Arp Schnitger (1648-1719) gilt als bedeutendster europäischer Orgelbauer der Barockzeit. Im August würdigt das Bremer Musikfest sein Schaffen und sein Erbe mit einem Konzert-Festival an historischen Originalinstrumenten.
Bremen/Golzwarden (epd). Mit dem diesjährigen Arp-Schnitger-Festival im Nordwesten wollen die Initiatoren erneut den aus der Wesermarsch stammenden Orgelbauer Arp Schnitger (1648-1719) würdigen und sein Erbe in den Fokus stellen. Dazu gehören nach Angaben der Initiatoren sechs Konzerte vom 18. bis 23. August. Das Programm konzentriert sich den Angaben zufolge auf Werke von Johann Sebastian Bach, der Schnitgers Instrumente besonders schätzte.
Das Festival ist Teil des 37. Bremer Musikfestes, zu dem vom 15. August bis zum 4. September rund 50 Veranstaltungen in Bremen und dem Nordwesten Niedersachsens gehören. Zum Auftakt ist am 18. August ein Abend in der St. Bartholomäus-Kirche in Golzwarden geplant. Weitere Konzerte stehen in Osterholz-Scharmbeck, Bockhorn, Otterndorf, Grasberg und am Ende am 23. August in der Corneliuskirche in Ganderkesee auf dem Programm. Auf der Website www.musikfest-bremen.de gibt es nähere Informationen zu Anfangszeiten sowie Künstlerinnen und Künstlern.
Das Festival stelle nicht allein das Schaffen Schnitgers in den Mittelpunkt, hieß es. «Zum einen wird der Blick gezielt auch auf sein Umfeld gelenkt, das mit Vertretern wie Christian Vater, Erasmus Bielfeldt oder Dietrich Christoph Gloger ebenfalls prachtvolle und klangschöne Orgeln hinterlassen hat», hieß es. Zum anderen werde bahnbrechenden ausländischen Einflüssen etwa aus den Niederlanden oder Italien nachgespürt, die für die Entwicklung der Norddeutschen Orgelschule prägend gewesen seien.
Nach Angaben von Experten stammen zwischen 170 und 180 Orgeln aus den Werkstätten des ersten europaweit tätigen Orgelbauers. Von Hamburg aus exportierte Schnitger seine Instrumente zunächst in den norddeutschen Raum und in die Niederlande, später auch nach Russland, England, Spanien sowie nach Portugal und sogar nach Brasilien. Heute gibt es von der Substanz her noch etwa 30 echte Schnitger-Orgeln, die meisten davon in Norddeutschland.