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Anlässlich des 77. Geburtstags des Grundgesetzes traten in Osnabrück leitende Theologen in einem ökumenischen Friedensgebet für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt ein.

Osnabrück (epd). Der katholische Bischof Dominicus Meier und der evangelischen Regionalbischof Friedrich Selter haben am Sonnabend in einem gemeinsamen Friedensgebet den Einsatz für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt hervorgehoben. Die beiden Theologen gestalteten in der evangelischen Marienkirche eine Andacht anlässlich des 77. Geburtstags des Grundgesetzes, wie das Bistum und der evangelische Sprengel Osnabrück mitteilten. Zu dem Friedensgebet eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Osnabrück.

Bischof Dominicus sagte, das Zentrum des Grundgesetzes sei die Menschenwürde, die für jeden Menschen gelte. Das sei lange selbstverständlich gewesen, aber mittlerweile gebe es Stimmen, die dies infrage stellten. «Als Kirche machen wir unseren Standpunkt klar und deutlich: Die Menschenwürde ist unantastbar und gilt für jeden, egal, woher er kommt, woran er glaubt, welche politische Ansicht er vertritt, ob er gesund oder krank ist.»

Grundhaltung als politisches Statement
Regionalbischof Selter warb in dem Zusammenhang für die Kampagne «Für Alle - Menschenwürde - Nächstenliebe - Zusammenhalt» der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland. Ihm sei es wichtig, anderen Menschen grundsätzlich mit Respekt, Offenheit und Mitgefühl zu begegnen. «Seitdem diese Werte von wachsenden Bevölkerungsgruppen infrage gestellt werden, ist das für mich auch ein politisches Statement.»

Die Arbeitsgemeinschaft lädt den Angaben zufolge seit 2003 jeden Sonnabend zum Friedensgebet in die Marienkirche ein. Beteiligt seien Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen sowie Friedensinitiativen wie «Religions for Peace», «Pax Christi», «Sant Egidio» und der Friedensort Osnabrück. Gebetsanliegen seien die Zustände in den aktuellen Kriegs- und Krisengebieten, das Gedenken an Opfer von Gewalt und Fragen des sozialen Friedens.