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Die Landesbischöfe aus Hannover und Bückeburg, Ralf Meister und Oliver Schuegraf, haben am Mittwoch den kirchlichen Beitrag zur Landesgartenschau in Bad Nenndorf eingeweiht. Dabei betonten sie die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung.

Bad Nenndorf/Kr. Schaumburg (epd). Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover und sein Amtskollege Oliver Schuegraf aus Schaumburg-Lippe haben bei der niedersächsischen Landesgartenschau in Bad Nenndorf auf die Bedeutung des Gartens als erste Heimat der Menschheit hingewiesen. «Am Anfang war keine Stadt, kein Dorf, keine Fabrik und kein Büro. Am Anfang war ein Garten», betonte Schuegraf mit Verweis auf den biblischen Garten Eden am Mittwoch bei der Eröffnung des Großevents.

Womöglich erkläre dies die große Begeisterung vieler Menschen für das Gärtnern. «Wir grubbern, graben, mulchen, jäten und säen, als folgten wir einer tiefen Erinnerung: der Erinnerung an ein verlorenes Paradies, blühend und blaubeerprall.»

Der evangelische Landesbischof Meister hob hervor, dass Gärten die Einbindung des Menschen in die Natur bewusst machten: «Im Garten sehen wir die Kraft des Lebens am klarsten. Und wir erleben unsere eigene Abhängigkeit von Wind und Wetter.»

Zugleich äußerte Meister die Hoffnung, dass auf der Landesgartenschau nicht nur «etwas fürs Auge» wachse, sondern auch «Achtung vor dem Leben, Verantwortung für die Schöpfung und Hoffnung für die Zukunft». Der Mensch sei nicht in die Welt gestellt worden, um zu herrschen, sondern um zu pflegen. «Ein Garten ist kein Ort der Kontrolle. Er ist ein Ort der Beziehung. Wer gärtnert, arbeitet mit dem Leben, nicht dagegen», unterstrich der Bischof. Man könne Wachstum nicht erzwingen.

Die katholische und evangelische Kirche sind auf der Landesgartenschau mit einem rund 600 Quadratmeter großen Areal in zentraler Lage beteiligt. Unter dem Motto «Ich glaub' dran» wurde nach Angaben der evangelischen Landeskirche Hannovers von Studierenden der Hochschule Osnabrück eine «Kirche im Grünen» konzipiert. Die Studierenden haben sich dabei vom Grundriss einer typischen Kirche mit Eingangsbereich, Hauptschiff und Altarraum inspirieren lassen.

Zu erleben sind unter anderem ein zwei Meter hohes Kreuz aus Spiegellamellen, kreisförmige Flächen für Gemeinschaft und ein «Himmelszelt» mit 30 Holzbänken, die von Kindertagesstätten und Konfirmanden gestaltet wurden. Zudem gibt es eine große Sandfläche mit Liegestühlen. Kinder können hier Sandburgen bauen und nach Muscheln oder verborgenen Schätzen buddeln.

«Das ist eine tolle Gelegenheit, die Menschen neugierig zu machen auf Kirche und unseren Glauben», sagt Pastorin Anja Sievers aus Bad Nenndorf als Projektleiterin. «Das Motto lässt aber bewusst auch Platz für das, was andere glauben.»

Die täglichen Angebote reichen von Gottesdiensten, Trauungen und Taufen bis zu Konzerten und Lesungen sowie einem Familien- und Kinderprogramm. Insgesamt planen die Kirchen 464 Veranstaltungen. Die Besucherinnen und Besucher werden dabei von rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeitenden begrüßt, die in einer selbst entworfenen Dienstkleidung auftreten.

Die Landesgartenschau läuft vom 29. April bis zum 18. Oktober. Unter dem Motto «Hier blüht Vielfalt» bietet sie laut Veranstalterangaben an 173 Tagen auf 34 Hektar mehr als 1.000 Veranstaltungen. Erwartet werden insgesamt bis zu 600.000 Besucherinnen und Besucher.