichen Regionen bleibt die Situation herausfordernd.»

Neben der reinen Lehrkräftegewinnung setze das Land daher auch auf den Ausbau sogenannter multiprofessioneller Teams. So seien im kommenden Doppelhaushalt jeweils 100 zusätzliche Stellen pro Jahr für die schulische Sozialarbeit sowie für pädagogische Mitarbeitende in der Inklusion vorgesehen. Zudem erreiche das Bildungsprogramm «Sichere Basis» in diesem Schuljahr seine letzte Ausbaustufe, wodurch Grundschulen insgesamt drei zusätzliche Unterrichtsstunden zur gezielten Förderung im Lesen, Schreiben und Rechnen erhielten.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Fühner, begrüßte die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter. Angesichts der gewaltigen Probleme an den Schulen reiche dies aber bei Weitem nicht aus. So sei die Unterrichtsversorgung «auf einem dramatisch schlechten Niveau» und auch bei der Entlastung der Lehrkräfte gebe es keine erkennbaren Fortschritte, bemängelte Fühner. «Wer mehr Unterricht will, muss den Lehrkräften endlich wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe geben.»

Im Bereich der Digitalisierung setzt das Land nach Ministeriumsangaben auf die flächendeckende Ausstattung der Jahrgänge ab Klasse 7 mit digitalen Endgeräten. Ergänzend dazu würden digitale Lernplattformen und KI-Angebote für den Unterricht bereitgestellt. Zudem werde eine Schüler-ID eingeführt, um Bildungsverläufe besser zu erfassen. Künftig solle so kein Kind mehr «durchs Raster fallen», sagte die Kultusministerin. «Wir müssen erkennen können: Wo funktioniert unser Bildungssystem gut? Wo verlieren wir Kinder aus dem Blick? Und wo müssen wir besser werden?»

Zum neuen Schuljahr startet überdies das gemeinsam von den Kirchen verantwortete Fach «Christliche Religion». Parallel dazu wird das Fach Werte und Normen künftig auch an den Grundschulen verbindlich angeboten. Ein neuer Gewaltpräventionserlass soll den Schulen darüber hinaus praktische Hilfestellung beim Umgang mit Konflikten bieten.